+++ Ukraine-Krieg +++: Selenskyj meldet schwere russische Angriffe auf Energieanlagen
Russische Luftangriffe treffen ukrainische Energieinfrastruktur, Stahlwerke und verursachen Stromausfälle in zahlreichen Regionen.
Quick Look
- Russische Angriffe auf über 15 ukrainische Energieanlagen und Infrastrukturziele haben zu massiven Stromausfällen und Opfern geführt.
- Präsident Selenskyj fordert von Europa und den USA drastische Unterstützung, während international über Hilfen und Sanktionen gerungen wird.
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Why It Matters
Russland führt seit Februar 2022 einen Angriffskrieg gegen die Ukraine und attackiert regelmäßig kritische Infrastruktur.
Russland hat nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in der Nacht mehr als 15 ukrainische Energieanlagen im Westen und im Zentrum des Landes angegriffen. Die russische Armee habe ihre Kampagne gegen das Energiesystem ausgeweitet und versuche, die ukrainischen Reserven und Reparaturkapazitäten so weit wie möglich zu strapazieren, teilt Selenskyj auf dem Kurzmitteilungsdienst Telegram mit.
Der russische Präsident Wladimir Putin weist unterdessen die Regierung an, ein Programm zur Reparatur von Handels- und Logistikinfrastruktur auf den Weg zu bringen, die bei ukrainischen Angriffen beschädigt wurde. Dies meldet die Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf den Kreml.
Russland hat nach eigenen Angaben in der Nacht großflächig ukrainische Infrastrukturziele angegriffen. Darunter befinde sich das größte Stahlwerk des Landes in Krywyj Rih, das dem Konzern ArcelorMittal gehört, teilt das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Die Anlage hat ihren Betrieb nach einer Reihe russischer Raketenangriffe seit September eingestellt.
Zudem seien ein Umspannwerk in Schytomyr, ein weiteres Stahlwerk in Saporischschja sowie ein Frachtschiff im Schwarzen Meer getroffen worden. Letzteres habe Militärgüter für den Hafen von Odessa geladen. Unterdessen wurde bei ukrainischen Drohnenangriffen in der russischen Region Belgorod eine Frau getötet, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Rettungskräfte meldet.
Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan fordert erneut eine Ausnahme von der Schuldenbremse zur Finanzierung deutscher Ukraine-Hilfen. Ein großer Teil der zivilen Unterstützung für die Ukraine stamme aus dem Entwicklungsetat, sagte die SPD-Politikerin der Nachrichtenagentur Reuters am Rande der Herbsttagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in Bangkok. Angesichts von Haushaltskürzungen sei das bisherige Niveau der Hilfe jedoch gefährdet.
Der Vorschlag wird von Außenminister Wadephul unterstützt. Andere Unions-Politiker lehnen ihn jedoch ab, da sie keine weiteren Ausnahmen von der Schuldenbremse wollen, wie sie vor allem für Verteidigungsausgaben bestehen.
Bei einem russischen Luftangriff auf die südukrainische Stadt Cherson ist Behördenangaben zufolge ein Mensch getötet worden. Dabei handele es sich um den Fahrer eines Rettungswagens, teilt der Gouverneur der Region, Oleksandr Prokudin, auf Telegram mit. Weitere 19 Personen seien verletzt worden, darunter auch ein Kind.
US-Präsident Donald Trump hat Sanktionen und Zölle gegen Russland wenige Tage vor deren Inkrafttreten per Dekret ausgesetzt. Dies liege im nationalen Interesse der USA, erklärte Trump in der am Freitag (Ortszeit) vom Weißen Haus veröffentlichten Verfügung. Die Maßnahmen sind Teil eines Gesetzes, das Trump Mitte September unterzeichnet hatte.
