US-Geheimdienste warnen vor möglichem Putin-Angriff auf NATO-Gebiet
Quick Look
- US-Geheimdienste warnen laut Medienberichten vor einem möglichen begrenzten Angriff Russlands auf NATO-Gebiet, um den Zusammenhalt der Allianz zu testen.
- Präsident Trump äußerte hingegen kein größeres Problem mit Putins Kurs und spielte den Besuch des CIA-Direktors John Ratcliffe in Moskau herunter, während dieser laut Berichten vor einem Angriff auf NATO-Länder gewarnt haben soll.
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Why It Matters
Seit Jahren warnen Fachleute vor einem möglichen russischen Angriff auf NATO-Gebiet aufgrund des Drucks durch den fehlgeschlagenen Krieg gegen die Ukraine. Die US-Geheimdienste sehen Russland als geschwächt durch den Irankrieg an und glauben, Moskau könnte dies ausnutzen.
Vor diesem Szenario warnen Fachleute seit Jahren: Zu Hause wegen des fehlgeschlagenen Krieges gegen die Ukraine unter öffentlichem Druck könnte Russlands Präsident Wladimir Putin versuchen, den Zusammenhalt der NATO zu testen - durch einen begrenzten Angriff, eine Eskalation, um seine Haut zu retten.
Auch die US-amerikanischen Geheimdienste halten das für möglich, wie US-Medien kürzlich berichteten.
Präsident Donald Trump teilt diese Sorge hingegen nicht. Er habe "gute Gespräche" mit Putin gehabt, sagte er zu Reportern im Oval Office. Der Kreml-Chef werde NATO-Gebiet "nicht angreifen".
Trump habe derzeit keine größeren Probleme mit Putins Kurs
Den Geheimbesuch seines CIA-Direktors John Ratcliffe diese Woche in Moskau spielte Trump herunter. Ratcliffe sehe seinen russischen Gegenpart "alle sechs Monate oder einmal im Jahr". Die beiden hätten eine "gute Beziehung", sagte Trump dem Nachrichtenportal Axios. Er habe Ratcliffe auch "keine Botschaft" mitgegeben.
Im Oval Office machte der Präsident deutlich, dass er derzeit keine größeren Probleme mit dem Kurs von Kreml-Chef Putin habe, offenbar auch nicht wegen Putins Unterstützung für den Iran. In Sachen "Straße von Hormus" habe sich Russland "ziemlich gut" verhalten, sagte Trump. Was genau er damit meinte, sagte er nicht.
Warnung vor Angriffen auf NATO-Land
Unterdessen bringen amerikanische Medien immer neue Einzelheiten über Ratcliffes Moskau-Trip ans Licht. Bereits vorgestern hatten sie berichtet, Ratcliffe habe den Kreml ausdrücklich vor einem Angriff auf ein NATO-Land gewarnt.
Gestern schrieb die Washington Post, die US-Geheimdienste seien zu der Ansicht gelangt, Moskau halte die USA wegen des Irankriegs für geschwächt. Der Kreml sehe eine Möglichkeit, dies auszunutzen, indem man Aktionen gegen Amerika und die Europäer eskaliere. Und davor habe Ratcliffe die Russen gewarnt.
Senator Mark Kelly von den Demokraten, Mitglied im Streitkräfteausschuss, würde es nicht wundern, wenn Putin tatsächlich eine Schwäche der Amerikaner diagnostiziert haben sollte. Donald Trump habe beschlossen, "ohne strategisches Ziel, ohne Plan, ohne Zeitrahmen und ohne Ausweg" gegen den Iran in den Krieg zu ziehen, sagte Kelly bei CNN. Nun sitze Trump in der Klemme. "Ja, klar, das kommt den Russen zugute."
Mangel an Raketenabwehrsystemen
Dass der Irankrieg Amerika zumindest militärisch geschwächt hat, will die Nachrichtenagentur AP erfahren haben. In Europa leide das US-Militär jetzt an einem Mangel an modernen Raketenabwehrsystemen. Dieser Mangel sei "schlimmer als kritisch" und eine direkte Folge des Krieges am Persischen Golf.
Der New York Times zufolge überbrachte CIA-Chef Ratcliffe dem Kreml die Einschätzung der Amerikaner, dass der Ukrainekrieg derzeit sehr schlecht für Russland laufe. Ratcliffe habe Moskau zu einem Deal mit Kiew gedrängt, bevor sich die militärische Lage und die wirtschaftliche Situation für Russland weiter verschlechterten.
Der Hintergrund, so die Zeitung: Seit Langem glaubt die CIA, dass Putin von seinem Umfeld nicht mehr wahrheitsgemäß über den Kriegsverlauf informiert wird.
Forderung an Russland wegen Iran
Auch der Irankrieg war offenbar Thema von Ratcliffes Unterredungen in Moskau. Laut NBC News verlangte der CIA-Direktor, dass Russland keine Geheimdienstinformationen mehr mit dem Iran teilt.
In Washington ist seit Monaten bekannt, dass die Iraner bei ihren Angriffen auf US-Militärstützpunkte am Persischen Golf GPS-Zielkoordinaten verwendeten, die sie von den Russen erhalten hatten. Bisher hat Trump darauf verzichtet, Russland dafür zu bestrafen.
Versuch, Putin an den Verhandlungstisch zu bringen
Das Bild, das sich aus den Medienberichten über Ratcliffes Mission ergibt: Die US-Regierung unternimmt einen weiteren Versuch, Russland an den Verhandlungstisch zu bekommen. Sie hofft, dass Putin einsieht, wie schlecht der Ukrainekrieg derzeit für ihn läuft - und dass eine Eskalation gegen die USA und ihre Verbündeten eine schlechte Idee wäre.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die USA werden weiterhin diplomatischen Druck auf Russland ausüben, um einen Angriff auf NATO-Gebiet zu verhindern.
Likely · Within weeks
Trump wird seine Unterstützung für Putins Kurs trotz wachsender Besorgnis in der US-Regierung beibehalten.
Likely · Within weeks
Open Questions
- Wird Putin tatsächlich einen begrenzten Angriff auf NATO-Gebiet wagen?
- Wie wird die NATO auf einen solchen Vorfall reagieren?
- Wird Trump seine Haltung gegenüber Putin ändern, falls es zu einer Eskalation kommt?







