
Zweiter Tag in Folge mit Ausschreitungen vor dem Bildungsministerium in Albanien
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Die Proteste richten sich gegen Studiengebühren und schlechte Berufsperspektiven. Zudem besteht eine Verbindung zur 'Flamingo'-Bewegung, die den Rücktritt der Regierung fordert.
In der albanischen Hauptstadt Tirana hat es am zweiten Tag in Folge gewaltsame Proteste gegen die Bildungspolitik der Regierung gegeben. Studierende steckten Mülltonnen in Brand und rissen Absperrgitter vor dem Bildungsministerium nieder, wie örtliche Medien berichten.
Unterstützung bekamen sie von Gymnasiasten, die den Unterricht verließen und sich den Protesten anschlossen. Die oppositionelle Demokratische Partei von Ex-Staats- und Regierungschef Sali Berisha sagte Berichten zufolge ein Treffen der Parlamentsfraktion ab, um die Demonstranten ebenfalls zu unterstützen.
Schon tags zuvor war es bei Protesten zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen. Behörden meldeten mehrere Festnahmen und Dutzende Anzeigen. Demonstriert wurde vor allem wegen schlechter Berufsperspektiven, gegen Studiengebühren und die herrschenden Zustände an den Universitäten.
Am Dienstagnachmittag hatten zunächst mehrere Hundert Menschen friedlich vor dem Bildungsministerium demonstriert, wie das Portal a2news.com berichtete. Es folgten Ausschreitungen an mehreren Orten im Stadtzentrum, bei denen Berichten zufolge Geschäfte und Banken beschädigt wurden und der Sitz der Stadtverwaltung gestürmt wurde.
Die Polizei setzte Wasserwerfer, Tränengas und Schlagstöcke ein. Dabei soll es auch zu Übergriffen auf Unbeteiligte und zu unverhältnismäßiger Gewalt gekommen sein. Fünf Beamte wurden suspendiert, wie das Portal euronews.al berichtet.
Die neue Protestwelle verstärkt die anhaltende innenpolitische Krise in Albanien. Demonstranten der sogenannten "Flamingo"-Proteste fordern seit Mai den Rücktritt der Regierung von Ministerpräsident Edi Rama. Auslöser war ein umstrittenes Bauprojekt von Trump-Schwiegersohn Jared Kushner in einem Naturschutzgebiet.

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