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Verteidiger spricht zweieinhalb Stunden – und beantragt Freispruch für Gina H.
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Verteidiger spricht zweieinhalb Stunden – und beantragt Freispruch für Gina H.

Im Prozess um den getöteten achtjährigen Fabian plädiert die Verteidigung auf Freispruch aufgrund mangelnder Beweiskette.

Quick Look

  • Im Mordprozess um den achtjährigen Fabian aus Güstrow hat die Verteidigung der Angeklagten Gina H. einen Freispruch gefordert.
  • Anwalt Thomas Löcker zweifelte die Beweiskette der Staatsanwaltschaft an und verwies auf das Prinzip 'in dubio pro reo'.

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Why It Matters

Die 30-jährige Gina H. ist angeklagt, im Oktober 2025 den achtjährigen Fabian bei Klein Upahl erstochen zu haben. Die Staatsanwaltschaft sieht ein Motiv in der gescheiterten Beziehung zum Vater des Kindes.

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Im Fall des getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern hat ein Verteidiger der Angeklagten Freispruch beantragt. Die 30-jährige Gina H. dürfe nicht deshalb verurteilt werden, weil ein Verdacht im Laufe des langen Verfahrens vertrauter geworden sei, weil die Anklage schlüssig vorgetragen worden sei oder weil die Öffentlichkeit Antworten auf ihre Fragen wünsche, sagte Thomas Löcker im Rahmen seines Plädoyers am 34. Verhandlungstag.

Etwa zweieinhalb Stunden brachte er seine Zweifel an der Beweisführung des Mammutverfahrens zum Ausdruck. Die Verteidigung komme zu dem Ergebnis, „dass viele Fragen offenbleiben müssen und deshalb keine geschlossene Beweiskette am Ende vorliegt“. Er berief sich auf das Prinzip „in dubio pro reo“ – im Zweifel für den Angeklagten.

Am Donnerstag hatten die Staatsanwaltschaft sowie die Anwältin von Fabians Mutter als Nebenklägerin plädiert. Sie hatten eine Verurteilung der Deutschen wegen Mordes, eine lebenslange Haftstrafe sowie die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld beantragt. Im Falle eines entsprechenden rechtskräftigen Urteils wäre eine vorzeitige Haftentlassung bereits nach 15 Jahren praktisch ausgeschlossen.

Löcker zweifelte zahlreiche Indizien an, verwies etwa auf sichergestellte Faserspuren. Analysen hätten nicht den Nachweis erbracht, dass die Spuren zur Kleidung der Angeklagten beziehungsweise von Fabian gehörten, sagte er. Es sei lediglich herausgearbeitet worden, dass dies eine Möglichkeit sei. Eine an einer Küchenrolle im Auto der Angeklagten gefundene Blutspur Fabians könne zeitlich nicht zugeordnet werden, sagte er. Sie stammt laut Gina H. von einem Badeausflug, bei dem sie eine kleine Wunde Fabians versorgt habe. Auch die Glaubwürdigkeit bestimmter Zeugen stellte Löcker infrage.

Die Angeklagte lebte mehrere Jahre in einer Beziehung mit Fabians Vater. Mit dieser Beziehung hängt nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft auch das Tatmotiv zusammen. Sie ist davon überzeugt, dass die Frau Fabian im Oktober 2025 an einem Tümpel bei Klein Upahl, südwestlich von Güstrow, erstochen hat. Ein Vertreter der Staatsanwaltschaft hatte von einer „eindeutigen Indizienkette“ gesprochen. Gina H. hat die Vorwürfe im Verfahren abgestritten.

Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft stand Fabian aus Sicht der Angeklagten der Fortführung der Beziehung zu Fabians Vater im Weg. Den Angaben zufolge hatte er sich im August 2025 von ihr getrennt. Auch von einer mutmaßlichen Bestrafung des Vaters durch die Tat war die Rede.

Löcker glaubt nach eigenen Angaben nicht an ein entsprechendes Motiv. Eine absolute Ausnahmesituation, die eine solche Tat erklären könnte, sei in der fraglichen Zeit bei seiner Mandantin nicht zu erkennen gewesen.

Der Anwalt sprach davon, dass Gina H. am Tag von Fabians Verschwinden in Güstrow war und verwies auf entsprechende Videoaufzeichnungen, die mutmaßlich ihren Wagen zeigen. Er sprach zudem von einem Foto, das die Frau wenig später auf einem Waldweg machte, etwa 1,6 Kilometer vom späteren Fundort der Leiche entfernt. Die Angeklagte sei am Tag, bevor sie der Polizei den Fund der Leiche meldete, mit zwei Bekannten am Fundort gewesen. Löcker hinterfragte, inwiefern eine tatsächliche Täterin, die eine Tat verdecken wolle, sich so verhalten würde.

Am Freitag stand noch das Plädoyer des zweiten Verteidigers, Andreas Ohm, auf dem Plan. Danach hat die Angeklagte die Gelegenheit für letzte Worte vor einem Urteil, das am 10. November verkündet werden soll.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Urteilsverkündung am 10. November.

    Very likely · Within weeks

Open Questions

  • Wie wird das Gericht die Beweiskette bewerten?
  • Wie lautet das Urteil am 10. November?

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This article was originally published by Die Welt.

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