
Christian Bruch, Chef von Siemens Energy, kritisiert die AfD-Wirtschaftspolitik für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt als "dramatisch falsch" und warnt vor Schäden für den Wirtschaftsstandort Deutschland durch Forderungen nach Rückkehr zu Kohle und Atomkraft sowie Angriffen auf demokratische Strukturen.
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Vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt äußern sich führende Manager kritisch zur AfD-Wirtschaftspolitik, insbesondere zu deren Plänen für eine Rückkehr zu Kohle und Atomkraft sowie deren Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Deutschland.
Die AfD wirbt in ihrem Programm für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt für eine Rückkehr zu Vergangenem, unter anderem Atomkraft und Kohle. Der Chef von Siemens Energy hält diese Botschaft für "dramatisch falsch". Er fürchtet um den Wirtschaftsstandort.
Vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt warnt der Chef des Dax-Konzerns Siemens Energy mit Nachdruck vor der Wirtschaftspolitik der AfD. Das Programm der Partei, die unter anderem eine Rückkehr zu Kohle und Atomkraft fordert, sei schlecht für den Wirtschaftsstandort Deutschland und greife teilweise demokratische Strukturen an, sagte Christian Bruch im Interview. "Das halte ich für absolut kritisch."
Bruch betonte: "Unser Unternehmen und unsere deutschen Arbeitsplätze sind davon abhängig, dass wir exportieren, dass wir auch internationale Fachkräfte nach Deutschland holen und dass sich ausländische Investoren auf politische Stabilität verlassen können. Und wenn das nicht passiert, dann ist es für den Wirtschaftsstandort Deutschland nachteilig." Er blicke daher mit großer Sorge auf die Wahl in Sachsen-Anhalt. Der Verfassungsschutz stuft die AfD in dem Bundesland als gesichert rechtsextrem ein.
Bruch bedauerte, dass es der Politik bisher nicht gelungen sei, Kompromisse zu finden, in denen sich der Großteil der Bevölkerung wiedergefunden habe. "Das ist absolut eine kritische Situation." Doch die AfD sende mit ihrer Vision, in der sie eine Rückkehr zu früheren Erfolgen Deutschlands zeichnet, eine "dramatisch falsche Botschaft". Bruch sagte: "Ich sehe die AfD nicht veränderungsaffin, sondern nostalgisch, um es mal freundlich auszudrücken."
"Die Menschen unterschätzen, mit welcher Geschwindigkeit sich andere Länder verändern", sagt Bruch. "Wir müssen Veränderung endlich als Chance begreifen. Nostalgische Politik wirft uns immer weiter zurück."
Diskussionen um eine Rückkehr zur Nukleartechnologie seien in Deutschland "müßig in einem energiepolitisch hervorragend vernetzten Europa, in dem es nun mal Kernkraftwerke in Frankreich gibt oder in Tschechien oder anderswo gebaut werden" sagte Bruch. Er halte die energiepolitischen Aussagen, die er im AfD-Programm lese, "nicht für sinnvoll".
Was andere Top-Manager sagen
Zuletzt hatten wiederholt Top-Manager vor den Wirtschaftsplänen der AfD gewarnt. "Populistische Parteien geben vor, einfache Antworten zu haben", sagte etwa Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing vor wenigen Tagen in Frankfurt. "Tatsächlich propagieren sie Konzepte, die den Grundlagen unseres Erfolgs entgegenstehen: Offenheit, Vielfalt, ein starkes Europa, verlässliche Institutionen und internationale Zusammenarbeit."
Mit Blick darauf, dass auch eine absolute Mehrheit für die AfD laut Umfragen nicht ausgeschlossen ist, sagte Sewing, er hoffe "persönlich darauf, dass das nicht passiert". Aus Gesprächen mit Investoren wisse er, dass viele große Sorge haben vor einem solchen Wahlausgang. "Die Wahlen treffen auf eine polarisierte Gesellschaft und eine politische Mitte unter Druck", sagte Sewing. "Das Ergebnis kann die politischen Verhältnisse in Ländern, Parteien und Bundesregierung weiter verkomplizieren."
Bundesbank-Präsident Joachim Nagel warnte vor dem Erstarken populistischer Parteien wie der AfD. "Es gibt Menschen in Deutschland, die vorgeben, Patrioten zu sein, und gleichzeitig vorschlagen, den Euro aufzugeben", sagte Nagel jüngst der französischen Zeitung "Le Monde". "Ich muss daran erinnern, dass Deutschland dank der Einheitswährung enormen Wohlstand erlangt hat - genau wie Frankreich und die gesamte Währungsunion."
Bereits vor Monaten hatte Bahlsen-Chef Alexander Kühnen sich klar von der AfD und ihren Positionen abgegrenzt. "Wir brauchen Fachkräfte, wir brauchen offenen Handel in Europa, wir brauchen stabile wirtschaftliche Rahmenbedingungen", sagte Kühnen. "Vor diesem Hintergrund ist die AfD für mich keine Alternative - weder unternehmerisch noch persönlich."
AI outlook — possibilities, not facts
Die AfD könnte bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt stärkere Ergebnisse erzielen als in früheren Wahlen.
Possible · Within days
Weitere Top-Manager werden öffentlich kritische Stellungnahmen zur AfD-Wirtschaftspolitik abgeben.
Likely · Within weeks

The state elections in Saxony-Anhalt raise questions: Can right-wing extremists govern a federal state? Is a coalition between the CDU and the Left possible? What role do the Greens play? The article analyzes the political situation before the election on September 6th, 2026.

Monika Schnitzer, head of the economists, warns that the AfD's participation in government in Saxony-Anhalt could deter skilled workers and prevent investments. This is particularly problematic because many workers will be retiring in the next few years and an influx from outside is necessary. A current survey sees the AfD at 41 percent ahead of the state elections on Sunday.
Siemens Energy boss Christian Bruch criticizes the AfD's economic policy as harmful to Germany as a location and warns of its impact on Saxony-Anhalt. Experts such as Monika Schnitzer and Michael Hüther see economic and democratic risks in an AfD election victory, while AfD top candidate Ulrich Siegmund is aiming for a stable majority in the state parliament.
In Saxony-Anhalt, the AfD, which is classified as right-wing extremist by the Office for the Protection of the Constitution, is leading the state election polls with over 40 percent. At the same time, the hacker group Rhysida published 5.8 terabytes of data on the dark web following a cyber attack on the Berlin administration after the city failed to pay the ransom. The ZEIT podcast also presents the most interesting and absurd gadgets from the IFA.
In the state elections in Saxony-Anhalt, the AfD could aim to participate in government for the first time in Germany since the Second World War. The CDU is faced with the decision of whether to break a taboo and work with the AfD or the Left Party or to fall apart because of it. The election is seen as pointing the way for the entire Federal Republic.
Monika Schnitzer, chairwoman of the expert council for assessing overall economic development, warns of the economic consequences of a possible AfD participation in the government in Saxony-Anhalt. She sees the state's attractiveness for skilled workers and companies at risk, particularly due to demographic change and the loss of immigration from abroad. Reint Gropp from IWH Halle also expressed similar concerns about unfilled positions and loss of prosperity.