
Wegen des Waldbrandes im Hohen Venn mussten Anwohner auf deutscher Seite evakuiert werden. Im Hürtgenwald und Westerwald stabilisiert sich die Lage.
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In Belgien und Nordrhein-Westfalen kam es zu historischen Waldbränden, unter anderem im Naturschutzgebiet Hohes Venn und im Hürtgenwald.
Wegen des Waldbrandes im belgischen Hohen Venn mussten am Abend Anwohner auf der deutschen Seite der Grenze ihre Häuser verlassen. Eine Notunterkunft bei Monschau ist eingerichtet.
Düsseldorf. Das Feuer im Naturschutzgebiet Hohes Venn rückt nicht mehr auf die deutsche Grenze vor. Leichter Regen, kein Wind und hohe Luftfeuchtigkeit spielten den Einsatzkräften in die Hände. „Das ist gut für uns“, sagte ein Feuerwehrsprecher in der Einsatzleitstelle in Kalterherberg, einem Stadtteil von Monschau. Es handelt sich mit rund 3.000 Hektar Fläche um den größten Waldbrand in der Geschichte Belgiens.
Das Feuer war bis 300 Meter an die deutsche Grenze herangerückt. Zudem war zeitweise befürchtet worden, dass der Wind auffrischt, sich zusätzlich ungünstig dreht und die Flammen Richtung Deutschland treibt. Die Häuser in den Ortslagen Ruitzhof und Geisberg mit rund 30 Bewohnern waren am Sonntagabend gegen 22.00 Uhr evakuiert worden.
Die Brandbekämpfer hoffen, die Häuser retten zu können: Wiesen, die zwischen dem Feuer und den Häusern liegen, seien in den vergangenen Stunden komplett mit Wasser getränkt worden. Gegen 16 Uhr sei am Sonntag die Anforderung aus Belgien gekommen, bei der Brandbekämpfung zu helfen. Der Einsatz sei bereits vorbereitet gewesen.
Nicht nur die Wiesen würden gewässert, sondern auch große Wassertanks ständig aufgefüllt für die Löschfahrzeuge, die die Flammen direkt bekämpfen. Das Wasser müsse von der Talsperre Perlenbach herbeigeschafft werden. Nicht nur das Feuer, auch der Rauch sei gesundheitsgefährdend. In einer Schule in Simmerath wurde eine Notunterkunft für Betroffene eingerichtet.
Am Samstag hatten in zwei belgischen Gemeinden nahe dem Brandgebiet rund 600 Menschen ihre Häuser verlassen müssen.
Belgien erhält Unterstützung aus mehreren europäischen Ländern. Neben zwei Löschhubschraubern mit großen Wassertanks aus den Niederlanden seien am Sonntagnachmittag zwei Löschflugzeuge aus Schweden im Einsatz gewesen, schrieb der belgische Innenminister Bernard Quintin auf der Plattform X. Feuerwehrleute aus Deutschland und Luxemburg seien nach Angaben örtlicher Behörden bereits vor Ort.
Auch die belgischen Streitkräfte helfen: Sie stellten sechs Löschfahrzeuge und einen Tankwagen, wie Verteidigungsminister Theo Francken mitteilte. Erschwert werden die Löscharbeiten durch das unwegsame Gelände des Hohen Venns. Es gibt nur wenige Zufahrtswege. Zudem machen die ausgedehnten Moorflächen die Brandbekämpfung schwierig.
Lage im Hürtgenwald weiter unter Kontrolle
Im Hürtgenwald in der Eifel, wo Ende vergangener Woche der größte Waldbrand in der Geschichte Nordrhein-Westfalens entstanden war, stehen die Zeichen weiter auf Entspannung. „Die Lage im Hürtgenwald ist weiter unter Kontrolle“, sagte eine Sprecherin des Kreises Düren. „Nach wie vor gibt es aber zahlreiche Glutnester.“ Diese seien jetzt der Schwerpunkt der Brandbekämpfung. Offene Flammen gebe es nicht mehr. Von einem Ende der Lage könne man aber noch nicht sprechen.
Etwa 400 Einsatzkräfte seien in der Nacht im Hürtgenwald im Einsatz gewesen. Tagsüber würden es voraussichtlich wieder doppelt so viele. Der Regen sei leider nur „ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagte die Sprecherin. „Aber wir nehmen alles, was wir kriegen können.“
Nach Angaben des Kreises sind etwa 300 Hektar Wald vom Feuer betroffen. Verschont blieb der Ortsteil Hürtgenwald-Gey von den Flammen. Dort waren bereits am Samstagabend Bewohnerinnen und Bewohner des evakuierten Ortsteils in ihre Wohnungen und Häuser zurückgekehrt, wie eine Sprecherin mitteilte. „Stand Sonntagmorgen waren rund zwei Drittel der Betroffenen wieder vor Ort.“ Etwa 2000 Personen hatten das Gebiet in der Nacht zu Freitag verlassen müssen. Die Flammen waren bis auf 250 Meter an Grundstücke herangerückt.
Brandursachen werden weiter ermittelt.
Sobald die Löscharbeiten abgeschlossen sind, dürfte auch die Frage nach den Ursachen stärker in den Fokus rücken. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und weitere Kabinettsmitglieder hatten sich vor Ort über die Lage informiert. NRW-Innenminister Herbert Reul und Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (beide CDU) hatten von möglichem menschlichem Fehlverhalten gesprochen.
Bei der zu Hürtgenwald ermittelnden Kölner Polizei hieß es am Sonntag, man habe ein Hinweisportal geschaltet. Abschließende Erkenntnisse gebe es noch nicht, die eingegangenen Hinweise würden ausgewertet, berichtete eine Polizeisprecherin.
Im Westerwald verhindert Feuerwehr Übergreifen
Nach dem Waldbrand bei Gebhardshain läuft der Einsatz am Montag weiter. „Die Einsatzkräfte sind auch am heutigen Morgen weiter vor Ort“, teilte die Gemeinde auf Instagram mit. „Im Laufe des Morgens wird der Kräfteeinsatz nochmals verstärkt, um die weiteren Arbeiten im betroffenen Waldgebiet durchzuführen.“
Bereits am Sonntagabend war der Brand unter Kontrolle gebracht worden, wie der Landkreis Altenkirchen mitteilte. Für die Nacht waren Nachlöscharbeiten geplant. Am Montagmorgen sollten die Flächen nochmals kontrolliert werden.
Zuvor waren es bange Stunden in dem Westerwaldort: Die Flammen des Waldbrandes hatten sich am Sonntagabend bis auf etwa 20 Meter an erste Gebäude herangefressen, bis die Entwarnung kam. Die Lage war zwischenzeitlich so brenzlig, dass eine Straße mit 20 Haushalten rasch evakuiert werden musste. Später durften die Anwohnerinnen und Anwohner wieder zurück in ihre Häuser.
Die Verbandsgemeinde Betzdorf-Gebhardshain liegt etwa 60 Kilometer östlich von Bonn in einer waldreichen Mittelgebirgsregion in Rheinland-Pfalz an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen.
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Ermittlung der Brandursachen nach Abschluss der Löscharbeiten
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