
Der verstaatlichte Energiekonzern Uniper könnte schon bald einen neuen Eigentümer erhalten. Banken forcieren den Verkaufsprozess, während ein Börsengang in den Hintergrund rückt.
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Uniper wurde nach dem Wegfall russischer Gaslieferungen infolge des Ukrainekriegs zu 99 Prozent verstaatlicht. Die EU-Kommission fordert eine Reduzierung der Staatsanteile bis 2028.
Im Verkaufsprozess sollen Interessenten erste Gebote abgeben. Dabei geht es nicht nur um Geld – sondern um die Grundsatzentscheidung, was aus Deutschlands wichtigstem Gasversorger wird.
Uniper-Zentrale in Düsseldorf: Ab 2030 will der Konzern mit der gesamten Belegschaft in ein neues Gebäude in der Landeshauptstadt ziehen.
Frankfurt, Düsseldorf. Der verstaatlichte Energiekonzern Uniper könnte schon in wenigen Monaten einen neuen Eigentümer bekommen. Wie das Handelsblatt von zwei mit dem Verkaufsprozess befassten Personen erfahren hat, peilen die beteiligten Banken unter Federführung von JP Morgan an, bereits Ende November oder Anfang Dezember verbindliche Kaufangebote einzuholen. Der Verkaufsprozess könnte damit noch vor Weihnachten abgeschlossen werden.
Insider befürchten, dass der vom Uniper-Management und dem Betriebsrat favorisierte Börsengang als Ausstiegsoption der Bundesregierung dann unwahrscheinlich wird. Frühestmöglicher Termin für einen Börsengang sei Anfang Februar, bestätigten mehrere in die Vorbereitung des Börsengangs involvierte Personen dem Handelsblatt.
Damit geht der Verkaufsprozess für ein Unternehmen der kritischen Energie-Infrastruktur in Deutschland in die heiße Phase.
Uniper versorgt rund 500 Industriebetriebe sowie 500 Stadtwerke in Deutschland mit Gas und damit einen Großteil der Bevölkerung. Das Unternehmen geriet kurz nach Beginn des Ukrainekriegs in Schieflage, weil es keine Gaslieferungen mehr aus Russland erhielt.
Um am Weltmarkt zu enorm gestiegenen Preisen Ersatz kaufen zu können, wurde Uniper vom Bund zu 99 Prozent übernommen. Die EU genehmigte die Rettung unter der Auflage, dass der Staat seine Uniper-Anteile bis Ende 2028 auf 25 Prozent reduziert.
Der Verkauf ist als sogenannter Dual-Track-Prozess aufgesetzt, bei dem ein Verkauf parallel zu einem Börsengang vorangetrieben wird. Insider befürchten jedoch, dass der Bund die Fehler des Commerzbank-Verkaufs wiederholt – und am Ende ein Ergebnis steht, das der Sicherheit der Energieversorgung in Deutschland schadet.
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Verbindliche Kaufangebote für Uniper bis Dezember
Likely · Within months

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