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BackUS-Notenbank: Fed-Chef Warsh preist „enorme Investitionswelle“ und gibt Investoren neue Zuversicht
US-Notenbank: Fed-Chef Warsh preist „enorme Investitionswelle“ und gibt Investoren neue Zuversicht
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Handelsblatt3 hours agoBusiness2 min readGermanyView translation

US-Notenbank: Fed-Chef Warsh preist „enorme Investitionswelle“ und gibt Investoren neue Zuversicht

Quick Look

  • US-Notenbankchef Kevin Warsh betonte auf der IWF-Tagung in Bangkok, dass der KI-Boom strukturelles Wachstum in den USA und weltweit antreibt, während er sich zu weiteren Zinserhöhungen der Fed zurückhielt.
  • Er wies Sorgen über die Rentabilität von KI-Investitionen zurück, bestätigte jedoch, dass die Inflation weiter vom Zwei-Prozent-Ziel abweicht und Zinserhöhungen wahrscheinlich notwendig sind.
  • Die Kombination aus hoher Inflation und steigenden Zinsen belastet Amerikaner, steigert Hypotheken- und Staatsverschuldungskosten und wird im Wahlkampf unter dem Stichwort 'Affordability' diskutiert.

AI-generated summary

Why It Matters

Die Federal Reserve hat seit mehr als fünf Jahren ihr Zwei-Prozent-Inflationsziel dauerhaft verfehlt. Im September wurde die Leitzinsspanne einstimmig auf knapp vier Prozent angehoben. Kevin Warsh ist seit 148 Tagen im Amt und steht unter Druck von US-Präsident Donald Trump, der niedrigere Zinsen fordert, und Marktteilnehmern, die höhere Zinsen aufgrund der Inflation erwarten.

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Frankfurt. Der Boom Künstlicher Intelligenz (KI) dürfte nach Ansicht von US-Notenbankchef Kevin Warsh auf absehbare Zeit die Wirtschaft in den Vereinigten Staaten und weiten Teilen der Welt tragen. „Derzeit erleben wir strukturelles Wachstum und eine enorme Investitionswelle“, sagte Warsh am Freitag in Bangkok.

Warshs Auftritt bei der Frühjahrstagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank zerstreut für den Moment Sorgen, die riesigen Investitionen in KI könnten sich nicht rechnen. Die Börsen in Asien bauen ihre Tagesgewinne nach einer bis dato verlustreichen Woche aus. Futures deuten auf einen positiven Handelsstart für den deutschen Leitindex Dax und die Wall Street hin.

Das dürfte auch an vagen Andeutungen zum Zinskurs der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) liegen. Die Welt habe sich zuletzt „im Wesentlichen wie erwartet entwickelt“: Mit dieser Aussage stützt Warsh den Eindruck von Beobachtern, dass die Fed zwar zu einer weiteren Zinserhöhung neigt, aber wohl frühestens im Dezember nachlegt. Die nächste Gelegenheit wäre übernächste Woche.

Aus dem am Mittwoch erschienenen Protokoll zur jüngsten Fed-Sitzung schlossen die Experten der Deutschen Bank: Offenbar sei die Fed „nicht in Eile“, die Zinsen zu erhöhen. Mitte September hatte sie die Leitzinsspanne einstimmig auf knapp vier Prozent angehoben.

Der Fed-Chef, seit 148 Tagen im Amt, steht aktuell von zwei Seiten unter Druck. US-Präsident Donald Trump fordert unablässig niedrigere Zinsen, Kollegen und Marktteilnehmer höhere. Warsh kann es unmöglich allen recht machen. Vor vier Wochen stimmte er wie alle Fed-Notenbanker für die erste Zinserhöhung seit einem Dreivierteljahr.

Trump hat bei seinem Drängen auf einen Kurswechsel der Fed vor allem die nahenden Zwischenwahlen im Blick, Investoren und Notenbanker hingegen die Inflation. Die ist zuletzt stärker als erwartet gestiegen. Die Verbraucherpreise waren offiziellen Angaben zufolge im September 3,7 Prozent höher als vor einem Jahr.

Damit entfernt sich die Inflation, getrieben von den Energiepreisen und riesigen Investitionen in KI, wieder weiter vom Zwei-Prozent-Ziel der Fed. Die Notenbank hat es seit mehr als fünf Jahren dauerhaft verfehlt. Zinserhöhungen erscheinen zwingend, will die Fed nicht auf unabsehbare Zeit die Kontrolle über die Inflation verlieren.

