Verkehrskonzept für die geplante Multifunktionsarena in Frankfurt
Die Anbindung des künftigen Doppelstandorts Waldstadion und Arena erfordert eine durchdachte Planung statt verkehrspolitischer Experimente.
Quick Look
Die Planung der Multifunktionsarena in Frankfurt steht vor einer Herausforderung: Das fehlende Verkehrskonzept gefährdet die Akzeptanz des Projekts, insbesondere bei gleichzeitigen Veranstaltungen im benachbarten Waldstadion.
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Why It Matters
In Frankfurt ist der Bau einer Multifunktionsarena geplant, die in unmittelbarer Nähe zum Waldstadion entstehen soll.
Bei den Vorbereitungen für die geplante Multifunktionsarena in Frankfurt lässt sich die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen beobachten. Während sich schon Interessenten für das spätere Betreiben der Halle in Stellung bringen, steht das Verkehrskonzept weiter aus. Damit aber steht und fällt die Akzeptanz des ehrgeizigen Vorhabens, denn es wird für ungefähr 15 Abende im Jahr damit gerechnet, dass sowohl im Waldstadion wie auch in der Arena nebenan Veranstaltungen stattfinden, der Andrang dort also größer ist denn je.
Sorgen bereiten Aussagen wie eine aus dem städtischen Verkehrsdezernat vor einigen Monaten – noch vor dessen Wechsel von den Grünen zur CDU –, aus Aktionismus ein Parkhaus zu bauen, sei keine Lösung. Von Aktionismus ist bei der Erarbeitung des Verkehrskonzepts nun wirklich gar nichts zu erkennen. Wichtiger aber: Warum von vornherein Möglichkeiten ausschließen?
Natürlich muss es darum gehen, dass möglichst viele Besucher auf der Schiene anreisen. Dazu gehört eine Ertüchtigung der Verbindungen mit den leistungsfähigen Straßenbahnen, am besten durch eine Verkürzung der Anfahrt vom Hauptbahnhof durch eine neue Strecke entlang der Mörfelder Landstraße, womit zugleich der Südbahnhof an das Stadion angeschlossen wäre mit der Möglichkeit zur Entzerrung der Anreise. Derzeit fahren die Straßenbahnen umständlich in einem weiten Bogen zum Stadion.
Autofahrer nicht verschrecken
Doch werden viele Besucher auch in Zukunft mit dem Auto anreisen. Wer aus Dillenburg oder Bensheim zu einem Herbert-Grönemeyer-Konzert fährt, will in der Nacht rasch und umstandslos nach Hause. Wer Autofahrern die Anreise erschwert, bringt diese nur auf den Gedanken, dann eben in den angrenzenden Stadtteilen nach einer Abstellmöglichkeit zu suchen; Schranken helfen dagegen nur bedingt. Mehr noch, er schwächt die neue Arena im real existierenden Wettbewerb solcher Hallen, bevor sie überhaupt eröffnet ist. In Mannheim jedenfalls klappt es mit dem Auto ganz fabelhaft und in Köln auch.
Wie Besucher die Möglichkeit bewerten, ihr Auto in einem Parkhaus im Stadtteil Gateway Gardens abzustellen und von dort für die letzte Meile noch Bahn oder Bus zu nehmen – derlei wird überlegt –, ist schwer zu sagen. Umständlich ist es schon. Jedenfalls ist die Anbindung des künftigen Doppelstandorts Waldstadion/Arena nun wirklich kein Ort für verkehrspolitische Experimente.
Dass die Lösung knifflig ist, steht außer Frage. Womöglich muss auch der Knoten Oberforsthaus umgebaut und aufgeweitet werden. Es hilft aber alles nichts: Wer A sagt, muss auch B sagen. Wer eine solche Halle will, muss auch den Verkehr dorthin auf moderne Weise organisieren.
Open Questions
- Wie sieht das konkrete Verkehrskonzept aus?
- Wird der Knoten Oberforsthaus umgebaut?




