
US-Gesandte Witkoff und Kushner reisen nach Moskau und Kiew. Gleichzeitig gibt es neue Luftangriffe, deutsche Finanzhilfen und Sabotagedrohungen in Dänemark.
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Der Ukraine-Krieg dauert seit 2022 an. US-Gesandte versuchen seit längerem, Vermittlungsgespräche zu initiieren.
Newsblog zum Ukraine-KriegUS-Vermittler kommen am Sonntag nach Kiew – davor Besuch in Russland
4. September 2026, 19:39 Uhr
Steve Witkoff und Jared Kushner haben seit 2025 mehrmals Moskau besucht, waren aber für ihre Vermittlungsbemühungen noch nie in Kiew.
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Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Russische Drohne trifft Geheimdienstzentrale in Kiew
Norwegen beschlagnahmt russisches Schiff in Arktis
Ukraine erhält bei EU-Treffen Zusagen für Luftverteidigung
Selenskij: Ukraine und Deutschland vor Abschluss von Drohnen-Abkommen
Mehr als 350 000 Haushalte nach russischem Angriff in Odessa ohne Strom
Selenskij: Kushner und Witkoff kommen am Sonntag nach Kiew
Die beiden US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner werden am Sonntag nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij in Kiew erwartet. US-Präsident Donald Trump bestätigte das. Demnach werden die Gesandten auch nach Moskau reisen. Die Geschäftsleute sind in der Trump-Regierung für die Bemühungen um ein Kriegsende in der Ukraine zuständig.
Wegen Sicherheitsbedenken war bis zuletzt nicht klar, ob die am Wochenende geplante Reise der beiden Unterhändler von US-Präsident Donald Trump stattfindet. Die US-Regierung forderte Insidern zufolge erst Garantien, dass die Ukraine während des Aufenthalts der Gesandten Moskau nicht angreife und Russland im Gegenzug Kiew verschone. Die US-Vermittler haben seit 2025 mehrmals Moskau besucht, waren aber für ihre Vermittlungsbemühungen noch nie in Kiew.
Vor US-Vermittlung: Tote bei Luftangriffen auf Ukraine
Vor einer US-Vermittlungsmission im Ukraine-Krieg sind vier Menschen im ukrainischen Gebiet Dnipropetrowsk durch einen russischen Luftangriff getötet worden. Der Angriff habe einen Industriebetrieb in der Stadt Kamjanske getroffen, teilte Gebietsgouverneur Olexander Hanscha auf Telegram mit. Es habe sechs Verletzte gegeben. Das russische Militär in Moskau sprach von einem Angriff auf ein großes Metallkombinat, das die ukrainische Rüstungsindustrie beliefere. Einschläge russischer Drohnen wurden in der Nacht auch aus dem Großraum Kiew gemeldet.
Über Russland hingegen wurden in der Nacht 59 ukrainische Drohnen abgewehrt, wie das Verteidigungsministerium in Moskau mitteilte. Die vergleichsweise niedrige Zahl lässt darauf schließen, dass die Ukraine wie angekündigt eine Feuerpause wegen des Besuchs der US-Vermittler einhält.
Der Sondergesandte Steve Witkoff und Jared Kushner, Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, werden angeblich an diesem Samstag in Moskau erwartet. Am morgigen Sonntag sollen sie erstmals Kiew besuchen, wie der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij mitgeteilt hat.
Russische Drohne trifft Geheimdienstzentrale in Kiew
Die russische Armee hat das Hauptgebäude des ukrainischen Geheimdienstes SBU im Zentrum der Hauptstadt Kiew mit einer Drohne angegriffen. „Die Drohne zielte direkt auf das Arbeitszimmer des SBU-Leiters in diesem Gebäude“, teilte Präsident Wolodimir Selenskij bei Telegram mit. Der Staatschef gab demnach SBU-Chef Olexander Poklad Anweisung, den Russen „spiegelbildlich“ auf diesen Schlag zu antworten. Nach Angaben des Kiewer Bürgermeisters Vitali Klitschko wurden fünf Menschen verletzt. Über dem getroffenen Gebäude steigt dichter schwarzer Rauch auf.
