Ukraine-Krieg: Selenskyj kritisiert Aussetzung von US-Sanktionen
Der ukrainische Präsident kritisiert Trumps Entscheidung zur Aussetzung von US-Sanktionen als falschen Ansporn für den Kreml nach massiven Luftangriffen auf die Energieinfrastruktur.
Quick Look
- Der ukrainische Präsident Selenskyj zeigt sich enttäuscht über die Aussetzung neuer US-Sanktionen gegen Russland durch US-Präsident Trump.
- Der Schritt erfolgt kurz nach massiven russischen Luftangriffen auf die ukrainische Energieinfrastruktur vor dem Winter.
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Why It Matters
Die Ukraine wehrt sich seit mehr als viereinhalb Jahren mit westlicher Hilfe gegen den russischen Angriffskrieg.
Die Ukraine hoffte, dass neue US-Sanktionen den Druck auf Russland erhöhen, den Angriffskrieg zu beenden. Nun zeigt sich Staatschef Selenskyj enttäuscht von einer Entscheidung des US-Präsidenten.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich enttäuscht über die Aussetzung neuer US-Sanktionen gegen Russland gezeigt. (Archivbild) Foto: Michael Kappeler/dpa
Kiew. Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj hat die Aussetzung der neuen US-Sanktionen gegen Russland durch US-Präsident Donald Trump kritisiert. Eine Lockerung des Drucks auf Russland und finanzielle Belohnungen seien für Kremlchef Wladimir Putin nur Ansporn, weiter zuzuschlagen, teilte Selenskyj in einem Beitrag bei Telegram mit. Er beklagte dabei, dass Trump sich zu dem Schritt entschlossen habe, einen Tag nachdem Moskau einen der massivsten Schläge gegen die ukrainische Energieinfrastruktur ausgeführt habe.
„Russland versucht, in der Ukraine kurz vor dem Winter einen Blackout herbeizuführen“, sagte Selenskyj. Das Land wolle Millionen Menschen Strom und Heizung nehmen. „Es braucht Druck, um dies zu stoppen“, forderte er. Trump könne das Sanktionsgesetz auch wieder in Kraft setzen. „Aber es muss wirklich greifen“, betonte Selenskyj.
Knapp einen Monat nach der Unterzeichnung eines Sanktionspakets gegen Russland legte Trump die darin vorgesehenen Zölle kurz vor ihrem Inkrafttreten auf Eis. Schon zuvor hatte Trump ungeachtet bestehender Sanktionen mit Putin Diesellieferungen aus Russland vereinbart und damit die Kritik Selenskyjs auf sich gezogen.
Selenskyj: Russen haben Angriffe auf Energieanlagen ausgeweitet
Nach Darstellung Selenskyjs hatten die Russen am Freitag einen der schwersten Schläge gegen den ukrainischen Energiesektor ausgeführt. „Mehr als 15 wichtige Anlagen zur Stromerzeugung und -übertragung in verschiedenen Regionen der Ukraine wurden angegriffen“, sagte er. Einsatzkräfte arbeiteten daran, die Anlagen wieder instand zu setzen.
Auch die Energieversorgung in der Hauptstadt Kiew, in der ostukrainischen Großstadt Charkiw und in anderen Städten und Gebieten sei von Ausfällen betroffen. „Die Russen haben ihre Operation gegen die Energieversorgung ausgeweitet und versuchen, unsere Reserven und unsere Wiederherstellungsfähigkeit so weit wie möglich zu zerschlagen“, sagte Selenskyj.
Moskau habe 320 Raketen, Marschflugkörper und Drohnen gegen die Energieanlagen, Städte und Gemeinden eingesetzt. Nicht alle Flugobjekte seien abgeschossen worden. Es gab laut Behörden auch Tote und Verletzte. Hunderttausende Menschen waren demnach ohne Strom und Heizung.
Selenskyj beklagt immer wieder auch einen Mangel an Flugabwehrraketen. Die Ukraine wehrt sich seit mehr als viereinhalb Jahren mit westlicher Hilfe gegen den russischen Angriffskrieg.
What to Watch
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Fortsetzung russischer Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur vor dem Winter
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Open Questions
- Wird Trump die Sanktionen zu einem späteren Zeitpunkt wieder in Kraft setzen?
- Wie reagiert die ukrainische Bevölkerung auf die anhaltenden Angriffe vor dem Winter?







