Türkei kündigt baldige Inbetriebnahme des ersten Atomkraftwerks Akkuyu an
Der türkische Energieminister Alparslan Bayraktar bestätigt die Testphase des ersten Reaktors, während Präsident Erdogan weitere Projekte plant.
Quick Look
- Der türkische Energieminister Alparslan Bayraktar kündigte die baldige Inbetriebnahme des ersten Atomkraftwerks Akkuyu an.
- Das von Rosatom gebaute Werk soll zehn Prozent des türkischen Energiebedarfs decken.
- Präsident Erdogan plant bereits weitere AKW-Projekte.
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Why It Matters
Das AKW Akkuyu ist ein gemeinsames Projekt der Türkei und Russlands, das 2010 vertraglich vereinbart wurde. Es soll nach Fertigstellung etwa zehn Prozent des türkischen Strombedarfs decken.
Mit Unterstützung des russischen Staatskonzerns Rosatom steht nun das erste AKW in der Türkei. Einige Fragen, wie etwa die des Endlagers, sind allerdings bisher ungeklärt.
Ankara. Der türkische Energieminister hat die baldige Inbetriebnahme des ersten Atomkraftwerks Akkuyu angekündigt. Derzeit befinde sich der erste Reaktor der Anlage in einer intensiven Testphase, sagte Minister Alparslan Bayraktar laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu bei der Vorstellung des Prüfberichts der türkischen Energiepolitik, der gemeinsam mit der Internationalen Energieagentur (IEA) erstellt wurde.
Vergangene Woche hatte Präsident Recep Tayyip Erdogan bei einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über den Ausbau der gemeinsamen Atomenergieprojekte gesprochen. Das erste türkische AKW entsteht nahe dem Dorf Akkuyu in der Mittelmeer-Provinz Mersin.
Im Mai 2010 hatten die Regierungen in Ankara und Moskau dazu ein Abkommen unterzeichnet. Federführend ist der russische Staatskonzern Rosatom. Der erste von vier Reaktoren sollte ursprünglich bereits 2025 in Betrieb gehen, die Gesamtkosten des Werks werden auf 20 Milliarden US-Dollar (17,2 Milliarden Euro) geschätzt. Nach seiner Fertigstellung soll das AKW rund zehn Prozent des türkischen Energiebedarfs decken – in etwa der Verbrauch der Millionenmetropole Istanbul.
Bei einem Treffen zwischen Präsident Putin und Präsident Erdogan auf dem Gipfeltreffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit in Kirgistan vergangene Woche kündigte Erdogan an, dass mit der Eröffnung des Akkuyu-AKW auch erste Schritte zur Inbetriebnahme weiterer Kraftwerke unternommen würden. „Wir befinden uns mitten in diesen Vorbereitungen“, sagte Erdogan.
Die Türkei erklärt den Ausbau der Atomenergie mit dem Ziel der Dekarbonisierung ihrer Energieproduktion. Gleichzeitig ist das Land stark abhängig von Energieimporten. Die oppositionsnahe Nachrichtenagentur Anka meldete unter Bezug auf Vertreter des Energieministeriums, dass der Bau eines Lagers für den anfallenden Atommüll im Bezirk Polatli bei der Hauptstadt Ankara geplant sei. Das Zentrum solle spätestens 2035 in Betrieb genommen werden. Von staatlicher Seite wurden der Bau bisher nicht bestätigt.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Inbetriebnahme weiterer Kraftwerke nach Akkuyu
Likely · Within years
Open Questions
- Wann genau erfolgt die offizielle Inbetriebnahme?
- Wie wird die Endlagerung des Atommülls rechtlich und technisch geregelt?