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau griffen russische Einheiten bereits am Morgen zwei Frachtschiffe im Schwarzen Meer an. Sie hätten Waffen, Munition und andere militärische Ausrüstung für die Ukraine an Bord gehabt, teilt das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Zudem habe Russland in der Nacht erneut die südukrainischen Region Odessa angegriffen. Das ukrainische Energieministerium warnt deshalb vor möglichen Netzeinschränkungen. Der Gouverneur von Odessa, Oleh Kiper, sagte zuvor, bei dem Angriff sei ein Mensch getötet worden. Mindestens fünf Menschen seien verletzt worden.
Dichter Rauch steigt über dem Hauptquartier des ukrainischen Geheimdienstes SBU in Kiew auf. Das Gebäude wurde bei einem russischen Drohnenangriff beschädigt. Gleb Garanich/Reuters
Luzia Geier
Behörden: Brand in Öldepot in Sotschi nach ukrainischem Drohnenangriff
Nach einem ukrainischen Drohnenangriff brennt ein Öldepot in der russischen Schwarzmeer-Hafenstadt Sotschi. Dies teilten die russischen Behörden der Region Krasnodar über den Kurznachrichtendienst Telegram mit.
Russische Behörden melden Tote nach ukrainischem Beschuss im Gebiet Belgorod
Durch ukrainischen Beschuss sind im russischen Grenzgebiet Belgorod nach Behördenangaben mindestens vier Menschen getötet worden. Drei weitere seien verletzt worden, teilte der kommissarische Gouverneur der westrussischen Region, Alexander Schuwajew, bei Telegram mit. Die Opfer waren demnach in einem Krankenwagen in der Stadt Schebekino unterwegs. Schebekino ist nur rund fünf Kilometer von der russisch-ukrainischen Grenze entfernt.
Selenskij hofft auf baldige Anreise von US-Unterhändlern
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij erwartet die Anreise von US-Vermittlern „in den nächsten Tagen“. „Wir zählen darauf, die Vertreter des Präsidenten der USA hier in Kiew zu sehen“, sagte der Staatschef in einer Videobotschaft. Es gebe eine Bestätigung der US-Amerikaner für Treffen in Moskau und Kiew. „Es ist sehr wichtig, dass Amerika weiter aktiv bleibt“, betonte Selenskij. Kiew sei bereit für einen inhaltlichen Austausch auf hoher Ebene. Das ukrainische Verhandlungsteam sei faktisch rund um die Uhr im Kontakt mit Washington.
Der US-Sondergesandte Steve Witkoff und der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, werden seit Monaten in der Ukraine für Gespräche über ein Ende des seit 2022 währenden russisch-ukrainischen Krieges erwartet. Mehrfach gab es hingegen bereits Verhandlungen in Moskau, was im April den Unmut Selenskijs hervorrief.
Russischer Treffer auf großes Medikamentenlager bei Kiew
Ein großes Medikamentenlager in der ukrainischen Stadt Boryspil bei Kiew ist Medienberichten zufolge durch einen russischen Luftangriff beschädigt worden. Das Internetportal Ukrajinska Prawda schrieb, es handele sich um eins der größten spezialisierten pharmazeutischen Lager in der Ukraine. Der Militärgouverneur des Kiewer Gebiets, Tymur Tkatschenko, bestätigte wie üblich nur einen Treffer auf ein Warenlager, ohne Details zu nennen. Er schrieb auf Telegram von einem Verletzten.
Die russische Armee verstärkt seit einiger Zeit die Angriffe auf Verteilzentren für Lebensmittel, Tiefkühllager, Versandzentren von Online-Händlern und Baumärkte in der Ukraine. Diese hat ihrerseits viele Versandzentren der russischen Online-Riesen Wildberries und Ozon attackiert.
Norwegen beschlagnahmt russisches Schiff in Arktis
Vor der Inselgruppe Spitzbergen ist ein russisches Schiff von norwegischen Behörden beschlagnahmt worden. Der staatliche ukrainische Energiekonzern Naftogaz hatte zuvor einen entsprechenden Antrag gestellt, wie die Behörden in Spitzbergen mitteilten. Hintergrund ist ein früherer Beschluss eines Schiedsgerichts, das Russland zu Entschädigungszahlungen von rund 4,2 Milliarden US-Dollar (etwa 3,6 Milliarden Euro) verpflichtet hatte. Moskau wirft Norwegen nun Piraterie vor.
