Eine neue Metaanalyse zeigt, dass schmerzhafte Sonnenbrände, insbesondere in der Kindheit, das Risiko für kutane Plattenepithelkarzinome deutlich steigern.
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Eine Metaanalyse von 17 Studien mit 321.000 Teilnehmern untersuchte den Zusammenhang zwischen Sonnenbrand und weißem Hautkrebs. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal JAMA Dermatology veröffentlicht.
Das Bild vom krebsroten Touristen am Strand im Sommerurlaub kennt fast jeder. Und wenn du an deine Kindheit zurückdenkst, hast du vielleicht auch schon einmal in deinem Leben die schmerzhafte Erfahrung eines Sonnenbrandes durchgemacht. Danach gab es tagelang das Gefühl von sich schälender Haut und viel After-Sun-Lotion inklusive.
Doch wie schlimm sind die Folgen durch UV-Strahlen verletzter Haut wirklich? Ein US-amerikanisches Forschungsteam hat dafür insgesamt 17 Studien mit über 321.000 Teilnehmern ausgewertet. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Mediziner im Fachjournal „JAMA Dermatology“ und kamen zu dem Ergebnis: Bereits ein schmerzhafter Sonnenbrand erhöht das Risiko für ein kutanes Plattenepithelkarzinom, eine häufige Form von weißem Hautkrebs, signifikant.
Sonnenbaden: Die UV-Strahlen schaden nicht nur der Haut, sondern auch den Zellen. Genauer gesagt der DNA in den Hautzellen – und könnten so langfristig Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Dafür durchsuchte das Team Tausende veröffentlichte Studien. Schließlich berücksichtigten die Forscher 17 Studien für ihre Metaanalyse. Dabei stellten sie fest: Menschen, die im Laufe ihres Lebens mehrere Male einen schmerzhaften, blasenbildenden oder schweren Sonnenbrand erlitten haben, hatten ein um 51 Prozent höheres Risiko für weißen Hautkrebs als Menschen ohne solche Vorerfahrungen. Bei Menschen, die häufig ihre Haut beim Sonnen verbrannt haben, war das Risiko sogar um 69 Prozent höher.
Das bedeutet für dich: Deine Haut ist nach ein paar Tagen vielleicht wieder verheilt, deine DNA hat durch die gefährliche UVA- sowie UVB-Strahlung aber nachhaltige Schäden davongetragen. Welche Auswirkungen das haben kann, erklärt die Onkologin Adrienne Victor vom Wilmot Cancer Institute der Universität Rochester in einer Mitteilung: „Wenn der Körper diese Schäden repariert, kann es manchmal zu Fehlern kommen. Im Laufe der Zeit können sich diese Mutationen ansammeln und zur Entstehung von Hautkrebs beitragen.“
Doch erhöht wirklich der Sonnenbrand das Hautkrebs-Risiko oder liegt es an der Sonneneinstrahlung an sich? Diese Frage abschließend zu beantworten sei, so schreiben die Dermatologen in ihrer Metastudie, nicht ganz so einfach: „Die Unterscheidung zwischen chronischer UV-Exposition und Sonnenbrand ist aufgrund möglicher Überschneidungen schwierig – Personen mit mehr Sonnenbränden weisen möglicherweise auch eine stärkere chronische Exposition auf.“ Um der Ursache dennoch genauer auf den Grund zu kommen, nutzen die Forscher Daten, die – soweit möglich – um Alter, Geschlecht, Hautfarbe und Hautempfindlichkeit bereinigt worden waren.
Auffallend war, dass häufige schwere Sonnenbrände in der Kindheit mit einem bis zu dreimal höheren Risiko für die Entwicklung eines weißen Hautkrebses verbunden waren. Selbst wenige schwere Sonnenbrände scheinen den Daten nach auszureichen. Die Aussagekraft einiger dieser Studien ist allerdings eingeschränkt, da sie teilweise nur auf der subjektiven Erinnerung der Befragten basieren. Dennoch betonen Studienleiter Isaac Weber vom Institut für Gesundheitsdienstleistungsforschung am MD Anderson Cancer Center der Universität von Texas in Houston und seine Kollegen, dass die Ergebnisse belegen, wie wichtig Sonnenbrandprävention bereits für Kinder und Jugendliche sei.
Frühere Metaanalysen, die andere Hautkrebsarten und die Vorgeschichte von Sonnenbränden untersuchten, kamen zu ähnlichen Ergebnissen. Je schwerer die Sonnenbrände in der Kindheit sind, desto größer ist das Risiko für ein Melanom oder ein Basalzellkarzinom. Das liegt auch daran, dass Kinder aus mehreren Gründen anfälliger sind: Kinder besitzen noch mehr pigmentbildende Hautzellen, halten sich häufiger in der Sonne auf und nutzen oftmals weniger regelmäßig Sonnencreme.
Dennoch spielen auch noch andere Faktoren eine Rolle, etwa die Genetik oder Lebensgewohnheiten wie das Rauchen, die ebenfalls das Hautkrebs-Risiko erhöhen können. Auch wer sich häufig in Solarien bräunt, erhöht das Melanomrisiko. Eine Studie aus dem Jahr 2025 legt nahe, dass regelmäßige Bestrahlung mit künstlichem UV-Licht für die Haut schädlicher sein könnte als die mit natürlichem Sonnenlicht.
Dennoch empfiehlt es sich generell, direkte Sonnen- und UV-Strahlung auf der Haut zu vermeiden. Einerseits, so empfehlen die Studienautoren, durch langärmlige Schutzkleidung und Sonnenhüte, andererseits durch Sonnenschutzmittel mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 30, besser noch 50 oder höher. Zudem sollte die Mittagssonne gemieden und der Schatten aufgesucht werden. Also: Immer schön den Sonnenschirm oder die Strandmuschel einpacken!

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