
Haushaltsloch von mehr als 23 Milliarden Euro gefährdet kriegswichtige Drohnenfinanzierung der Ukraine.
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Der Krieg in der Ukraine dauert seit viereinhalb Jahren an. Die Ukraine leidet unter einem erheblichen Haushaltsmangel und fortgesetzten Luftangriffen.
Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten gefährdet das Haushaltsloch von umgerechnet mehr als 23 Milliarden Euro die Finanzierung von kriegswichtigen Drohnen.
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Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Selenskij bittet EU, nächste Milliarden-Zahlungen vorzuziehen
Selenskij: USA schlagen Dreiertreffen mit Russland vor
Russland: Ein Toter und Raffinerie-Stopp nach Drohnenangriffen
Ukraine: Junge bei Luftangriff auf Kiew getötet
Finnland bittet Musk um Starlink-Freischaltung für Ukraine-Angriffe in Russland
Selenskij: USA schlagen Dreiertreffen mit Russland vor
Die USA haben ein Dreiertreffen mit der Ukraine und Russland in den Vereinigten Arabischen Emiraten vorgeschlagen, um über ein Ende des seit viereinhalb Jahren andauernden Krieges zu beraten. Dies erklärte der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij am Freitag in einem Pressegespräch via Whatsapp. Die US-Seite habe ein Treffen auf Arbeitsebene in einem trilateralen Format angeregt. Selenskij sagte dazu: „Wir warten auf einen Terminvorschlag der US-Seite, die die Emirate als möglichen Tagungsort ins Spiel gebracht hat“.
Ein solches Dreiertreffen könnte nach russischen Angaben bald stattfinden. Es gebe dazu jedoch noch keine Einzelheiten, teilte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitag mit. Peskow erklärte zudem, der russische Sonderbeauftragte Kirill Dmitrijew habe Gespräche in den USA geführt. Dabei sei es vorwiegend um wirtschaftliche Themen gegangen. Dmitrijew habe sich am 24. September mit den US-Vertretern Steve Witkoff und Jared Kushner getroffen, wie eine mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters sagte.
Selenskij hatte in dieser Woche am Rande der UN-Vollversammlung in New York Gespräche mit US-Präsident Donald Trump geführt. Nach den Gesprächen mit Trump berieten ukrainische und US-Unterhändler über Einzelheiten. „Wir werden diese Details mit der europäischen Seite besprechen, die Amerikaner werden mit den Russen sprechen, und wir werden in zehn Tagen entweder mit einer neuen Perspektive oder einem Ergebnis zurückkehren“, sagte Selenskij.
Selenskij bittet EU, nächste Milliarden-Zahlungen vorzuziehen
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hat die Europäische Kommission gebeten, die nächsten Zahlungen aus einem im April bereitgestellten Kredit über 90 Milliarden Euro schneller zu überweisen. Er habe dazu eine positive Antwort von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erhalten, sagte Selenskij.
Als Grund für seinen Vorstoß verwies er auf das ukrainische Haushaltsloch von umgerechnet mehr als 23 Milliarden Euro. Das gefährdet seinen Angaben zufolge die Finanzierung von kriegswichtigen Drohnenkäufen. „Wenn wir sie nicht im Oktober und November bestellen und bezahlen, dann werden wir ernsthafte Probleme im Januar und Februar haben“, sagte er.
Etwas mehr als ein Drittel der Finanzierungslücke betreffe Drohnenkäufe für die ersten drei Monate 2027. „Jeder versteht, dass die Ukraine nicht allein sein kann und dass mehr in ukrainische Drohnen und Raketen investiert werden muss“, erklärte Selenskij.
Die EU hatte im April den Weg für das Unterstützungsdarlehen freigemacht, nachdem der ehemalige ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán es zuvor monatelang blockiert hatte. Von den 90 Milliarden Euro sind 60 Milliarden für Verteidigung vorgesehen. Vereinbart war, dass die Hälfte des Geldes in diesem Jahr fließen soll, weitere 45 Milliarden könnten im kommenden Jahr folgen. Die erste Zahlung – rund drei Milliarden Euro – gab es Ende Juni.
