Unglück vor Zypern: Kapitän und Crewmitglieder der gesunkenen Fähre festgenommen
Nach dem Kentern einer Fähre mit 267 Menschen an Bord vor Nordzypern wurden acht Besatzungsmitglieder festgenommen; die Zahl der Todesopfer stieg auf acht.
Quick Look
- Nach dem Kentern einer Fähre vor der Küste von Kyrenia mit 267 Personen an Bord wurden der Kapitän und sieben Crewmitglieder festgenommen.
- Acht Menschen kamen ums Leben, während die Rettungsarbeiten für Vermisste andauern.
- Die Ursache des Wassereinbruchs ist unklar.
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Why It Matters
Zypern ist seit 1974 de facto geteilt. Die Türkische Republik Nordzypern wird international nur von der Türkei anerkannt.
Nach dem Fährunglück mit mehreren Toten vor der Insel Zypern sind der Kapitän und sieben Crewmitglieder festgenommen worden. Das erklärte der Ministerpräsident der nur von der Türkei anerkannten Republik Nordzypern Ünal Üsal nach Angaben des nordzyprischen Staatssenders BRT. Die Verantwortlichen würden zur Rechenschaft gezogen, versprach er: »Ich sage das hier ganz klar. Jeder Aspekt dieses Vorfalls wird untersucht. Selbst die geringste Fahrlässigkeit wird ans Licht kommen«, sagte Üsal. Die Rettungsarbeiten gingen weiter.
Die Zahl der Todesopfer stieg unterdessen auf acht, wie der türkisch-zyprische Verkehrsminister Erhan Arikli nach Angaben des Senders BRT sagte. Nach zahlreichen Menschen werde noch gesucht. Nach offiziellen nordzyprischen Angaben befanden sich insgesamt 267 Personen auf der Fähre, darunter 259 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder. Die meisten konnten gerettet werden.
Nach Behördenangaben war die Fähre – offenbar ein Katamaran – am Mittag kurz nach dem Auslaufen aus der Hafenstadt Kyrenia (türkisch: Girne) gekentert. Demnach drang Wasser in die Fähre ein, die Ursache dafür ist noch unklar. Die Fähre war auf dem Weg ins östliche Mittelmeer.
Berichten zyprischer Medien zufolge drangen große Mengen Wasser über das Heck in das Schiff ein. Der Kapitän leitete demnach ein Notmanöver ein, um das Schiff zu wenden. Der Besatzung sei es jedoch nicht gelungen, den Wassereinbruch zu stoppen, woraufhin das Schiff an Stabilität verlor.
Der Notruf wurde türkischen Behörden zufolge vier Seemeilen vor der Küste abgesetzt. Auf Bildern des Senders CNN Türk war zu sehen, wie Menschen in Rettungswesten sich an das Schiffswrack klammerten und darauf warteten, in Sicherheit gebracht zu werden. Ein Helikopter kreiste über ihren Köpfen.
Der Augenzeuge Efe Mültici sagte dem Sender CNN Türk, er habe sich im unteren Deck des Schiffes aufgehalten, er berichtete von chaotischen Szenen: Die Passagiere hätten die Besatzung darauf hingewiesen, dass Wasser eindringe und gebeten, umzudrehen. Der Wellengang sei zudem sehr stark gewesen. Plötzlich habe sich das Schiff zur Seite geneigt, Menschen seien panisch aufgesprungen und hätten nach Rettungswesten gesucht. Einige hätten versucht, Scheiben einzuschlagen, um herauszukommen. Ein Mann sagte der zyprischen Tageszeitung »Zypernpost«, es habe Chaos geherrscht.
Zypern ist nach einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention seit 1974 de facto geteilt. Im Jahr 1983 wurde die Türkische Republik Nordzypern (KKTC) proklamiert, die weltweit nur von der Türkei anerkannt wird. 2004 nahm die EU die Insel Zypern als Ganzes in die EU auf. Aufgrund der faktischen Teilung der Insel findet das EU-Recht jedoch nur im Süden Anwendung. Uno-Blauhelme überwachen die rund 180 Kilometer lange Pufferzone zwischen den beiden Seiten.
What to Watch
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Fortführung der Ermittlungen zur Fahrlässigkeit durch nordzyprische Behörden.
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Open Questions
- Was war die genaue Ursache für den Wassereinbruch?
- Wie viele Personen werden noch vermisst?