Es sieht unter anderem Strafzölle auf russische Waren sowie Strafen für den Kauf von russischem Öl und Gas vor. Die Aussetzung solle so lange in Kraft bleiben, bis Trump oder hochrangige Regierungsvertreter entscheiden, dass weitere Schritte angemessen seien. Das US-Gesetz erlaubt es dem Präsidenten, die Sanktionen auszusetzen, indem er den Kongress über seine Entscheidung informiert.
Papst Leo hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin in einem Telefonat um Hilfe für die notleidende Bevölkerung der umkämpften Stadt Oleschky in der Südukraine gebeten. Putin habe zugesagt, bei der Lieferung von Hilfsgütern in die von Russland kontrollierte Stadt zu kooperieren, teilte der Kreml am Freitag mit.
Einer vom Papst erbetenen Waffenruhe, um eine Lieferung von Hilfsgütern und Lebensmitteln zu ermöglichen, stimmte der Kreml seiner Mitteilung zufolge jedoch nicht zu. Russland und die Ukraine werfen sich gegenseitig vor, die Versorgung der Stadt zu blockieren, die die ukrainischen Streitkräfte zurückerobern wollen.
US-Präsident Donald Trump hat eine Verantwortung seiner Regierung oder des Tech-Unternehmers Elon Musk für den eingeschränkten Zugriff der Ukraine auf das Satelliten-Netzwerk Starlink bestritten. Weder er noch Musk seien dafür verantwortlich, dass die Ukraine den vollen Zugriff eingebüßt habe, sagte Trump am Freitag vor Journalisten am Weißen Haus. Eventuelle Einschränkungen beim Zugriff auf das Starshield-System seien nicht von den USA verhängt worden.
Trump erklärte zudem, er habe ein gutes Verhältnis zum ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Allerdings hatte Trump kürzlich den Druck auf Selenskyj erhöht und in einem TV-Interview gesagt, er sei kein großer Fan von ihm. Er finde den Umgang mit Selenskyj schwieriger als mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin.
Nach dem kürzlich abgeschlossenen Diesel-Abkommen berät Russland nach eigenen Angaben mit den USA über weitere gemeinsame Projekte. Trotz der US-Sanktionen prüften beide Seiten weitere Formen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, erklärte der russische Investitionsbeauftragte Kirill Dmitrijew am Freitag auf einer Energiekonferenz in Moskau.
Unter anderem würden gemeinsame Projekte im Bereich russischer und US-amerikanischer Rechenzentren erörtert. Dabei gehe es auch um den Einsatz „kleiner Kernkraftwerke“, um den steigenden Strombedarf dieser Anlagen zu decken. Weitere Details nannte Dmitrijew nicht.
Russland will nach den Worten von Präsident Wladimir Putin eine „Sicherheitszone“ in der Ukraine entlang der gemeinsamen Grenze schaffen. Diese sei bei künftigen Gesprächen mit Kiew nicht verhandelbar, sagt Putin. Die Maßnahme sei eine Reaktion auf das Eindringen ukrainischer Truppen in die westrussische Region Kursk. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow zufolge soll die Zone 660 Kilometer lang sein. 70 Prozent davon seien bereits unter russischer Kontrolle.
Papst Leo XIV. hat Russlands Präsident Wladimir Putin in einem Telefonat zu einem Waffenstillstand im Süden der Ukraine aufgefordert. Das Oberhaupt der katholischen Kirche habe seine „tiefe Besorgnis“ über die humanitäre Lage in der abgeriegelten Frontstadt Oleschky in der Region Cherson zum Ausdruck gebracht, teilte der Vatikan mit. Ein Waffenstillstand solle die „Lieferung von Lebensmitteln und medizinischer Hilfe sowie die freiwillige und sichere Evakuierung der Zivilbevölkerung“ ermöglichen.
Außenminister Johann Wadephul führt die Attacken von US-Präsident Donald Trump gegen dessen ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj auf die US-Zwischenwahlen am 3. November zurück. Man müsse die Äußerungen Trumps „sicherlich in die Schlussphase des Wahlkampfes in den Vereinigten Staaten von Amerika einordnen“, sagte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seinem portugiesischen Kollegen Paulo Rangel in Berlin.
