
Nach dem Kentern einer Fähre auf dem Weg nach Mersin mit mindestens acht Toten wurden der Kapitän und der Firmendirektor dem Amtsgericht in Kyrenia vorgeführt.
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Zypern ist seit 1974 de facto geteilt. Die Türkische Republik Nordzypern wird international nur von der Türkei anerkannt.
Der festgenommene Kapitän, sieben Besatzungsmitglieder und der Direktor des Unternehmens wurden dem Amtsgericht in Kyrenia vorgeführt. Wie der nordzyprische Sender BRT berichtet, wird gegen die Verdächtigen der Vorwurf der „Tötung durch Fahrlässigkeit und Unachtsamkeit“ erhoben. Nach Angaben der Richterin Hazal Hacimulla sollen insgesamt 16 Menschen vor Gericht vorgeladen werden und aussagen.
Alle Vorwürfe würden intensiv geprüft, versprach Verkehrsminister Arıklı. Neben den Ermittlungen der Polizei werde es eine separate Untersuchung zu dem Unglück mit mindestens acht Toten geben. Alle Ergebnisse in Bezug auf Betriebserlaubnis und Seetauglichkeit der Fähre sowie Sicherheitsvorkehrungen an Bord würden anschließend öffentlich gemacht.
Das Schiff war den Behörden zufolge am Sonntagmittag kurz nach dem Auslaufen aus der Hafenstadt Kyrenia gekentert. Die Fähre war auf dem Weg ins südtürkische Mersin. Der stellvertretende Polizeikommissar Mehmet Mannas erklärte laut der Tageszeitung Zypernpost, dass das Passagierschiff der Reederei Filo Denizcilik einen Bruch an der vorderen linken Seite erlitten habe und durch das Eindringen des Wassers gekentert sei.
Die Einsatzkräfte suchen noch nach 18 Personen, wie der nordzyprische Präsident Tufan Erhürman dem Sender CNN Türk sagte. Bei den Such- und Rettungsmaßnahmen wurden bislang 239 lebend gerettet.
Taucher sollen die Unglücksstelle untersuchen
Verkehrsminister Erhan Arıklı zufolge liegt das Schiff in mehr als 500 Meter Tiefe auf Grund. Taucher würden zur Unglücksstelle geschickt. Außerdem benötige man die Daten des Schiffsdatenschreibers, um die Ursache des Unglücks zu ermitteln, sagte Arıklı dem Sender BRT.
Auf der Fähre befanden sich 259 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder. Wie Arıklı Medienvertretern erklärte, drang Wasser in die Fähre ein, es wurde ein Notruf abgesetzt. Der Notruf erfolgte türkischen Behörden zufolge vier Seemeilen vor der Küste. Die See war Medienberichten zufolge stürmisch. Auf Videos der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu Ajansı und in den sozialen Medien ist zu sehen, wie Menschen auf dem seitlich liegenden Schiff auf Rettung warten.
Auf Bildern des Senders CNN Türk war zu sehen, wie Menschen in Rettungswesten sich an das Schiffswrack klammerten und darauf warteten, in Sicherheit gebracht zu werden. Ein Helikopter kreiste über ihren Köpfen. Dem Sender zufolge hatte der Kapitän noch versucht, umzukehren. Es habe sich um einen zweistöckigen Katamaran gehandelt.
Ein Augenzeuge berichtet von chaotischen Szenen
Vor dem Krankenhaus in Kyrenia versammelten sich Angehörige und warteten auf Nachricht. Der Augenzeuge Efe Mültici sagte dem Sender CNN Türk, er habe sich im unteren Deck des Schiffes aufgehalten, er berichtete von chaotischen Szenen: Die Passagiere hätten die Besatzung darauf hingewiesen, dass Wasser eindringe und gebeten, umzudrehen. Der Wellengang sei zudem sehr stark gewesen.
Plötzlich habe sich das Schiff zur Seite geneigt, Menschen seien panisch aufgesprungen und hätten nach Rettungswesten gesucht. Einige hätten versucht, Scheiben einzuschlagen, um herauszukommen. Ein Mann sagte der Tageszeitung Zypernpost, es habe Chaos geherrscht. Die türkische Küstenwache unterstütze die Rettung, schrieb der türkische Vizepräsident Cevdet Yilmaz auf X.
„Unsere Gedanken sind bei den Menschen, die ihr Leben verloren haben, bei den Verletzten und bei allen, die diese Tragödie erleben müssen, sowie bei ihren Familien in diesen äußerst schwierigen Stunden“, schrieb der zyprische Regierungssprecher Konstantinos Letybiotis auf der Plattform X auf Griechisch und Türkisch. Auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus.
Zypern ist seit 1974 nach einem Putsch nationalistischer griechischer Zyprer und einer darauffolgenden türkischen Militärintervention de facto geteilt. Im Jahr 1983 wurde die Türkische Republik Nordzypern (KKTC) proklamiert, die weltweit nur von der Türkei anerkannt wird. 2004 nahm die EU die Insel Zypern als Ganzes in die EU auf.
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Öffentliche Bekanntgabe der Untersuchungsergebnisse zur Seetauglichkeit.
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