
Nach dem Tod des Cambridge-Professors Jason Arday fordern Treibende hinter einer Petition und Abgeordnete von der britischen Regierung Aufklärung. Seine Familie macht eine Mobbing-Kampagne verantwortlich.
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Jason Arday war vor drei Jahren als jüngster schwarzer Professor an der Eliteuniversität Cambridge bekannt geworden. Er trat Anfang August nach Plagiatsvorwürfen zurück.
Mehr als 31.000 Menschen verlangen von der britischen Regierung Aufklärung über die Umstände, die zum Tod des Cambridge-Professors Jason Arday geführt haben. Der 41-jährige Soziologe war wenige Tage nach seinem Rücktritt von der Eliteuniversität tot in London gefunden worden. Seine Familie macht eine gegen ihn gerichtete Mobbing-Kampagne für die Eskalation verantwortlich.
Dem von der Organisation Good Law Project initiierten Appell an den britischen Premierminister Andy Burnham schlossen sich auch mehrere Abgeordnete an.
»Es kann keinen Zweifel geben, dass Dr. Ardays tragischer Tod das direkte, vorhersehbare und vorhergesehene Ergebnis von Schikane durch die Presse war«, hieß es auf der Website von Good Law Project. »Ein bedeutendes Element bei diesem Mobbing war die Farbe seiner Haut«, fügte die Organisation mit Blick auf den schwarzen Akademiker hinzu. Rassismus sei der Kern dieser tragischen Geschichte.
Für Montagabend ist eine Mahnwache für Arday auf dem Londoner Trafalgar Square geplant. Bei einer Spendensammelaktion für seine Familie kamen bereits knapp 89.000 Pfund (etwa 104.000 Euro) zusammen.
Burnham: »Tragödie in vielerlei Hinsicht«
Arday hatte vor drei Jahren als jüngster schwarzer Professor der britischen Eliteuniversität Cambridge Aufmerksamkeit erregt. Am 5. August war der 41-Jährige schließlich von seinem Posten als Professor für Bildungssoziologie zurückgetreten, nachdem Plagiatsvorwürfe und Zweifel an seinen Angaben zu seinem Lebenslauf laut geworden waren.
Am Freitag wurde Arday schließlich tot in Battersea im Süden Londons aufgefunden. Die Polizei stufte dies vorerst nicht als verdächtigen Todesfall ein. Sie vermutet einen Suizid oder einen natürlichen Tod. Ardays Familie bestätigte seinen Tod und sprach von einer »Mobbing-Kampagne« voller Gerüchte über die akademische Arbeit und das Privatleben des Soziologen. Premierminister Burnham beklagte Ardays Tod als »Tragödie in vielerlei Hinsicht« (mehr dazu hier).
Die Unileitung hatte Arday zunächst verteidigt, Anfang August aber schließlich eine interne Untersuchung angekündigt. Kurz darauf war der 41-Jährige von seinem Posten zurückgetreten. In einem online veröffentlichten Brief betonte der Akademiker, dass seine Entscheidung nicht »als Zustimmung zu den Darstellungen« missverstanden werden dürfe, die ihn umgäben. Weiter hieß es in dem Rücktrittsschreiben: »Kritik ist zwar ein unvermeidlicher Bestandteil des akademischen Lebens, doch was ich erlebt habe, geht weit über wissenschaftliche Meinungsverschiedenheiten hinaus.«
Mehr über Ardays märchenhaften Aufstieg und die Vorwürfe gegen ihn lesen Sie hier .

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