
Nach dem Wahlsieg der Studentenbewegung bei den vorgezogenen Parlamentswahlen steht Serbien vor einem Machtwechsel.
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Die Protestbewegung entstand nach einem tödlichen Einsturz eines Bahnhofsvordachs vor zwei Jahren, bei dem 16 Menschen starben. Kritiker machten Korruption und Schlamperei der Regierung dafür verantwortlich.
Studentin:
»Serbien ist frei!«
Pure Freude auf den Straßen Belgrads: Nach dem überraschend deutlichen Wahlsieg der Studentenliste bei der vorgezogenen Parlamentswahl in Serbien brach in vielen Städten im ganzen Land großer Jubel aus. Allein auf dem zentralen Slavija-Platz in Belgrad versammelten sich Zehntausende, um den Wahlerfolg zu feiern.
Studenten:
»Wir sind überrascht, wir hätten nicht gedacht, dass das passieren würde. Es ist buchstäblich ein Wunder.«
»Das ist unglaublich, wir konnten es kaum glauben, aber eigentlich hatten wir sehr darauf gehofft, deshalb bin ich total begeistert. «
»Unglaublich, das ist wie ein Traum. Ich habe das Gefühl, ich müsste aufwachen und zur Arbeit gehen, aber das ist nicht der Fall – es ist die Realität.«
Damit steht das Land vor einem Machtwechsel: Langzeitmachthaber Aleksandar Vučić hatte die serbische Politik seit 2012 in wechselnden Funktionen maßgeblich mit bestimmt – und in den 14 Jahren seiner Herrschaft in eine Autokratie verwandelt. Nun hat er seine Niederlage bei den Parlamentswahlen eingestanden.
Die Protestbewegung gegen ihn war nach dem tödlichen Einsturz eines Bahnhofsvordachs vor zwei Jahren entstanden, der 16 Menschen das Leben kostete. Kritiker führten das Unglück auf Korruption und Schlamperei der Vucic-Regierung zurück. Die anschließenden Proteste der Studenten mobilisierten breite Schichten der serbischen Bevölkerung und weckten den Wunsch nach Veränderung.
Diese Hoffnung könnte sich nun erfüllen. Wer Regierungschef wird, ist allerdings trotz des Wahlsiegs der basisdemokratisch aufgebauten Studentenliste noch offen.

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