Den Angaben nach wurde das Schiff Professor Molchanov am Mittwoch auf Anordnung eines Gerichts beschlagnahmt und liegt nun bis auf Weiteres im Hafen. „Der rechtliche Prozess und das Urteil sind Teil des Kampfes des Unternehmens um die Rückforderung von Geldern, die 2014 von Russland enteignet wurden“, heißt es in der Mitteilung.
Nach Angaben von Naftogaz geht es um Vermögenswerte auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim, die infolge der russischen Annexion 2014 enteignet wurden. Das Unternehmen besaß dort etwa große Vermögenswerte im Öl- und Gassektor. Die Beschlagnahmung sei angeordnet worden, um ausstehende finanzielle Verpflichtungen Moskaus durchzusetzen.
Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, sagte der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge, dass „Entführung“ der bessere Begriff für das Vorgehen sei. Die Regierung in Moskau legte formellen Protest beim norwegischen Botschafter ein. Das russische Außenministerium teilt mit, man fordere die Freigabe des Schiffes und dringe auf dessen Rückgabe.
Putin schließt neue Mobilmachung für Ukraine-Krieg aus
Der russische Präsident Wladimir Putin schließt nach eigenen Worten eine neue Mobilmachung für den Krieg aus. Es gebe keine Szenarien, in denen ein solcher Schritt notwendig sei, da Russland keine Probleme bei der Verfügbarkeit von Militärpersonal habe, sagt Putin. Entsprechende Spekulationen hatte er jüngst als „völligen Unsinn“ zurückgewiesen.
Beobachter schließen hingegen nicht aus, dass Putin angesichts anhaltend hoher russischer Verluste nach der Parlamentswahl vom 18. bis 20. September erneut eine Mobilisierung anordnen könnte. Der finnische Präsident Alexander Stubb hatte jüngst gesagt, das Einzige, womit Russland noch eskalieren könne, sei eine Mobilmachung. Es sei wahrscheinlich, dass diese im Herbst komme. Aktuell verliere die russische Armee monatlich zwischen 30 000 und 35 000 Soldaten. Es würden aber nur 27 000 neue rekrutiert.
Bundesregierung stellt 250 Millionen für Energieinfrastruktur bereit
Die Bundesregierung stellt über die staatliche Förderbank KfW weitere 250 Millionen Euro für die Ukraine bereit. Die Gelder seien für Reparaturen an der Energieinfrastruktur vor dem kommenden Winter gedacht, teilt das Wirtschaftsministerium in Berlin mit. „Dies trägt zur Sicherung der Energie- und Wärmeversorgung der Bevölkerung trotz anhaltender russischer Angriffe bei.“ Die Energieversorgung bleibe eine Frontlinie dieses Krieges, sagt Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. Sie appelliert an andere Staaten, ebenfalls Gelder bereitzustellen. Seit 2022 hat die Bundesregierung 560 Millionen Euro in den Energieunterstützungsfonds eingezahlt. Mit der jetzigen Aufstockung steigt diese Summe auf 810 Millionen Euro.
Ukraine: 17 Verletzte bei russischen Angriffen auf Odessa
Bei russischen Luftangriffen auf die ukrainische Hafenstadt Odessa sind nach Angaben der örtlichen Behörden 17 Menschen verletzt worden. Unter den Opfern seien drei Kinder, teilt der Chef der Militärverwaltung der Stadt, Serhij Lysak, auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Ein 21-stöckiges Wohngebäude sei beschädigt worden.
Dänischer Geheimdienst: Russland plant Sabotage in Dänemark
Dänische Behörden haben laut einem Bericht der Zeitung Berlingske Pläne und Vorbereitungen für russische Sabotage in Dänemark aufgedeckt. Unter den Zielen seien besonders Unternehmen in der Verteidigungsindustrie, die eine Verbindung zur militärischen Hilfe in der Ukraine hätten, sagte der Chef für Spionageabwehr beim dänischen Inlandsnachrichten- und Sicherheitsdienst PET, Emil Græsholm.