Deswegen müsse man „auf den Kern dessen gucken, was die Vereinigten Staaten von Amerika nach wie vor leisten. Und das ist eine Unterstützung für die Ukraine gemeinsam mit uns“, erklärte Wadephul. Rangel sagte, angesichts des bevorstehenden Winters ermutige man die USA dazu, auf der Seite der Verteidigungsbemühungen der Ukraine zu stehen.
Russland hat als Reaktion auf die europäische Unterstützung der Ukraine die Kontrolle über die lokalen Vermögenswerte von vier Unternehmen aus Deutschland, Frankreich, Schweden und Belgien übernommen. Ein entsprechendes Dekret von Präsident Wladimir Putin wurde am Donnerstag veröffentlicht. Betroffen sind der französische Bodenbelagshersteller Tarkett, der schwedische Verpackungshersteller Sverige International Holdings, der belgische Hygieneproduktekonzern Ontex und der deutsche Verpackungshersteller Menshen.
Von dem Unternehmen aus dem Sauerland war am Freitag zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Die Firma beschäftigt an 14 Standorten in elf Ländern rund 1400 Beschäftigte und erzielte zuletzt einen Umsatz von 200 Millionen Euro. Russland stellte auch russische Vermögenswerte des früheren europäischen Metallverpackungsunternehmens Eviosys unter vorläufige Verwaltung, das im Dezember 2024 von der US-Verpackungsgruppe Sonoco übernommen wurde.
Die Ukraine braucht für den Abwehrkampf gegen Russland im kommenden Jahr nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj 2027 mindestens 70 Milliarden Euro von den Europäern. „Der Krieg wird nächstes Jahr 155 Milliarden Euro kosten“, schreibt er auf der Plattform X. „Dies ist ein realistischer Betrag. Und ich bitte Sie, diese Unterstützung zu finden“, fügt er hinzu. Zuvor hatten einige EU-Regierung gesagt, dass es unklar sei, wie hoch der Finanzbedarf wirklich sei.
Russische Angriffe auf neun ukrainische Regionen haben zu Stromausfällen in Hunderttausenden Haushalten geführt. Auch zahlreiche Wohnhäuser wurden beschädigt, wie Vertreter der ukrainischen Behörden mitteilte. Mindestens 15 Menschen wurden verletzt.
Die jüngsten Luftangriffe auf zivile Ziele fallen in eine Phase wachsender Sorge. Es wird befürchtet, dass eine drastische Verschlechterung der Beziehungen zwischen Kiew und Washington in dieser Woche die Ukraine vor dem nahenden strengen Winter noch stärker den eskalierenden russischen Luftangriffen aussetzen könnte.
Bundesaußenminister Johann Wadephul sieht in seiner Partei CDU mitunter eine zu zögerliche öffentliche Unterstützung der Ukraine. Seine Partei müsse eine Debatte darüber führen, ob sie zu ängstlich sei in dieser Frage, sagt Wadephul im Interview mit der „FAZ“. „Auch meine Partei, die CDU, könnte noch regelmäßiger und offensiver für die Unterstützung der Ukraine werben, und zwar nicht nur im Wahlkampf“, wird Wadephul zitiert. „Gerade auch im Osten“ gebe es „viele Menschen, die zuhören und mit uns diskutieren wollen, die wir abholen und überzeugen können.“
Die Ukraine hat trotz verstärkter russischer Angriffe auf ihre Energieinfrastruktur die größten Gasreserven seit sechs Jahren für den Winter aufgebaut. Der staatliche Energiekonzern Naftogaz habe die Vorräte in den unterirdischen Speichern auf 16 Milliarden Kubikmeter erhöht, sagte der kommissarische Konzernchef Serhij Fedorenko in einem am Freitag veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Reuters.
