Einsatzkräfte kämpfen gegen Waldbrände in Baden-Württemberg und an der Grenze zu Belgien; Evakuierungen in Monschau.
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Waldbrände im steilen Gelände bei Schramberg und im deutsch-belgischen Grenzgebiet des Hohen Venns erfordern Großeinsätze.
Der zuletzt deutlich größer gewordene Brand in einem steilen Waldstück bei Schramberg (Landkreis Rottweil) lässt sich nach Angaben der Feuerwehr nur schwer löschen. „Die Einsatzkräfte können nicht näher an die Brandherde rücken, weil das Gelände es nicht zulässt“, teilte der Landkreis mit. „Die Sicherheit unserer Feuerwehrleute geht vor.“ Insgesamt sind derzeit laut Feuerwehr 250 Einsatzkräfte am Ort des Brandes.
Das Feuer im Naturschutzgebiet Hohes Venn rückt nicht mehr auf die deutsche Grenze vor. Leichter Regen, kein Wind und hohe Luftfeuchtigkeit spielten den Einsatzkräften in die Hände. „Das ist gut für uns“, sagte ein Feuerwehrsprecher in der Einsatzleitstelle in Kalterherberg, einem Stadtteil von Monschau.
Der Waldbrand bei Schramberg im Landkreis Rottweil (Baden-Württemberg) hat sich in der Nacht deutlich ausgebreitet. Nach Angaben eines Polizeisprechers brennen inzwischen rund zehn bis zwölf Hektar Waldfläche, das ist etwa so groß wie 14 Fußballfelder. Am Sonntagabend hatten zunächst noch etwa zwei Hektar in Flammen gestanden. Feuerwehrleute aus dem gesamten Landkreis Rottweil und darüber hinaus seien mit mehr als 160 Kräften vor Ort, teilte die Feuerwehr in der Nacht mit.
Bei den Flammen, die in der Nacht bis auf 300 Meter an die evakuierten Gebäude in Monschau heranrückten, handelt es sich laut einem Sprecher der Stadt um „kleinere Brandherde, nicht um die große Feuer-Front“. Das sagte der Sprecher der „Bild“. Das Feuer befinde sich immer noch auf belgischer Seite. Mit einem Übergreifen auf deutsches Gebiet rechnet der Sprecher für die nächsten Stunden nicht.
Das Feuer im Naturschutzgebiet Hohes Venn rückt auf die erste Wohnbebauung auf deutschem Gebiet vor. Die Flammen stünden etwa 300 Meter vor den vor einigen Stunden evakuierten Gebäuden, sagte Monschaus Feuerwehrsprecher Tobias Schell. Die Häuser in den Ortslagen Ruitzhof und Geisberg mit rund 30 Bewohnern waren gegen 22.00 Uhr evakuiert worden.
Die Brandbekämpfer hofften dennoch, sie retten zu können: „Zwischen dem Feuer und den Häusern liegen Wiesen, die wir in den vergangenen Stunden komplett mit Wasser getränkt haben.“ Im Minutentakt rauschten in der Nacht Transporter mit Wassertanks durch Kalterherberg, das zu Monschau gehört, ins Einsatzgebiet. Auf der nächsten Anhöhe war Feuerschein zu sehen, der mal stärker aufleuchtete und dann wieder schwächer wurde. Nicht nur die Wiesen würden gewässert, sondern auch große Wassertanks ständig aufgefüllt für die Löschfahrzeuge, die die Flammen direkt bekämpfen. Das Wasser müsse von der Talsperre Perlenbach herbeigeschafft werden.
Der Stellvertreter der Bürgermeisterin, Franz-Karl Boden, hat sich zur angeordneten Evakuierung mehrerer Straßenzüge in Monschau geäußert. Dieser Schritt sei vorsorglich zum Schutz der Bevölkerung ergriffen worden. „Wenn der Wind dreht, haben wir auf jeden Fall eine starke Rauchbelastung“, sagte Boden. Bei Westwind könnte es auch die Tendenz geben, dass sich das Feuer Richtung Osten ausbreitet. „Die Feuerwehr ist entsprechend aufgestellt“, erklärte Boden. Wenn die Flammen näherkommen sollten, könne die Feuerwehr reagieren.
Die sofortige Evakuierung von two Straßenzügen am späten Sonntagabend sei „besser jetzt als mitten in der Nacht“, sagte Boden. „Wir haben im Moment überhaupt keine Anhaltspunkte für weitere Evakuierungen“, verdeutlichte er. Die Polizei zeigte Präsenz in den betroffenen Straßen. Wie ein dpa-Reporter in Monschau schilderte, nahm eine Familie ein Pferd im Autoanhänger mit. Eine andere Familie habe mit Beamten diskutiert und sei dann losgefahren. „Die allermeisten sind bei Verwandten oder Freunde untergekommen“, erklärte Boden. Aber auch die Notunterkunft in einer Schule werde zumindest von ein paar Betroffenen genutzt.
Wegen des enormen Waldbrandes im Hohen Venn haben die Behörden eine Evakuierung in Teilen der nordrhein-westfälischen Stadt Monschau angeordnet. „Die aktuelle Entwicklung des Brandgeschehens im Hohen Venn erfordert eine sofortige Evakuierung folgender Straßenzüge in Kalterherberg: Ruitzhof und Geisberg“, teilte die Stadt Monschau auf ihrer Internetseite mit.
„Die Häuser sind sofort zu verlassen“, hieß es. Die Bewohner sollten die Siedlungen selbstständig verlassen. Eine Stadtsprecherin von Monschau sagte der „Bild“: „Wir laufen jetzt von Haus zu Haus und informieren die Bewohner. Das ist eine reine Sicherheitsevakuierung. Wir machen das jetzt, damit wir die Leute nicht gegen 3 oder 4 Uhr wecken müssen.“ Eine Notunterkunft sei in der Sekundarschule in Simmerath eingerichtet worden, teilte die Stadt mit. Betroffen seien 17 Häuser und maximal 30 Menschen.
Der örtliche Feuerwehrchef Luc Burette sagte am Sonntagnachmittag zum Feuer im Naturschutzgebiet Hohes Venn: „Wenn wir das Feuer nicht eingrenzen können, könnte es Deutschland erreichen, wir sind nur noch 2,5 Kilometer von der Grenze entfernt.“ Die Stadt Monschau sprach am Vormittag noch davon, dass die Feuerfront nur noch etwa 1,5 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt (1,8 km zur nächsten deutschen Bebauung) sei.
„Wir halten durch, weil jeder will, dass es aufhört“, sagte der Feuerwehrmann Grégory Mélotte, der am Sonntag seine dritte Schicht im Einsatz gegen die Flammen absolvierte. Bislang sei das Feuer, das seit Freitag fast 3000 Hektar Vegetation vernichtet hat, nicht unter Kontrolle. Am Sonntagnachmittag waren laut Feuerwehr weiterhin mehrere Brandherde aktiv. Auffrisinger Wind erschwere die Lage, sagte Feuerwehrchef Burette: „Wir haben noch einmal einen kompletten Löschzug Verstärkung angefordert.“

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