Trump fordert Stopp ukrainischer Angriffe auf russische Raffinerien
Quick Look
- US-Präsident Donald Trump hat die Ukraine aufgefordert, Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen, um die Dieselknappheit in den USA zu bekämpfen.
- Gleichzeitig eskaliert der Konflikt im Jemen, wobei Huthi-Milizen die Meerenge Bab al-Mandab kontrollieren und Ölinfrastruktur in Saudi-Arabien angreifen, was globale Ölpreise in die Höhe treiben könnte.
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Why It Matters
Seit Monaten greift die Ukraine russische Energieinfrastruktur an, nachdem Russland die Ukraine angegriffen hat. Der Jemenkonflikt eskaliert seit 2026, wobei Huthi-Milizen wichtige Seewege kontrollieren und Ölanlagen angreifen.
US-Präsident Donald Trump hat von der Ukraine verlangt, die Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen. Trump sagte am Sonntag bei seinem Besuch in Irland, der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj müsse »aufhören, den Dieselkraftstoff in Russland lahmzulegen«. Selenskyj könne »andere Ziele« angreifen, aber keine Raffinerien zur Herstellung von Diesel, »weil er eine Dieselknappheit verursacht«.
Als Reaktion auf massive russische Raketen- und Drohnenangriffe greift die Ukraine seit Monaten gezielt Energieinfrastruktur in Russland an und nimmt dabei unter anderem Raffinerien und Öldepots ins Visier.
Hintergrund von Trumps Forderung ist möglicherweise der gestiegene Dieselpreis in den USA: Er lag nach Angaben des US-Automobilclubs AAA am Freitag erstmals über sechs Dollar pro Gallone (5,22 Euro für 3,8 Liter). Ähnlich hoch war der Dieselpreis zuletzt im Juni 2022 mit 5,82 Dollar pro Gallone. Damals hatte der russische Angriff auf die Ukraine die Energiepreise deutlich in die Höhe getrieben.
Angriff auf zentrale Ölpipeline in Saudi-Arabien
Seit Februar 2026 hat der US-israelische Krieg gegen Iran die Öl- und Gasmengen auf dem Weltmarkt deutlich verknappt. Diesel ist nach Angaben der Internationalen Energie-Agentur (IEA) besonders betroffen, weil Raffinerien in den Golfstaaten sowie in Russland beschädigt sind.
Trump behauptete nun, die Dieselknappheit sei nicht auf den Irankrieg zurückzuführen. »Das kommt nicht aus dem Nahen Osten«, sagte er in Irland. »Das ist eine Folge dessen, was mit Russland und der Ukraine passiert.«
Derweil spitzt sich die Lage im Nahen Osten zu, so dass Experten und Analysten steigende Benzinpreise weltweit befürchten. Nach der seit Monaten geschlossenen Straße von Hormus ist mit der Meerenge Bab al-Mandab ein weiterer wichtiger maritimer Handelsweg vor einer möglichen Schließung bedroht. Der Grund: Die verstärkten Angriffe der aus Iran unterstützten jemenitischen Huthi-Milizen auf die Ölinfrastruktur in Saudi-Arabien.
Am Freitag hatten Drohnenangriffe zu einer vorläufigen Stilllegung einer wichtigen Ölpipeline in Saudi-Arabien geführt. Ob die Huthis auch hinter diesen Attacken stecken, ist bisher unklar.
Seit Samstag hat die Huthi-Miliz ihre Angriffe auf Saudi-Arabien verstärkt. Die Miliz habe einen Armeestützpunkt im Süden Saudi-Arabiens mit Drohnen und Raketen angegriffen, erklärte der Huthi-Sprecher Jahja Saree am Sonntag im Onlinedienst X. Nach Uno-Angaben flohen in den vergangenen Tagen mehr als 2000 Menschen aus dem Jemen ins benachbarte Dschibuti.
Die Huthi-Miliz hatte in zuletzt eine groß angelegte Offensive gestartet und bei Kämpfen gegen die jemenitischen Regierungstruppen die gesamte Küste am Roten Meer erobert. Nach Angaben der jemenitischen Regierung kontrolliert die Miliz nun die für den Welthandel wichtige Meerenge Bab al-Mandab, die den Golf von Aden mit dem Roten Meer verbindet.
Der Angriff auf den saudi-arabischen Stützpunkt Scharurah habe »Waffendepots sowie Kommando- und Kontrollzentren« gegolten, erklärte Huthi-Sprecher Saree. Die Huthis kontrollieren bereits weite Teile des Jemen, darunter die Hauptstadt Sanaa. Die Miliz hatte Ende Juli eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt und seither saudi-arabische Öltanker im Roten Meer sowie Ölanlagen in dem Königreich angegriffen. Saudi-Arabien unterstützt die jemenitischen Regierungstruppen im Kampf gegen die Huthis.
»Auch uns wird das wieder an der Tankstelle ereilen«
Auf die Angriffe aus dem Jemen reagierte Saudi-Arabien unterdessen mit zahlreichen Luftangriffen, wobei nach Huthi-Angaben auch der Flughafen der Hafenstadt Mocha getroffen wurde. Die Huthis hatten zuvor auch Mocha unter ihre Kontrolle gebracht.
Der Konflikt könnte für Saudi-Arabien und die Weltwirtschaft dramatische Folgen haben: Insider und Analysten zufolge drohen dem Land große Verluste bei seinem Ölexport, falls die wichtige Ölpipeline nicht binnen weniger Tage wieder in Betrieb geht.
Der Sicherheitsexperte Moritz Brake sagte in einem Interview mit dem MDR , die Folgen einer möglichen Sperrung der Meerenge Bab al-Mandab würden auch Deutschland erreichen: Dann wäre »der globale Ölmarkt« betroffen, »mit allen Effekten auf alle Teilnehmer dieses Marktes«. Brake weiter: »Auch uns wird das wieder an der Tankstelle ereilen.« Manche Analysten wie Hamad Hussain von der Beratungsfirma Capital Economics erwarten einen Anstieg des Ölpreises auf 120 US-Dollar pro Barrel; das entspreche etwa dem Rekordpreis im April dieses Jahres.
Nach Angaben der Uno sind seit Juli 2026 wegen des Konflikts im Jemen mindestens 76.000 Menschen vertrieben worden. Mehr als 70.000 von ihnen seien seit Anfang September in die Flucht getrieben worden, teilte die Internationale Organisation für Migration am Sonntag mit. Allein seit Donnerstag seien mehr als 2000 Menschen mit Booten nach Dschibuti geflohen.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Der Ölpreis könnte auf 120 US-Dollar pro Barrel steigen.
Possible · Within weeks
Mehr als 2000 Menschen könnten weiterhin täglich aus dem Jemen nach Dschibuti fliehen.
Likely · Within weeks
Open Questions
- Wird die Ukraine den Angriff auf russische Raffinerien einstellen?
- Wie lange wird die Ölpipeline in Saudi-Arabien stillgelegt bleiben?
- Welche Maßnahmen plant die internationale Gemeinschaft gegen die Huthi-Angriffe?
- Wie werden die steigenden Ölpreise die globale Wirtschaft beeinflussen?





