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Die Federal Reserve steht unter politischem Druck, da Präsident Trump niedrige Zinsen fordert und Zentralbanker von politischen Motiven beschuldigt. Trotz mehrjähriger Verfehlung des Inflationsziels hat Trump bisher keine öffentlichen Angriffe auf Warsh gestartet.
Keine Rede in Jackson Hole ändert etwas an der Tatsache, dass im Weißen Haus ein Präsident sitzt, der glaubt, einen Anspruch auf niedrige Leitzinsen zu haben. Donald Trump ist zugleich der Überzeugung, einige Zentralbanker strafften die Geldpolitik nur, um ihm politisch zu schaden. Deshalb bleibt die Frage nicht, wie der Chef der Federal Reserve, Kevin Warsh, jüngste Inflationsdaten deutet und kommuniziert. Hier hat er mit seiner Jackson-Hole-Rede Märkte und Analysten beruhigen können, die nach Warshs ersten Auftritten schockiert waren.
Warshs wahre Herausforderung kommt, wenn die Daten eine Leitzinserhöhung nahelegen und er Attacken aus dem Weißen Haus standhalten muss. Wird er das, will er das, kann er das?
Trump hält noch still
Vor den Zwischenwahlen finden noch zwei Federal-Reserve-Sitzungen zur Geldpolitik statt. Die Botschaft der Trump-Regierung für die Wahlen lautet, dass der Präsident die Vereinigten Staaten – nach Jahren des von Demokraten und „globalistischen“ Republikanern bewirkten Niedergangs – das Goldene Zeitalter eingeleitet hat, das keine Eintrübungen verträgt – schon gar nicht von querschießenden Zentralbankern.
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Bisher noch hat Trump stillgehalten und seine Äußerungen auf die Aussage beschränkt, dass Warsh eine vorzügliche Arbeit verrichte. Die Gnade erlaubt er sich, weil die Federal Reserve die Leitzinsen noch nicht angehoben hat. Trump ist es schnuppe, dass die Federal Reserve ihr Inflationsziel von zwei Prozent seit mehr als fünf Jahren verfehlt hat, während die Teuerung zuletzt vorwiegend im Dienstleistungssektor leicht zulegte.
Trump hält sich auch nicht mit dem Gedanken auf, dass die von ihm hemmungslos fortgesetzte unverantwortliche Haushaltspolitik die Wirkung der Geldpolitik einschränkt. Wenn der Staat immer mehr Geld leiht, treibt das die Zinsen und setzt die Federal Reserve unter Druck, die Leitzinsen niedrig zu lassen, um die öffentlichen Finanzen nicht zu destabilisieren.
Vielleicht kann Warsh sich rausreden. Vielleicht erlaubt die Wirtschaftslage, die außerhalb der Künstliche-Intelligenz-Sektoren weniger rosig aussieht, eine Zinsanhebung aufzuschieben. Und vielleicht erweist sich Warsh doch als unabhängiger Geist, an dem Attacken abperlen.
AI outlook — possibilities, not facts
Kevin Warsh wird einer Leitzinserhöhung zustimmen, wenn die Inflationsdaten es erfordern
Possible · Within weeks
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