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Die IKB geriet 2007 in die Finanzkrise aufgrund von Investitionen in US-Schrotthypotheken und wurde mit rund zehn Milliarden Euro vom deutschen Steuerzahler gerettet. Lone Star übernahm 2008 die Mehrheit und später 100 Prozent der IKB.
Bereits in dieser Woche soll es nach Handelsblatt-Recherchen erste verbindliche Offerten geben. Ob die Helaba zum Zuge kommt, ist Insidern zufolge fraglich.
IKB-Schriftzug: Präferenz für einen ausländischen Interessenten? Foto: dpa
Frankfurt. Der geplante Verkauf der Mittelstandsbank IKB geht in die entscheidende Phase. Der Finanzinvestor Lone Star, dem das Düsseldorfer Institut gehört, erwartet ab dieser Woche mehrere verbindliche Offerten für die IKB, sagten verschiedene mit dem Thema vertraute Personen dem Handelsblatt.
Interesse angemeldet hätten auch strategische Bieter wie die französische Großbank Crédit Agricole und die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Das Frankfurter Institut will laut der Nachrichtenagentur Bloomberg gut 600 Millionen Euro für die IKB bieten. Dies entspräche in etwa dem 0,6-Fachen des Buchwerts der IKB. Der Buchwert orientiert sich am regulatorischen Eigenkapital, das sich beim Düsseldorfer Institut Ende Juni auf 958 Millionen Euro belief.
Ob die Helaba mit einem solchen Angebot erfolgreich wäre, ist jedoch fraglich. Andere Interessenten hätten Lone Star zuletzt signalisiert, dass sie einen Preis bieten wollten, der näher am Buchwert der IKB liege als die kolportierten 600 Millionen Euro der Helaba, sagte eine Person aus dem Umfeld von Lone Star dem Handelsblatt.
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Für einen ausländischen Käufer sprechen würde auch, dass die IKB dann mehr Eigenständigkeit bewahren könnte und vermutlich weniger Stellen streichen müsste, erklärte der Insider weiter. Da die Helaba bereits stark im Firmenkundengeschäft vertreten ist, gäbe es bei ihr vermutlich größere Synergien mit der IKB und infolgedessen auch einen höheren Restrukturierungsbedarf.
Dazu passt: In Portugal verkaufte Lone Star kürzlich eine Mehrheitsbeteiligung an der Novo Banco an einen ausländischen Käufer – die französische Bankengruppe BPCE. Insgesamt wurde Novo Banco dabei mit 6,7 Milliarden Euro bewertet.
Einstieg mitten in der Finanzkrise
Lone Star, Helaba, Crédit Agricole und IKB wollten sich zum Verkaufsprozess nicht äußern. Das Düsseldorfer Geldhaus hatte in Deutschland 2007 als erstes deutsches Opfer der globalen Finanzkrise für Schlagzeilen gesorgt. Das Institut hatte sich mit Investitionen in US-Schrotthypotheken verhoben und wurde vom deutschen Steuerzahler mit rund zehn Milliarden Euro gerettet.
Ein Jahr später übernahm Lone Star die Mehrheit an der IKB und stockte seine Beteiligung später auf 100 Prozent auf. Typischerweise bleiben Finanzinvestoren nur fünf bis sieben Jahre an Unternehmen beteiligt und verkaufen sie dann wieder. Mehrere Versuche, die IKB zu veräußern, scheiterten in den vergangenen Jahren jedoch.
Ob der Verkauf dieses Mal gelingt, wird nach Einschätzung von Insidern vor allem davon abhängen, ob einer der Interessenten einen für Lone Star zufriedenstellenden Preis bietet. Geldhäuser, die im Index Euro Stoxx Banken gelistet sind, werden an der Börse aktuell im Schnitt mit dem 1,46-Fachen ihres Buchwerts gehandelt.
Helaba: Eine IKB-Übernahme würde die Landesbank strategisch nicht wirklich voranbringen. Foto: dpa
Da die IKB kleiner und weniger profitabel als viele Großbanken ist, erwarten Experten bei ihrem Verkauf jedoch nur eine Firmenbewertung vom 0,6- bis 0,9-Fachen ihres Buchwerts. Im ersten Halbjahr fuhr die IKB einen Gewinn von 36 Millionen Euro ein, was einer Eigenkapitalrendite von 10,8 Prozent entspricht.
Die IKB refinanziert etwas mehr als die Hälfte ihres Kreditbuchs von zuletzt 8,5 Milliarden Euro über Förderdarlehen der KfW und andere Förderdarlehen. Ihr Kauf würde die deutlich größere Helaba deshalb strategisch nicht wirklich voranbringen, sagten mit dem Thema vertraute Personen. Sollten die Frankfurter zum anvisierten Kaufpreis den Zuschlag erhalten, könnten sie dadurch jedoch ihr Eigenkapital stärken.
Die gescheiterten Übernahmen der Helaba
Die Helaba hatte sich in den vergangenen Jahren bereits mehrfach um größere Zukäufe bemüht, allerdings ohne Erfolg. Eine Übernahme des Immobilienfinanzierers Aareal Bank scheiterte im Herbst 2025 vor allem an unterschiedlichen Preisvorstellungen. Auch hier hatte die Landesbank Finanzkreisen zufolge einen Preis deutlich unter dem Buchwert geboten.
2022 zog die Helaba im Wettbieten um die Berlin Hyp den Kürzeren. Der Immobilienfinanzierer ging stattdessen an die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), die dafür Finanzkreisen zufolge 1,3 Milliarden Euro bezahlte. Zuvor verliefen bereits Gespräche über eine Fusion mit der Deka sowie über eine Übernahme der NordLB erfolglos.
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Helaba-Chef Thomas Groß, der am Freitag seinen Abschied für Oktober 2027 ankündigte, will jedoch nicht aufgeben und sich weiter nach Zukäufen umsehen. Mit einer Eigenkapitalquote von 16,7 Prozent sei die Helaba ausreichend kapitalisiert, „um auch größere Akquisitionen zu tätigen“, sagte er im März.
Übernahmen müssten jedoch zur eigenen Strategie passen, sich kulturell rasch integrieren lassen und einen angemessenen Preis haben, erklärte Groß. „Wenn alle drei Komponenten passen, dann sind wir nach wie vor sehr, sehr offen, genau diesen Akquisitionsweg auch zu gehen.“
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