Warsh ging darauf am Freitag mit keiner Silbe darauf ein. Im Gespräch mit IWF-Chefin Kristalina Georgiewa betonte er einmal mehr seinen neuen Ansatz, so wenig wie möglich über die künftige Zinspolitik preiszugeben. Die Fed sei entschlossen, Preisstabilität zu liefern. Diese Entschlossenheit hätten die Notenbanker zuletzt unter Beweis gestellt, indem sie „die geldpolitische Unterstützung ein Stück beseitigt“ hätten.

Damit wiederholte Warsh einen verbreiteten Fachausdruck, der andeutet: Die Fed sieht das Leitzinsniveau in den USA noch nicht in einem Bereich, der die Wirtschaft insgesamt bremst. Investoren rechnen deshalb damit, dass die US-Notenbank den Leitzins bis Herbst nächsten Jahres noch zwei bis drei Mal anheben wird.

Für viele Amerikaner ist die Kombination aus hoher Inflation und steigenden Zinsen indes eine Bürde. Die Rechnungen für Kreditkarten und Immobilien steigen. Im Alltag können sie sich weniger leisten und wenden sich Umfragen zufolge von den regierenden Republikanern ab, weil Trump anderes versprochen hatte. Unter dem Stichwort „Affordability“ ist die Zinsentwicklung ein wichtiges Thema im Wahlkampf.

„Mit der psychologisch stark aufgeladenen Schwelle von 7,5 Prozent bei den durchschnittlichen 30-jährigen Hypothekenzinsen wird die grassierende Affordability-Krise in den USA weiter verschärft“, sagt NordLB-Analyst Constantin Lüer. „Zum anderen wird die Situation rund um die Refinanzierung des US-Staatshaushaltes auch immer drängender.“

Die Renditen von US-Staatsanleihen sind in den vergangenen Monaten stark gestiegen. Dadurch steigen die Zinskosten für die Regierung. Experten befürchten, dass sich die Schuldenkrise verschärft. Warsh ging darauf in Bangkok ebenso wenig ein wie auf Befürchtungen, die hohen Investitionen in den Bau von Rechenzentren für KI könnten sich als Blase entpuppen und schlimmstenfalls die Finanzstabilität gefährden.

Seine prinzipielle Weigerung, den Märkten Orientierung zur Zinspolitik und den Absichten der Fed zu geben, ist eine Abkehr von der gewohnten Praxis. Investoren fällt die Umstellung schwer. Warsh gab dabei anfangs nach Ansicht mancher Experten nicht immer eine glückliche Figur ab.

Warsh bricht mit einer prägenden Erkenntnis, für die der US-Ökonom Michael Woodford vor wenigen Tagen den Wirtschaftsnobelpreis erhielt: Die Kommunikation über die Zinspolitik, so Woodford, sei für die Wirtschaft von ähnlicher Bedeutung wie die Höhe der Leitzinsen. Warsh unterstrich in Bangkok, dass er mit dieser Maxime gebrochen hat, weil er sie für ein Relikt aus Krisenzeiten hält: „Es ist ein neues Kapitel bei der Fed, und dafür ist kein Platz mehr.“

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Die Federal Reserve wird den Leitzins bis Herbst nächsten Jahres noch zwei bis drei Mal anheben.

    Likely · Within months

  • Die Kombination aus hoher Inflation und steigenden Zinsen wird die Affordability-Krise in den USA weiter verschärfen.

    Very likely · Within months

  • Die Renditen von US-Staatsanleihen werden weiter steigen, wodurch die Zinskosten für die Regierung steigen und die Schuldenkrise sich verschärft.

    Likely · Within weeks

Open Questions

  • Wann genau wird die Fed die nächste Zinserhöhung vornehmen?
  • Wie wird sich die Kombination aus hohen Zinsen und Inflation auf den privaten Konsum in den USA auswirken?
  • Können die hohen Investitionen in KI-Infrastruktur langfristig rentabel sein oder bilden sie eine Blase?
  • Wie wird die Affordability-Krise das Wahlverhalten bei den bevorstehenden Kongresswahlen beeinflussen?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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