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Vor der Corona-Pandemie galten zehn Kinderkrankentage pro Elternteil und Jahr, aktuell sind es nach Verlängerungen 15 Tage.
Ein Auslaufen der 15-Tage-Regelung für Kinderkrankentage hat Thüringens Gesundheitsministerin Katharina Schenk (SPD) als falsches Signal kritisiert. «Familienfreundlichkeit darf sich nicht daran messen, was für die Wirtschaft gerade am bequemsten ist», sagte Schenk.
Zuvor hatte Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann signalisiert, dass die Regelung nicht verlängert werden soll. «Das ist eine Regel, die wir eingeführt haben während Corona», sagte der CDU-Politiker in der Regierungsbefragung im Bundestag. Er fügte hinzu, dass die Politik gut daran tue, «dass Sonderregeln, die es zu Corona gab, wieder zurückgenommen werden».
Vor der Corona-Pandemie galten zehn Kinderkrankentage pro Elternteil und Jahr, aktuell sind es nach mehrmaligen Verlängerungen der Festlegungen in der Pandemie noch 15 Tage.
Viele schöpfen Regelung nicht aus
Schenk wies darauf hin, dass «allermeisten Eltern» die 15 Tage nicht ausschöpften. Zuletzt sei die Inanspruchnahme sogar zurückgegangen. Im vergangenen Jahr entfielen auf einen eingereichten Kinderkrankenfall im Durchschnitt einmal 2,5 Tage, rechnete die Ministerin vor. «Man darf also die Frage stellen: Wozu braucht es jetzt dieses Signal des Misstrauens gegenüber Eltern?»
Die Linke-Sozialpolitikerin Lena Saniye Güngör sagte, nur weil die Kinderkrankentage aufgebraucht sind, ist ein fieberndes Kind nicht gesund. «Eltern dieses Geld streichen zu wollen, ist ein unwürdiger Versuch, unsoziale Sparmaßnahmen dort durchzudrücken, wo das System ohnehin schon auf Kante genäht ist und es vor allem Frauen sind, die die negativen Folgen ausbaden müssen», sagte Güngör. Sie forderte eine dauerhafte Sicherung der aktuellen Zahl an Kinderkrankentagen.
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