Ukraine: Vier Tote bei russischem Drohnenangriff auf Bürogebäude in Kiew
Durch den Einschlag einer russischen Drohne in ein Bürogebäude in der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind nach Behördenangaben mindestens vier Menschen getötet worden. Weitere sieben seien verletzt worden, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko bei Telegram mit. Drei der Leichen wurden demnach auf einem Parkplatz vor dem Bürohaus gefunden. Der Brand sei bereits gelöscht worden. Schon seit Wochen attackiert das russische Militär auch tagsüber Ziele in Kiew mit Drohnen und Raketen.
Russland: Ein Toter und Raffinerie-Stopp nach Drohnenangriffen
Bei ukrainischen Drohnenangriffen auf mehrere russische Regionen sind Behördenangaben zufolge mindestens ein Mensch getötet und zahlreiche weitere verletzt worden. In der Region Rostow beschädigte ein Angriff die Ölraffinerie Nowoschachtinsk, die ihren Betrieb vorübergehend einstellen musste, wie Gouverneur Juri Sljusar mitteilte. Dort habe die Luftabwehr in der Nacht etwa 50 Drohnen abgefangen. In der Region Uljanowsk wurden nach Angaben von Gouverneur Alexei Russkich acht Menschen verletzt, darunter ein Kind.
In Belgorod kam beim Einschlag einer Drohne in einen Lastwagen ein Zivilist ums Leben, ein weiterer wurde verletzt, wie die dortige Einsatzzentrale mitteilte. Über der Region Woronesch zerstörte die Luftabwehr Gouverneur Alexander Gussew zufolge 88 Drohnen, vier Menschen wurden verletzt. Zudem sprach der Gouverneur der Region Perm, Dmitri Machonin, von einem Angriff auf einen Industriebetrieb.
Ukraine: Junge bei Luftangriff auf Kiew getötet
In Kiew hat eine russische Kampfdrohne nach ukrainischen Polizeiangaben am Morgen ein Hochhaus getroffen und einen 14-jährigen Jungen getötet. Mindestens sieben weitere Bewohner des Wohnblocks seien verletzt worden, teilte die Polizei der ukrainischen Hauptstadt auf Telegram mit. Präsident Wolodimir Selenskij bestätigte die Angaben.
Über dem Zentrum war Abwehrfeuer zu hören, dann der Flug der Drohne mit Jetantrieb und der Einschlag, wie ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur berichtete. Luftalarm wurde in diesem Fall erst kurz darauf ausgelöst. Die Ukraine arbeitet noch an einer wirksamen Abwehr gegen die von Russland weiterentwickelten schnellen Shahed-Drohnen mit Düsenantrieb. Nach den nächtlichen russischen Luftangriffen wurde ein weiterer Toter aus Odessa gemeldet.
In der Nacht griffen russische Streitkräfte nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau mehrere Ziele in der Ukraine an. Die Armee habe ukrainische Rüstungsbetriebe, Logistikzentren und Schiffe mit Drohnen attackiert, teilte das Ministerium mit. Getroffen worden seien unter anderem ein Montage- und Lagerplatz für Drohnen in der Region Kiew, Logistikzentren in der Region Odessa sowie die Hafeninfrastruktur in Reni.
Ihrerseits setzte die Ukraine Drohnenangriffe auf Öl- und Industrieanlagen in Russland fort. Selenskij bestätigte vorherige inoffizielle Berichte. „Wir antworten auf Russlands brutale Angriffe gegen das Leben“, schrieb der Staatschef auf Telegram. Demnach wurden Raffinerien in Perm am Ural, rund 1500 Kilometer von der Ukraine entfernt, und eine Raffinerie in Nowoschachtinsk im Süden Russlands getroffen. Ein weiteres Ziel war den Angaben nach eine Elektronikfabrik in Uljanowsk an der Wolga.
Finnland bittet Musk um Starlink-Freischaltung für Ukraine-Angriffe in Russland
Der finnische Präsident Alexander Stubb hat den US-Unternehmer Elon Musk gebeten, das Satelliten-Internet Starlink für die Ukraine zu erweitern. Damit solle es der Ukraine ermöglicht werden, russische Raketenabschussrampen auf russischem Gebiet anzugreifen. „Deshalb (...) bitte ich Elon Musk, den Ukrainern die Möglichkeit zu geben, Starlink in Gebieten zu nutzen, in denen sich ballistische Raketenabschussrampen befinden“, sagte Stubb am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters am Rande der UN-Vollversammlung in New York. Dies gelte für die besetzten Gebiete der Ukraine sowie für Russland und würde Leben retten.
