Kiesewetter kritisiert Bundesregierung nach Drohnenanschlag in Leipzig als unzureichend
Quick Look
- Nach dem versuchten Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig/Halle kritisiert der CDU-Politiker Roderich Kiesewetter die Reaktion der Bundesregierung als unzureichend und fordert Beratungen nach Artikel 4 des NATO-Vertrags.
- Er erwartet weitere terroristische und kriegerische Maßnahmen Russlands in Deutschland.
- Gleichzeitig fordert der Heeresinspektor Christian Freuding eine rasche Stärkung der Bundeswehr, um frühzeitig militärische Stärke zu demonstrieren und abzuschrecken.
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Why It Matters
Der Vorfall ereignete sich im Kontext des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, wobei Deutschland als wichtiger Unterstützer der Ukraine und Logistikzentrum für militärische Fracht eine potenzielle Zielscheibe für hybride Kriegsführung darstellt.
Nach dem versuchten Drohnenanschlag in Leipzig hat der prominente CDU-Außen- und Sicherheitspolitiker Roderich Kiesewetter die Reaktion der Bundesregierung als unzureichend kritisiert. Es reiche nicht aus, lediglich »symbolische und diplomatische Maßnahmen« wie die Schließung russischer Kulturinstitute in Berlin zu treffen, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.
Kiesewetter zufolge ist es jetzt an der Zeit für Beratungen nach Artikel 4 des Nato-Vertrages. Diese sind vorgesehen, wenn sich ein Nato-Staat für von außen gefährdet erklärt.
Kiesewetter erwartet »weiteren Terror Russlands"
Russland sehe rein diplomatische und symbolische Maßnahmen als Zeichen von Schwäche, sagte der CDU-Politiker weiter. Deshalb sei zu erwarten, dass Russland seine Maßnahmen ausweiten werde. »Ich rechne also mit weiterem Terror Russlands und kriegerischen Maßnahmen wie Sabotage, gezielten Morden und Terroranschlägen auch in Deutschland.«
Am Dienstag hatte die Bundesregierung in Reaktion auf einen mutmaßlich von Russland gesteuerten versuchten Drohnenanschlag am Leipziger Flughafen mehrere Schutzmaßnahmen verkündet.
Unter anderem werde das russische Generalkonsulat in Bonn geschlossen sowie das Russische Haus in Berlin. Die Kultureinrichtung steht im Verdacht, als Tarnung für russische Spionagezwecke zu dienen. Zudem soll es verschärfte Einreisekontrollen für Russen sowie ein härteres Vorgehen gegen die russische Schattenflotte geben. Außenminister Johann Wadephul (CDU) bestellte zudem den russischen Botschafter ein.
Heeresinspektor fordert rasche Stärkung der Bundeswehr
Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Christian Freuding, hat indes mehr Tempo beim Ausbau der Bundeswehr gefordert. »Wir müssen in einen anderen Modus schalten. Wir brauchen dringend die Erhöhung von Kapazitäten«, sagte er der Landeszeitung für die Lüneburger Heide.
Mögliche Angriffe aus Russland müsse Deutschland verhindern können, »indem wir zum frühestmöglichen Zeitpunkt militärische Stärke demonstrieren, die glaubwürdig abschreckt«. »Der Feind wartet nicht auf unsere Fertigmeldung. Je früher der Krieg in der Ukraine endet – und das wünschen wir uns alle –, desto früher werden die russischen Streitkräfte zum Angriff fähig sein«, sagte Freuding.
Zuvor hatten unter anderem die Grünen die bisherige Reaktion der Bundesregierung zwar begrüßt, jedoch auch kritisiert, dass sie sich dafür zu viel Zeit gelassen habe. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Partei, Konstantin von Notz, forderte, dass die Bundesregierung bei Sicherheitsfragen künftig besser zusammenarbeite.
Eine mit Sprengstoff und Zündmechanismus präparierte Drohne war am Abend des 4. August im Sicherheitsbereich des Flughafens Leipzig/Halle zwischen ukrainischen Frachtmaschinen entdeckt worden. Die Bundesanwaltschaft nahm Ermittlungen auf und sprach von einem »schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland«.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die Bundesregierung wird weitere Sicherheitsmaßnahmen gegen russische Einrichtungen und Personen ergreifen.
Likely · Within weeks
Es wird zu einer verstärkten Debatte über die Erhöhung des Verteidigungsetats und die Beschleunigung der Bundeswehrmodernisierung kommen.
Very likely · Within months
Open Questions
- Wer steht genau hinter dem Drohnenanschlag und welche Verbindungen bestehen zu russischen Stellen?
- Welche konkreten Beweise gibt es für die Beteiligung des Russischen Hauses in Berlin an Spionageaktivitäten?
- Wie plant die Bundesregierung die erweiterte Sicherheit kritischer Infrastrukturen langfristig zu gewährleisten?