„Das Hauptziel ist, konkrete Lieferungen für die ukrainische Verteidigung zu stoppen“, sagte Græsholm den Angaben zufolge. „Gleichzeitig soll uns Angst gemacht werden, damit wir die Ukrainer nicht mehr unterstützen und unsere eigene Verteidigungsfähigkeit nicht ausbauen.“
In der Regel hält sich der Nachrichtendienst bedeckt - nicht in diesem Fall: „Die Auswahl der Ziele und die Vorbereitungen sind so konkret, dass wir es für notwendig halten, mit der Nachricht an die Öffentlichkeit zu gehen, dass es sich um eine Bedrohung handelt, die ernst genommen werden muss“, sagte Græsholm. Berlingske gegenüber nannte er Brandstiftung als mögliches Ziel der russischen Pläne. Unternehmen in der Rüstungsindustrie seien aufgerufen, ihre Sicherheitsmaßnahmen zu verschärfen.
Russland versuche außerdem, „ganz gewöhnliche Dänen“ für seine Pläne zu rekrutieren - oft, ohne dass diese wüssten, dass sie für Moskau arbeiteten. „Es kann darum gehen, Fotos oder Videos von Unternehmen oder Anlagen zu machen, die dann für Sabotagepläne genutzt werden können“, sagte Græsholm. Er rief die Däninnen und Dänen auf, misstrauisch zu sein, wenn sie mit solchen Anfragen konfrontiert würden.
Bulgarien lässt Ausnahmen von Russland-Sanktionen für Atomkraftwerk zu
Die bulgarische Regierung genehmigt Ausnahmen von den EU-Sanktionen gegen Russland, um den Import von Eisen und Stahl für das Kernkraftwerk Kosloduj zu ermöglichen. Für die Reaktoren sowjetischer Bauart seien regelmäßig Ersatzteile russischer Hersteller nötig, um die nukleare Sicherheit zu gewährleisten, teilt die Regierung mit. Kosloduj ist das einzige Atomkraftwerk des Landes und liefert mehr als ein Drittel des bulgarischen Stroms.
Ukraine erhält bei EU-Treffen Zusagen für Luftverteidigung
Die Ukraine hat bei einem EU-Außenministertreffen in Irland neue Zusagen zur Unterstützung ihrer Flugabwehr erhalten. „Wir haben uns gefreut, heute Ankündigungen von Mitgliedstaaten zu hören, Luftverteidigung bereitzustellen“, sagte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas nach dem Ende der Beratungen in der Grafschaft Wicklow. Dies sei etwas, worum man seit Langem gebeten habe.
Wer die neuen Zusagen machte und was sie konkret umfassen, wollte Kallas nicht verraten. Die Mitgliedstaaten, die entsprechende Ankündigungen gemacht hätten, würden diese auch selbst öffentlich bekanntgeben, sagte sie. „Aber für die Ukraine war es wichtig zu hören, dass es bei der Luftverteidigung tatsächlich Bewegung gibt.“
Kallas hatte am Vortag bei einem Verteidigungsministertreffen gesagt, man wisse, dass einige EU-Länder über Abfangraketen verfügten, deren Nutzungsdauer bald ablaufe. Es wäre deshalb gut, diese der Ukraine zu überlassen, die sie zum Schutz ihrer Bevölkerung vor russischen Luftangriffen einsetzen könne. Laut Diplomaten bezog sie sich damit vermutlich vor allem auf Griechenland. Die Ukraine hatte ihren aktuellen Bedarf an Abfangraketen zuletzt mit rund 300 Stück angegeben. Ein länger anhaltender Mangel könnte besonders mit Blick auf russische Angriffe auf die Energieinfrastruktur im Winter problematisch werden.
Selenskij: Ukraine und Deutschland vor Abschluss von Drohnen-Abkommen
Die Ukraine steht kurz vor dem Abschluss einer Vereinbarung mit Deutschland über die gemeinsame Entwicklung von Drohnen. Das teilt der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij nach einem Telefonat mit Bundeskanzler Friedrich Merz mit. Das Abkommen, das von der Ukraine vor einigen Monaten vorgeschlagen worden war, soll die gemeinsame Entwicklung verschiedener Drohnentypen, Raketen und der dazugehörigen Software umfassen. „Unsere Teams schließen derzeit die Arbeiten am Text des Drohnen-Abkommens ab. Dies wird sowohl Deutschland als auch die Ukraine zusätzliche Verteidigungskapazitäten bringen“, erklärt Selenskij über den Kurznachrichtendienst Telegram.
Unterdessen prüfen die EU-Staaten einen Antrag der Ukraine auf Geld für neue Flugabwehr. Das sagt
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US-Vermittler reisen nach Kiew und Moskau
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