Die Ukraine hat einen akuten Mangel an Flugabwehrsystemen. Der Einsatz ballistischer Raketen durch Russland hatte im Sommer ein Rekordniveau erreicht. Bislang können nur Patriot-Systeme diese abfangen, deren Munition jedoch stark erschöpft ist. Musk hatte Starlink kurz nach der russischen Invasion 2022 für die Ukraine aktiviert, über russischem Territorium funktioniert der Dienst jedoch nicht. Eine Freischaltung würde es der Ukraine ermöglichen, mobile Abschussrampen in einer Entfernung von mehreren hundert Kilometern hinter der Grenze ins Visier zu nehmen. Die Ukraine befürchtet zudem, dass Moskau im Winter gezielt Energie- und Heizanlagen zerstören will. Für die kalte Jahreszeit benötige die Ukraine Stubb zufolge drei Dinge: Flugabwehr, Energieanlagen und finanzielle Mittel. An einem entsprechenden Hilfspaket werde derzeit gearbeitet.
Polen: Brand im Starlink-Terminal war vermutlich Sabotage – Internet für die Ukraine
Ein Brand in einem Terminal des Satelliteninternetdienstes Starlink in Polen ist nach Angaben der Regierung in Warschau höchstwahrscheinlich auf einen Sabotageakt zurückzuführen. Vieles deute darauf hin, dass der Brand ein gezielter Versuch war, den Betrieb der Station zu stören, die auch die Sicherheit des Internetbetriebs in der Ukraine gewährleiste, sagte Polens Innenminister Krzysztof Gawkowski dem Sender TVP. Man könne nicht klar sagen, ob Russland dahinterstehe, aber es füge sich ein in die neue russische Angriffsdoktrin, so der Minister.
Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk hatte vergangene Woche im Parlament in Warschau gesagt, er rechne in den kommenden Wochen mit stärkeren russischen Angriffen auf die Ukraine und auf ihre Unterstützer. Nach Einschätzung von Geheimdiensten könnte es zu scheinbar versehentlichen Attacken mit Drohnen und Raketen auf die Länder kommen, die der Ukraine Beistand leisten – darunter Polen.
Am Mittwochabend war es in dem Starlink-Terminal Wola Krobowska 50 Kilometer südlich von Warschau zu einem Brand an den Antennen gekommen, wie ein Sprecher der Feuerwehr der Nachrichtenagentur PAP sagte. Der Brand konnte rasch gelöscht werden. Innenminister Gawkowski sagte, das Feuer habe die Stromversorgungsstation und den Stromgenerator erfasst. „Es ist deutlich zu erkennen, dass diese Sabotageakte darauf ausgerichtet waren, den Betrieb dieses Terminals unmöglich zu machen.“
Der Ausfall der Station hätte zu Problemen mit der Internetversorgung, aber auch beispielsweise mit dem Betrieb von Geldautomaten in Polen führen können.
Ausnahmezustand in russischer Region Krasnodar wegen Drohnenangriffen
Im Süden Russlands, in der Schwarzmeerregion, bekommen die Menschen den eigenen Krieg immer mehr zu spüren. Nun hat der Gouverneur der dortigen Region Krasnodar den Ausnahmezustand ausgerufen. Grund sind ukrainische Drohnenangriffe auf die Infrastruktur für den Getreideexport, wie es aus Russland heißt. Die massiven Attacken auf die Anlagen hätten den Hafenbetrieb lahmgelegt und die Schifffahrt im Schwarzen Meer gestört, teilte Gouverneur Weniamin Kondratjew laut der Nachrichtenagentur Interfax am Donnerstag mit. Durch den Ausnahmezustand können betroffene Betriebe finanzielle Entschädigungen erhalten.
Den Angaben zufolge können die Landwirte einen Großteil ihrer Ernte nicht verkaufen, was zu einem Überangebot auf dem russischen Getreidemarkt führt. Krasnodar hat in diesem Jahr 11,4 Millionen Tonnen Getreide und Hülsenfrüchte geerntet, fast zwei Millionen Tonnen mehr als im Jahr 2025. Besonders die Hafenstadt Noworossijsk, ein wichtiger Umschlagplatz für russisches Öl und Getreide, ist immer wieder Ziel ukrainischer Drohnenangriffe. Sowohl Russland als auch die Ukraine haben in den vergangenen Monaten ihre Angriffe auf Getreideschiffe im Schwarzen Meer verstärkt, was die Weltmarktpreise in die Höhe trieb.