Dies ist der höchste Stand seit 2020. Im vergangenen Jahr war die Ukraine mit weniger als 14 Milliarden Kubikmetern in die Heizperiode gestartet. Die Regierung in Kiew hatte als Mindestziel für diesen Winter 13,2 Milliarden Kubikmeter vorgegeben. Der bevorstehende Winter könnte der schwierigste in dem nunmehr fast fünf Jahre andauernden Krieg werden. Die russischen Streitkräfte haben ihre Angriffe auf den ukrainischen Energiesektor zuletzt deutlich verschärft.
Der Anstieg der Reserven ist zudem auf einen sinkenden Verbrauch zurückzuführen, da russische Angriffe auf Industrieanlagen die Schließung einiger Fabriken zur Folge hatten. Fedorenko schätzt, dass der Gasverbrauch im Jahr 2026 auf rund 20 Milliarden Kubikmeter sinken wird, nach 21 Milliarden Kubikmetern im Vorjahr.
Sollte die Ukraine im Krieg gegen Russland unterliegen, könnten dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge bis zu 20 Millionen Ukrainer nach Westen fliehen. Russlands Präsident Wladimir Putin werde sich nicht mit dem besetzten Donbas zufrieden geben, sondern die ganze Ukraine beanspruchen und danach weitere Länder angreifen, sagt Selenskyj auf dem EU-Gipfel.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat neue Angriffe auf russische Energieanlagen verteidigt. Er habe der US-Regierung nach der Forderung eines Stopps der Angriffe gesagt, dass Washington sein Land dann aber mit Luftabwehrraketen ausstatten solle, sagt Selenskyj auf dem EU-Gipfel. Damit könne man fortgesetzte russische Angriffe auf eigene Energieanlagen abwehren. Dies sei aber nicht geschehen.
Der Dienst des US-Satellitenservices Starlink ist für die Ukraine nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj noch nicht wieder vollständig hergestellt. Für sein Land sei dies ein Problem, weil man die Technologie für die Abwehr schnellfliegender russischer Jet-Drohnen brauche.
Die Zahl der im Krieg Russlands gegen die Ukraine getöteten Zivilisten ist deutlich gestiegen. Im September seien in der Ukraine mindestens 328 Zivilpersonen getötet und mehr als 2.100 verletzt worden, teilte das Menschenrechtsbüro der Vereinten Nationen am Freitag in Kiew mit. Das seien 85 Prozent mehr als im September des Vorjahres.
Russland hat in der Nacht die westukrainische Region Wolyn massiv mit Drohnen angegriffen. Mindestens ein Mensch kam Behördenangaben zufolge auf einem Firmengelände in der Siedlung Manewytschi ums Leben. Acht weitere seien verletzt worden, teilte Gebietsgouverneur Roman Romanjuk mit.
Romanjuk sprach von Schäden an ziviler und kritischer Infrastruktur. Am frühen Morgen waren seinen Angaben nach zunächst 370.000 Verbraucher ohne Strom, später seien es noch 270.000 gewesen. Bereits in der Nacht hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj von einem Angriff auf die Energieinfrastruktur und Stromausfällen in der Region berichtet.
Nach der Serie von Drohnenangriffen auf Handelsschiffe im Schwarzen Meer hat Bulgarien die Nato offiziell um die Stationierung von Kampfflugzeugen und Drohnenabwehrsystemen gebeten. Entsprechende Briefe seien an den Nato-Generalsekretär und den Nato-Oberbefehlshaber geschickt worden, um die eigenen Verteidigungsfähigkeiten zu stärken, sagt Verteidigungsminister Dimitar
What to Watch
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Zusätzlicher Finanzbedarf der Ukraine von 70 Milliarden Euro für 2027 wird in der EU verhandelt
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Open Questions
- Wie stark werden die Stromausfälle im Winter anhalten?
- Werden die westlichen Hilfen für die Ukraine aufgestockt?




