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Shamonda-Virus breitet sich in Bayern aus – Symptome, Übertragung und Risiken
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Die Zeit5 days agoScience2 min readGermanyView translation

Shamonda-Virus breitet sich in Bayern aus – Symptome, Übertragung und Risiken

Quick Look

  • Das neu eingeschleppte Shamonda-Virus (SHAV) breitet sich seit Juli in Süddeutschland, der Schweiz und Frankreich aus und wurde in Bayern in allen Regierungsbezirken nachgewiesen.
  • Es wird durch Stechmücken übertragen und führt bei Rindern, Schafen und Ziegen zu Fieber, Durchfall und Milchrückgang.
  • Bei trächtigen Tieren besteht das Risiko von Aborten oder Missbildungen.

AI-generated summary

Why It Matters

Das Shamonda-Virus ist eng mit dem seit etwa 15 Jahren in Deutschland bekannten Schmallenberg-Virus verwandt, das ähnliche Symptome wie Milchrückgang, Fieber und Durchfall verursacht. Eine neu eingeschleppte europäische Variante breitet sich seit Juli aus.

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Fieber oder Durchfall bei Rindern, Schafen und Ziegen kann ein Zeichen für eine Infektion mit dem Shamonda-Virus (SHAV) sein. Betroffene Kühe geben teils auch deutlich weniger Milch. Eine neu eingeschleppte europäische Variante des Virus breitet sich seit einigen Wochen auch im Freistaat aus, wie das Landesamt für Gesundheit (LGL) und der Bayerische Bauernverband (BBV) mitteilen. Was ist über das Virus bekannt? Ein Überblick.

Wie wird das Virus übertragen?

Das laut Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) neu eingeschleppte europäische Shamonda-Virus wird durch Stechmücken (Gnitzen) übertragen und ist seit Juli vor allem in Süddeutschland, der Schweiz und Frankreich aufgetreten. Eine Ansteckung der Tiere erfolge hauptsächlich saisonal in Abhängigkeit von der Flugzeit der Stechmücken, teilte das Landesamt für Gesundheit mit. Eine direkte Tier-zu-Tier-Übertragung sei nicht belegt, mit Ausnahme der Übertragung von Muttertieren auf Nachkommen.

SHAV ist mit dem meldepflichtigen Schmallenberg-Virus verwandt, das als Symptome ebenfalls Milchrückgang, Fieber und Durchfall nach sich zieht und seit etwa 15 Jahren in Deutschland bei Rindern, Schafen und Ziegen nachgewiesen ist.

Welche Tiere sind betroffen?

Bisher sind in Bayern vorwiegend Milchviehhaltungen (Rinder) betroffen. Wie das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) erst vor wenigen Tagen mitteilte, gibt es neben weiteren Nachweisen bei Rindern aus Baden-Württemberg, Hessen, Sachsen sowie dem Saarland nun auch positive Tests bei einem Pferd aus Rheinland-Pfalz sowie bei einem Alpaka aus Hessen. In Proben von Schafen und Ziegen aus Baden-Württemberg sei ebenfalls das Shamonda-Virus festgestellt worden.

Ist das Virus auf den Menschen übertragbar?

Für den Menschen besteht laut Friedrich-Loeffler-Institut nach bisherigem Kenntnisstand kein relevantes Infektionsrisiko.

Welche Folgen hat eine Infektion?

Bei Milchkühen würden Fieber, Durchfall und ein Milchrückgang als Symptome festgestellt, teilte der BBV mit. «Die Tiere genesen nach einigen Tagen wieder.» Dennoch bereite dieses Virus, dessen Folgen noch nicht vollumfänglich bekannt seien, den Landwirtinnen und Landwirten große Sorgen, sagte eine Sprecherin. So bestehe auch die Möglichkeit, dass eine Infektion bei trächtigen Tieren zu Aborten oder Missbildungen am Kalb führen könne. Laut LGL sind diese fetalen Schädigungen (Arthrogrypose-Hydranencephalie-Syndrom) aufgrund der engen Verwandtschaft des SHAV mit dem Schmallenberg-Virus sehr wahrscheinlich.

Anders als betroffene Rinder zeigte das in Rheinland-Pfalz infizierte Pferd laut FLI vor seinem Tod neurologische Ausfälle.

Landwirtschaftliche Betriebe müssten durch den Milchrückgang zudem Einnahmeverluste verzeichnen, so der Bauernverband. Für Verbraucher gehe keine gesundheitliche Gefahr durch Milch und Fleisch von betroffenen Tieren aus, sagte die Sprecherin.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Impfstoffe gegen SHAV stehen nicht zur Verfügung. Die einzige Möglichkeit, Tiere zu schützen, sei, das Infektionsrisiko zu mindern, heißt es vom Landesamt für Gesundheit. Sollten bei Tieren akute Symptome wie Milchrückgang, Fieber und Durchfall auftreten, sollte ein Tierarzt Proben entnehmen und an das LGL weiterleiten. Auch Aborte, Totgeburten und missgebildete Kälber oder Lämmer sollten auf das Virus hin untersucht werden, rät das LGL.

Wo breitet sich das Virus in Bayern aus?

Nachweise des Shamonda-Virus liegen den Angaben nach in Bayern mittlerweile aus allen Regierungsbezirken vor. Derzeit seien die Fallzahlen im südlichen Bayern höher als im Norden des Freistaates, sagte ein LGL-Sprecher. Der BBV geht aufgrund der Rückmeldungen aus der Praxis davon aus, dass eine Vielzahl von Rinderbetrieben betroffen ist. Die aktuelle SHAV-Situation in Deutschland schätzt der Bauernverband als sehr dynamisch und die Ausbreitung des Virus als nur schwer kontrollierbar ein.

Wie viele Nachweise gibt es und in welchem Zeitraum?

Das Landesamt für Gesundheit hat seit Anfang August im Rahmen eines Monitoring-Programms das Virusgenom in mehr als 1000 Proben im Freistaat nachgewiesen. Der Erregernachweis erfolge bei symptomatischen Tieren über Blutproben und nach Aborten oder Totgeburten über Organmaterial, insbesondere aus Gehirn und Milz.

Wie läuft das Monitoring ab?

Shamonda-Virus-Infektionen sind nicht meldepflichtig. Um eine Ausbreitung von SHAV im Freistaat dennoch frühzeitig zu erkennen, sei ein passives Monitoring etabliert worden, teilte der LGL-Sprecher weiter mit. Das bedeute, dass gezielt Tiere getestet werden, die bereits Krankheitssymptome zeigen. Die Untersuchungen erfolgen am LGL. Beim aktiven Monitoring dagegen werden Stichproben aus einer unauffälligen Tierpopulation entnommen und auf das Vorkommen einer möglichen Krankheit untersucht.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Die Fallzahlen werden in den kommenden Wochen weiter steigen, insbesondere in südlichen Bayern.

    Likely · Within weeks

  • Das passive Monitoring wird weiterhin symptomatische Tiere testen, um Frühwarnungen zu geben.

    Very likely · Within weeks

Open Questions

  • Wie effektiv sind derzeitige Maßnahmen zur Reduzierung des Stechmückenkontakts?
  • Gibt es Pläne zur Entwicklung eines Impfstoffs gegen SHAV?
  • Wie hoch sind die wirtschaftlichen Verluste für betroffene Betriebe bislang?
  • Welche langfristigen Auswirkungen könnten fetale Schädigungen auf die Herden haben?

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This article was originally published by Die Zeit.

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