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Im Rahmen der Energiewende setzt Deutschland auf erneuerbare Energien. Dabei werden auch dezentrale Erzeuger stärker genutzt. Gleichzeitig steigt die Sorge vor Angriffen auf kritische Infrastruktur wie das Stromnetz.
Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) hat nach mehreren Angriffen auf das Stromnetz in Deutschland ein »Back-up-System für Notfälle« gefordert. Zuvor waren in Brandenburg und in Nordrhein-Westfalen Stromversorgungsanlagen gestört worden, bei denen die Polizei von Straftaten ausgeht.
Zwar gebe es keinen vollständigen Schutz vor derartigen Angriffen, sagte BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser der Rheinischen Post. »Aber wir können in der aktuellen Phase der Energiewende bewusster darauf achten, die Risiken zu minimieren, und unsere Energieversorgung so aufstellen, dass mögliche Angriffe früher entdeckt werden und geringere Auswirkungen haben.« Viele kleinere, dezentrale Erzeuger könnten hierfür ein wichtiger Baustein sein.
Bioenergie und Wasserkraft seien beispielsweise schwarzstartfähig, sagte Heinen-Esser der Zeitung. Das heißt, sie könnten etwa nach einem Stromausfall ohne externe Stromversorgung schnell wieder hochgefahren werden. »Auch Batteriespeicher können im Ernstfall kurzfristig einspringen und günstigen Strom bereitstellen.«
Zwei Angriffe auf die Stromversorgung
Innerhalb kürzester Zeit hatte es in dieser Woche sowohl einen Angriff auf die Stromversorgung des Umspannwerks Turnow-Preilack in Südbrandenburg als auch eine Störung an einem Umspannwerk in Bergheim bei Köln gegeben. In der Nähe beider Orte wurden nach Angaben der Behörden Abschussvorrichtungen und Pyrotechnik gefunden, die womöglich bereits vor längerer Zeit dort installiert worden waren. Die Ermittler gehen davon aus, dass beide Vorfälle auf verfassungsfeindliche Sabotage zurückzuführen sind.
Nach Angriffen auf Umspannwerke in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen fordert der Bundesverband Erneuerbare Energien ein Backup-System für Notfälle im Stromnetz. Bioenergie, Wasserkraft und Batteriespeicher könnten bei Blackouts schnell hochgefahren werden. Die Verbände warnen vor verfassungsfeindlicher Sabotage und fordern strengeren Schutz kritischer Infrastrukturen sowie angepasste Datenschutzbestimmungen für Kameraüberwachung.

Tobias Paulun, Chef der Energiebörse EEX, warnt vor dem Einsatz von Reservekraftwerken zur Senkung der Strompreise. Er befürchtet Marktverzerrungen und Vertrauensverlust. Unionspolitiker Sepp Müller fordert hingegen deren Nutzung, um Gas zu sparen und Preise zu decken.
Die EU-Kommission hat ein deutsches Förderpaket von bis zu 35 Milliarden Euro für den Bau neuer Gaskraftwerke ab 2031 genehmigt. Die Maßnahme soll die Versorgungssicherheit gewährleisten, wenn Wind- und Sonnenenergie nicht ausreichen. Finanziert wird dies über eine Umlage.

Nach einem Anschlag auf ein Umspannwerk in Bergheim bei Köln hat RWE fünf Kraftwerksblöcke im Rheinischen Revier vom Netz genommen. Dies führte zum Ausfall von 4200 MW Kapazität, wobei die Wiederinbetriebnahme der Blöcke gestaffelt bis zum Wochenende erfolgt.

Die EU-Kommission hat grünes Licht für eine deutsche Milliardenförderung von bis zu 35 Milliarden Euro für neue Gaskraftwerke gegeben. Ziel ist die Sicherung der Energieversorgung durch 11 Gigawatt Kapazität, die bis 2045 auf Wasserstoffbetrieb umgestellt werden sollen.

Die EU-Kommission hat ein deutsches Förderprogramm über 35 Milliarden Euro für den Bau neuer Gaskraftwerke genehmigt. Die Anlagen sollen ab 2031 die Stromversorgung sichern und später auf Wasserstoff umgestellt werden. Finanziert wird das Vorhaben über eine Stromumlage.