Scope bestätigt US-Kreditrating mit AA- und stabilem Ausblick trotz wachsender Risiken
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Die Ratingagentur Scope hat die Kreditwürdigkeit der USA mit der Note AA- und einem stabilen Ausblick bestätigt, wobei sie die wirtschaftliche Stärke und die Rolle des US-Dollars als Reservewährung hervorhebt, gleichzeitig jedoch vor verschlechternden Staatsfinanzen, politischer Polarisierung und mittelfristigen Risiken für die Finanzstabilität warnt.
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Why It Matters
Die USA haben ihr Spitzenrating 'AAA' bei den großen US-Ratingagenturen verloren: Fitch stufte 2023 ab, Moody's folgte 2025, während S&P sein 'AA+'-Rating bestätigte. Scope bestätigt nun ein 'AA-'-Rating mit stabilem Ausblick.
Berlin. Die europäische Ratingagentur Scope hat die Kreditwürdigkeit der USA mit der guten Note „AA-“ und einem stabilen Ausblick bestätigt. Die weltgrößte Volkswirtschaft profitiere weiterhin von ihrer enormen Wirtschaftskraft und der Rolle des US-Dollars als weltweite Reservewährung, teilte Scope am Freitagabend mit. Dem stünden aber eine Verschlechterung der Staatsfinanzen, eine zunehmende politische Polarisierung sowie mittelfristige Risiken für die Finanzstabilität gegenüber.
Die USA haben auch bei den drei großen US-Ratingagenturen schon länger nicht mehr das Spitzenrating „AAA“. Die Agentur Fitch hatte die US-Bonität im Jahr 2023 um eine Stufe von der Bestnote herabgestuft und dies mit der erwarteten Verschlechterung der Haushaltslage sowie dem wiederholten Streit über die Schuldenobergrenze begründet. 2025 entzog auch Moody's den USA wegen steigender Schulden die "AAA"-Bewertung. S&P hatte ihr „AA+“-Rating für die USA im Juni bestätigt, Fitch im August,
Scope rechnet damit, dass die US-Neuverschuldung von 6,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Jahr 2025 auf 7,8 Prozent im laufenden Jahr steigen wird. Bis 2031 dürfte die Gesamtverschuldung der USA von 124 auf 144 Prozent der Wirtschaftsleistung klettern. Erschwert werde die Lage durch stark gestiegene Zinskosten, die den finanziellen Spielraum der Regierung einengten.
Zudem warnten die Bonitätswächter vor den Folgen einer politischen Spaltung in Washington. Der wiederkehrende Streit um die Anhebung der staatlichen Schuldenobergrenze, die wohl Anfang 2027 wieder erreicht wird, zeige Schwächen in der Haushaltsführung auf und sorge für regelmäßige Unruhe an den Finanzmärkten. Trotz des erhöhten politischen Drucks zeugten die jüngsten geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank aber von einer anhaltenden operativen Unabhängigkeit, hieß es.
Gestützt wird das Rating laut Scope durch die Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft. Scope prognostiziert für die Jahre 2026 und 2027 ein robustes Wachstum von rund 2,4 Prozent. Auch der Arbeitsmarkt zeige sich mit einer Arbeitslosenquote von zuletzt 4,1 Prozent weiterhin stark. Ein entscheidender Vorteil der USA bleibe die unerreichte Tiefe und Liquidität des heimischen Kapitalmarkts.
Obwohl der Anteil des Dollars an den weltweiten Währungsreserven langfristig leicht gesunken sei, dominiere die US-Devise weiter den internationalen Handel und grenzüberschreitende Finanzierungen. Dies verleihe den USA eine außergewöhnliche finanzielle Flexibilität, die die Risiken der hohen Staatsverschuldung abfedere.
Als zusätzliche Herausforderungen identifizierte Scope mittelfristige Risiken im Finanzsystem sowie umwelt- und gesellschaftspolitische Faktoren. Zwar sei der US-Bankensektor robust, doch gebe es Schwachstellen. Diese Risiken würden durch Pläne zur Lockerung der Bankenregulierung noch verschärft.
Mit Blick auf die zweite Amtszeit von US-Präsident Donald Trump verwies Scope zudem auf den erneuten Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen und den Abbau von Umweltvorschriften. Auch die zunehmende Konzentration der Macht in der Exekutive und die Rücknahme von Programmen zur gesellschaftlichen Gleichstellung trügen zu einer Schwächung der institutionellen Rahmenbedingungen und des sozialen Zusammenhalts bei.
Open Questions
- Wie wird sich die US-Schuldenobergrenze-Krise 2027 konkret auf die Finanzmärkte auswirken?
- Welche spezifischen Maßnahmen plant die US-Regierung zur Bekämpfung der steigenden Zinskosten?
- Inwiefern könnte die zunehmende Machtkonzentration in der Exekutive die institutionellen Kontrollmechanismen langfristig schwächen?