Der Kreml erklärte in dieser Woche, es gebe weitere diplomatische Gespräche über einen Vorschlag der Türkei zur sicheren Durchfahrt von Getreideschiffen im Schwarzen Meer. Bis zu einer Einigung suche Russland nach alternativen Routen für seine Exporte.
Im Juli 2022 hatten die Türkei und die UN das sogenannte Schwarzmeer-Getreideabkommen vermittelt, um trotz des Krieges sichere ukrainische Exporte zu ermöglichen. Russland war jedoch im folgenden Jahr aus der Vereinbarung ausgestiegen. Zur Begründung hieß es, dass die eigenen Nahrungsmittel- und Düngemittelexporte behindert würden.
Selenskij flucht auf Russisch bei Frage zu Moskau-Reise: „Bljad!“
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hat auf Russlands vergifteten Vorschlag eines Treffens mit Kremlchef Wladimir Putin in Moskau mit Sarkasmus und einem Fluch reagiert. Auf die wiederholte Frage eines Reporters des russischen Staatsfernsehens in New York, wann er denn nach Moskau komme, antwortete der Präsident hörbar genervt: „Na Rakety, bljad!“ (zu Deutsch: „Auf einer Rakete, verdammt!“).
Vor allem das kaum hörbare russische Schimpfwort „bljad“ sorgte für Aufsehen in den Medien beider Länder. Wörtlich übersetzt heißt es „Hure“, wird aber im Alltag im Sinne von „verdammt“ oder „Scheiße“ verwendet – ähnlich wie „fuck“ im Englischen. In Russland wird das Wort „bljad“ zensiert. Den Clip von Selenskijs Besuch in New York teilten viele russische und ukrainische Medien in den sozialen Netzwerken.
Kremlsprecher Dmitrij Peskow erklärte, dass er von Selenskij bisher keine offizielle Ablehnung eines Besuchs in Moskau gehört habe. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, die als Teil der Moskauer Delegation an der UN-Generalversammlung in New York teilnimmt, machte sich lustig über Selenskij, der wohl Angst habe, dass ihn ein tödliches Schicksal ereile. Sie verwies auch auf das von Selenskij benutzte russische Schimpfwort, das allen vor Augen führe, wer Selenskij wirklich sei.
Selenskij sagt immer wieder, dass er sich mit Putin treffen wolle, um über eine Lösung in dem Konflikt zu sprechen. Der Kremlchef behauptet zwar, dass er dazu bereit sei, ergänzt aber auch zugleich, dass er zu einem Treffen nur in Moskau bereit sei. Selenskij lehnt das ab – abgesehen von der Sorge um seine Sicherheit will er auch den Eindruck vermeiden, dass Kiew vor Moskau kapituliere.
Nordkoreanische Kriegsgefangene in Südkorea eingetroffen
Nach monatelangen Verhandlungen sind zwei von der Ukraine gefangen genommene nordkoreanische Soldaten nach Südkorea gebracht worden. Der südkoreanische Abgeordnete Yoo Yong Won, der die beiden Männer während eines Ukraine-Besuchs 2025 persönlich getroffen und sich seither für ihre Überstellung eingesetzt hatte, erklärte auf einer Pressekonferenz, sie seien bereits vor einigen Tagen sicher in Südkorea angekommen.
AI outlook — possibilities, not facts
Gespräche über ein Dreiertreffen in den VAE könnten konkretisiert werden.
Possible · Within weeks
The chairman of the Brandenburg Constitutional Court, Markus Möller, considers an AfD constitutional judge to be conceivable under certain conditions. The prerequisites are factual orientation and a commitment to the free-democratic basic order.

The Berlin Left is under pressure from probationary talks with the Greens and SPD, as accusations of anti-Semitism call into question the party's ability to govern after its election victory in Berlin.

Switzerland is voting on a popular initiative for stricter neutrality. While media close to the Kremlin and the SVP billionaire Blocher are promoting this, the government and historians are warning of isolation and economic disadvantages.

Shortly before Health Minister Carsten Linnemann's plans for nursing care reform, the SPD spoke out against benefit cuts and called for relief through a nursing care cap.

Federal Foreign Minister Johann Wadephul speaks today at the UN General Assembly in New York. The focus is on Germany's commitment and support for Ukraine.
After a week of heated debates about allegations of anti-Semitism and alleged clan connections, Elif Eralp from the Die Linke party takes to the podium in her first appearance after winning the election.