Türkischer Comedian Deniz Göktaş zu Haftstrafe verurteilt und freigelassen
Ein Gericht in Istanbul verurteilt den Comedian Deniz Göktaş wegen Präsidentenbeleidigung und Verunglimpfung religiöser Werte, ordnet aber gleichzeitig seine Entlassung aus der Untersuchungshaft an.
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Ein Istanbuler Gericht hat den Comedian Deniz Göktaş wegen Präsidentenbeleidigung und Verunglimpfung religiöser Werte zu Haftstrafen verurteilt, gleichzeitig aber seine Entlassung aus der Untersuchungshaft angeordnet.
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Why It Matters
Der Comedian Deniz Göktaş war Anfang Juli nach der Rückkehr aus dem Urlaub am Flughafen Istanbul festgenommen worden und saß seitdem in Untersuchungshaft.
Ein Istanbuler Gericht hat den türkischen Comedian Deniz Göktas wegen »Verunglimpfung religiöser Werte« zu rund sieben Monaten und wegen Präsidentenbeleidigung zu rund elf Monaten Haft verurteilt. Gleichzeitig sprach ihn das Gericht am Montag vom Vorwurf der »Verherrlichung von Verbrechen und Straftätern« frei und ordnete seine Entlassung aus der Untersuchungshaft an, wie die private Nachrichtenagentur Demirören berichtete.
Beschwerdeführer in diesem Prozess war neben anderen auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan. Da geringe Freiheitsstrafen für gewöhnlich nicht abgesessen werden müssen, wurde mit der Freilassung des Künstlers im Laufe des Tages gerechnet.
Der 32-jährige Göktas war Anfang Juli festgenommen worden und saß seitdem in Untersuchungshaft im Hochsicherheitsgefängnis Karatepe. Festgenommen wurde er nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub am Flughafen Istanbul. Er rechnete damals bereits mit einer Festnahme, erklärte er laut der oppositionellen Zeitung »Birgün« im Gerichtssaal. Dennoch zähle er sich zu denjenigen, die junge Menschen überzeugen wollten, die Türkei nicht zu verlassen. Auch die Polizisten, die ihn festgenommen haben, hätten sich über seine Rückkehr gewundert, sagte er.
Ihm wurde unter anderem vorgeworfen, Witze über Frauen gemacht zu haben, die mit islamisch-konservativer Badebekleidung im Meer schwimmen gehen. In der Anklageschrift hieß es zudem, Göktas habe sich lobend über eine kriminelle Gruppe geäußert und den türkischen Präsidenten Erdoğan als »Diktator« bezeichnet. Er wies alle Vorwürfe zurück und sagte, er habe die Show zuvor bereits vielerorts aufgeführt, erst nach Veröffentlichung des Videos habe es Beschwerden gegeben. Das Video wurde millionenfach angeschaut.
Open Questions
- Wird die Haftstrafe zur Bewährung ausgesetzt oder muss er sie antreten?
- Gibt es weitere juristische Schritte gegen das Urteil?



