Tesla setzt Security in Shuttlebussen zur Gigafabrik Grünheide ein
Nach chaotischen Zuständen und überfüllten Bussen begleitet nun Sicherheitspersonal die Shuttlebusse zur Gigafabrik. Werksleitung und Betriebsrat kritisieren zudem das Verhalten der Beschäftigten.
Quick Look
- Tesla setzt nach chaotischen Zuständen und überfüllten Shuttles zur Gigafabrik Grünheide Security-Personal in Bussen ein.
- Werksleitung und Betriebsrat fordern von der Belegschaft mehr Disziplin im Umgang mit freiwilligen Firmenleistungen.
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Why It Matters
Tesla setzt auf stark genutzten Shuttle-Linien zur Gigafabrik Grünheide Security-Personal ein, nachdem es in internen Chats Berichte über Gedränge und Rangeleien gab.
Nach dem erlebten Bus-Chaos fährt jetzt in den Shuttlebussen zur Gigafabrik Grünheide Security mit. Werksleitung und Betriebsrat nehmen zugleich die Beschäftigten in die Pflicht.
Grünheide. Der US-Elektroautobauer Tesla setzt auf den am stärksten genutzten Shuttle-Linien zu seiner Gigafabrik in Grünheide Sicherheitspersonal ein. Security fährt seit dieser Woche mit und soll zunächst für einige Wochen bleiben. Das kündigte Werksleiter André Thierig am Donnerstag auf einer Betriebsversammlung an.
Die Sicherheitskräfte sollen Beschäftigte und Busfahrer schützen. Auf der Verbindung zum Bahnhof Fangschleuse fährt zudem ein zusätzlicher Bus mit, dafür hat Tesla zwei weitere Fahrer eingestellt. Außerdem baut der Konzern sein Shuttle-System rund um den neuen Bahnhof um.
Anfang September hatten Beschäftigte in internen Chats von überfüllten Bussen, Gedränge und Rangeleien an den Haltestellen berichtet. In einem Shuttle Richtung Berlin zerbrach eine Scheibe. Ein Mitarbeiter schrieb: „Stellt verdammt noch mal Securitys hin, die wenigstens ein bisschen für Ordnung sorgen.“
Fragen des Handelsblatts ließ Tesla damals unbeantwortet. Intern kündigte ein Verantwortlicher ein Sicherheitskonzept an. Nun sagte Thierig, das Thema sei im internen Chat „explodiert“ und habe „sogar seinen Weg in die Zeitung gefunden“. Dem Handelsblatt richtete er „schöne Grüße“ aus.
Ausführlich ging es auf der Betriebsversammlung um das Verhalten der Beschäftigten. Betriebsratschefin Michaela Schmitz berichtete von Beschwerden, die seit Wochen eingingen. „Hier wird geschubst, gedrängelt, die Busfahrer werden angepöbelt, und am Ende kommen die durch, die am stärksten sind.“
Zurück blieben andere. „Unsere Gehörlosen, unsere weiblichen Mitarbeiter stehen draußen und warten auf den nächsten Bus, der dann in der Regel ein, zwei Minuten später kommt“, sagte Schmitz. „Also ich finde, so geht es nicht.“
Die kostenlosen Busse seien eine Zusatzleistung, zu der Tesla nicht verpflichtet sei. „Es ist ein Privileg für uns alle, kein Recht darauf.“ Ihren Appell weitete Schmitz auf das Verhalten außerhalb des Werksgeländes aus: „Man sollte gerade, wenn man mit Tesla-Klamotten unterwegs ist, ein entsprechendes Verhalten an den Tag legen.“
Thierig knüpfte unmittelbar daran an. „Der Weg zur Arbeit ist erst mal grundsätzlich in der Verantwortung des Arbeitnehmers und nicht in der Verantwortung des Arbeitgebers, ihn zu ermöglichen“, sagte er. Die Busse seien ebenso wie der frühere Gigatrain und das werkseigene Fitnessstudio „freiwillige Leistungen“.
Gerade im Gym sieht der Werksleiter Probleme. Mitarbeiter kletterten über die Drehkreuze, brächten eigene Lautsprecher mit, trainierten ohne Handtuch und posierten so vor dem Spiegel, dass sich andere gestörten fühlten. „Das ist einfach kein angemessenes Verhalten.“
Wenn die Belegschaft mit den Einrichtungen nicht verantwortungsvoll umgehe, „egal ob es das Gym ist oder auch die Busse sind“, werde Tesla reagieren. „Dann müssen wir uns überlegen, welche Änderungen wir vornehmen müssen“, sagte Thierig. „Denn das können wir als Arbeitgeber nicht tolerieren.“
Auch bei anderen Themen fiel dieser Ton. Schmitz nannte den Zustand mancher Ecken auf dem Gelände „eine riesengroße Sauerei“. Auf die Frage nach mehr Ladesäulen verwies ein Manager auf hohe Kosten und auf Beschäftigte, die trotz 80 Prozent Akku luden oder die Ladeplätze als Schattenparkplätze nutzten. Das sei „in erster Linie auch eine Verhaltensfrage“.
Zugleich baut Tesla den Werksverkehr um. Am Bahnhof Fangschleuse soll kommende Woche ein eigener Busbahnhof öffnen. Beschäftigte passieren dann schon dort ein Tesla-Drehkreuz, Shuttles bringen sie direkt vor ihre Halle statt zum Südparkplatz.
Die Fahrpläne sollen sich künftig danach richten, wann die Busse tatsächlich genutzt werden, und nicht nur nach den Schichtwechseln. Viele Beschäftigte nähmen einen früheren Bus, um vor der Schicht ins Fitnessstudio zu gehen. „Klar, sie wollen vor der Arbeit ins Gym, das verstehe ich auch“, sagte Thierig.
Der interne Chatbot „Gigamate“ berechnet inzwischen die Verbindung von der Haustür bis zur Halle und zeigt per GPS, wo der Bus gerade ist. Dass Regionalzüge zuletzt teils nicht in Fangschleuse hielten, liege nicht in Teslas Verantwortung. Man lese den internen Transport-Chat mit, wünsche sich dort aber einen respektvollen Ton. „Es bringt nichts, einfach nur zu schimpfen.“
Tesla stellt für den Hochlauf des Werks weiter ein. Für die erste Stufe auf 6200 Fahrzeuge pro Woche hat das Werk nach Angaben der Werksleitung bereits 1000 Beschäftigte eingestellt. Für den Schritt auf wöchentlich 7500 Fahrzeuge ab Oktober sollen noch einmal rund 1000 Arbeitsplätze hinzukommen. Etwa die Hälfte davon sei bereits eingestellt. Etwa jeder zweite Beschäftigte kommt laut Tesla mit dem Nahverkehr zur Arbeit.
Im internen Chat hatte ein Beschäftigter die Lage schon am vierten September auf einen Satz gebracht. „Es ist eine tägliche Eskalation.“ Das Sicherheitspersonal soll nach Thierigs Worten nun auch helfen zu verstehen: „Was ist denn eigentlich wirklich das Problem?“
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Eröffnung eines eigenen Busbahnhofs am Bahnhof Fangschleuse in der kommenden Woche
Very likely · Within days
Open Questions
- Wie lange wird das Sicherheitspersonal in den Bussen im Einsatz bleiben?
- Werden die neuen Buskapazitäten langfristig ausreichen?






