Wahlrecht ab 16: Eine kritische Betrachtung
Warum die Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre im Widerspruch zu anderen rechtlichen Altersgrenzen steht
Quick Look
- In acht deutschen Bundesländern dürfen Jugendliche ab 16 Jahren wählen.
- Der Autor hinterfragt diese Entwicklung angesichts der Wahlergebnisse in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern sowie der Diskrepanz zu anderen rechtlichen Altersgrenzen wie dem Jugendstrafrecht.
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Why It Matters
In acht deutschen Bundesländern wurde das Wahlalter für Landtagswahlen auf 16 Jahre gesenkt. Dies wird oft mit der langfristigen Betroffenheit junger Menschen von politischen Entscheidungen begründet.
Über fast jedes Detail der vergangenen Landtagswahlen ist mittlerweile geredet worden. Worauf kaum jemand hinweist: In acht Bundesländern dürfen inzwischen Jugendliche ab Vollendung des 16. Lebensjahres wählen. Mit Berlin und Mecklenburg-Vorpommern sind darunter zwei der drei Länder, in denen jüngst die Linke oder die AfD Wahlen gewonnen haben. Die Wahlrechtsänderung wird häufig damit begründet, dass Jugendliche länger mit den Auswirkungen politischer Entscheidungen leben müssten.
Die Folgen sieht man jetzt. In Berlin wählten 46 Prozent der 16- bis 24-Jährigen die Linkspartei. In Mecklenburg-Vorpommern holten AfD und Linke zusammen 54 Prozent in dieser Altersgruppe. Wie allein 16- und 17-Jährige abgestimmt haben, zeigen die Zahlen leider nicht. Aber die Vorstellung, die Stimmen der Jungen seien zwangsläufig Stimmen für eine vernünftige Zukunft, hat keine Basis.
Welche Zukunft soll das sein? Eine, in der Migranten und ihre Kinder das Land verlassen, weil sie drangsaliert werden? Auch die, die hier längst daheim sind, die Steuern zahlen? Eine Zukunft, in der niemand hier investiert, weil er damit rechnen muss, enteignet zu werden? Wo Clans Einfluss auf die Politik haben?
In anderen Bereichen ziehen wir für 16- und 17-Jährige Grenzen. Voll geschäftsfähig? Ab 18. Harter Alkohol? Ab 18. Allein Auto fahren? Ab 18. Sehr deutlich wird die Diskrepanz im Strafrecht: Wer eine Tat vor dem 18. Geburtstag begeht, wird nach Jugendstrafrecht verurteilt. Selbst bei 20-Jährigen geschieht das immer wieder. Gerichte berücksichtigen, dass junge Erwachsene die Folgen ihres Handelns oft nicht überblicken. In Ordnung. Aber warum lassen wir sie dann mit 16 wählen?
Open Questions
- Wie genau haben die 16- und 17-Jährigen im Vergleich zu den 18- bis 24-Jährigen abgestimmt?



