Strombedarf für Elektro-Lkw in Europa könnte bis 2045 auf über 200 TWh pro Jahr steigen
Quick Look
- Eine Studie des Fraunhofer ISI und des ICCT prognostiziert, dass der Strombedarf für batterieelektrische Lkw in Europa bis 2045 auf mehr als 200 Terawattstunden pro Jahr steigen könnte, wobei Deutschland mit bis zu 43 TWh den größten Anteil haben wird.
- Der Großteil des Ladens erfolgt im Depot und konzentriert sich auf bestimmte Verkehrskorridore und Logistikzentren.
AI-generated summary
Why It Matters
Die Studie analysiert zwei Szenarien für die Verbreitung batterieelektrischer Lkw in Europa: eines mit günstigen und eines mit ungünstigen politischen Rahmenbedingungen. Sie basiert auf Daten des Fraunhofer ISI und des ICCT.
Der Strombedarf für Elektro-Lkw in Europa könnte bis 2045 auf mehr als 200 Terawattstunden pro Jahr steigen. Im Jahr 2035 könnten es bereits rund 100 sein, wie eine Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI und des International Council on Clean Transportation (ICCT) ergibt. Die Zahlen beziehen sich auf ein Szenario mit günstigen politischen Rahmenbedingungen zur Verbreitung batterieelektrischer Lkw. In einem ungünstigen Szenario ist es nur rund ein Drittel.
Der größte Bedarf wird in Deutschland erwartet. Dort könnten im Jahr 2045 bis zu 43 Terawattstunden an Bedarf anfallen. Dahinter folgen Frankreich und Großbritannien mit rund 35 und 34 Terawattstunden.
Zum Vergleich: Laut Statistischem Bundesamt wurden vergangenes Jahr in Deutschland insgesamt 432 Terawattstunden an Strom erzeugt und ins Netz eingespeist. Eine Terawattstunden entspricht einer Milliarde Kilowattstunden.
Allerdings wird nur ein Bruchteil dieser Ladebedarfe unterwegs anfallen. In allen Ländern und Szenarien dominiere das Laden im Depot, heißt es von den Autoren. Zudem konzentriere sich der Ladebedarf «auf bestimmte Güterverkehrskorridore, Industriestandorte und Logistikzentren», wie Hauptautor Steffen Link vom ISI erklärt.
«Beim Ausbau der Infrastruktur und bei der Netzplanung sollten deshalb jene Gebiete im Mittelpunkt stehen, in denen der Bedarf besonders sicher und hoch ist. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die dafür notwendige Netzinfrastruktur mit dem raschen Umstieg auf batterieelektrische Lkw nicht Schritt hält.»
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Der Strombedarf für Elektro-Lkw in Europa wird bis 2045 mehr als 200 Terawattstunden pro Jahr erreichen unter günstigen politischen Rahmenbedingungen.
Possible · Within years
Deutschland wird bis 2045 den höchsten nationalen Strombedarf für Elektro-Lkw in Europa mit bis zu 43 Terawattstunden pro Jahr haben.
Likely · Within years
Open Questions
- Wie hoch sind die Investitionskosten für den Ausbau der Ladeinfrastruktur an den genannten Korridoren?
- Welche konkreten politischen Maßnahmen werden im günstigen Szenario vorausgesetzt?
- Wie unterscheidet sich der Strommix für das Laden der Lkw zwischen den Ländern?




