Slowakischer Masseur fährt bei Straßenrad-WM wegen Personalnot
Quick Look
- Der Masseur der slowakischen Nationalmannschaft, Vladimir Kováčik, sprang bei der Straßenrad-WM der Männer in Montreal als letzter Ausweg ein, nachdem zwei Teamkollegen verletzt ausfielen und ein dritter keine Teamfreigabe erhielt.
- Er fuhr etwa 100 Kilometer mit dem Feld, bevor er aus dem Rennen genommen wurde.
- Der Sieg ging an Brandon McNulty aus den USA.
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Why It Matters
Die Slowakei hatte aufgrund von Verletzungen und fehlenden Teamfreigaben keinen Fahrer für die Straßenrad-WM der Männer in Montreal stellen können. Eine Meldefrist war bereits abgelaufen, sodass eine Nachnominierung nicht mehr möglich war.
Der Masseur der slowakischen Nationalmannschaft, Vladimir Kováčik, ist aus Personalnot bei der Straßenrad-WM der Männer in Montreal angetreten. »Das ist der Traum eines jeden Fahrers. Und ich bin nur ein Masseur. Das ist verrückt«, sagte der 28-Jährige. »Unsere Fahrer konnten nicht kommen, weil sie verletzt sind oder aus anderen Gründen. Also war ich unsere letzte Option.«
Zwei Slowaken fielen verletzt aus, ein Dritter erhielt keine Erlaubnis seines Teams. Hätte der Verband keinen Starter gestellt, hätte das Konsequenzen für die Olympiaqualifikation haben können. Der Weltverband UCI hätte die nationalen Meisterschaften zurückstufen können, sodass Fahrer dort nur halb so viele Punkte für Los Angeles 2028 sammeln könnten. Der Start von Kováčik war somit eine reine Formalität.
Da eine Meldefrist abgelaufen war, konnte die Slowakei keinen Fahrer mehr nominieren. »Vor ein paar Tagen haben wir das beschlossen«, sagte Kováčik vor dem 273,4-Kilometer-Rennen. Und: »Es ist das Rennen meines Lebens. Ich mache das für den slowakischen Radsport.«
Ein wenig Sorge hatte er vor dem Einsatz offenbar schon: »Form? Es gibt keine Form. Ich trainiere ein wenig, aber wie ein Amateur.« In den sozialen Medien wurde der Masseur als »Held« und »Legende« gefeiert.
Kováčik bestritt sein letztes Rennen 2017. In Montreal hielt er am Sonntag gut hundert Kilometer mit dem Feld mit. Dann nahm ihn die Jury wie andere abgehängte Fahrer aus dem Rennen, als es auf die schweren Schlussrunden zuging.
Das Rennen gewann Brandon McNulty (USA) in 6:17:04 Stunden. Dahinter folgten Michael Matthews (Australien) und Mathieu van der Poel (Niederlande). Am Vortag fand das WM-Radrennen der Frauen statt: Dabei siegte Demi Vollering aus den Niederlanden. Mehr dazu – und dem folgenreichen Massensturz – erfahren Sie hier.
Open Questions
- Warum erhielten die anderen slowakischen Fahrer keine Teamfreigabe?
- Welche konkreten Konsequenzen hätte die Nichtstellung eines Starters für die Olympiaqualifikation gehabt?


