Wall Street schließt freundlich ab – Ölpreis fällt, Zinserwartungen steigen
Quick Look
- Die US-Börsen beendeten die Woche freundlich, unterstützt von fallenden Ölpreisen, während die Erwartung einer Zinserhöhung durch die Fed aufgrund hartnäckig hoher Inflation die Gewinne begrenzte.
- Der Dow Jones gewann knapp ein Prozent, der S&P 500 stieg um 0,9 Prozent und der Nasdaq legte ebenfalls ein Prozent zu.
- Technologie- und Kommunikationswerte führten die Gewinne an, während Oracle nach starken Quartalszahlen zunächst zulegte, aber letztlich leicht im Minus schloss.
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Why It Matters
Die US-Börsen reagierten auf fallende Ölpreise und gleichzeitig steigende Erwartungen an eine Zinserhöhung durch die Federal Reserve aufgrund hartnäckig hoher Inflationsraten. Der Ölpreis fiel zwar, blieb aber auf hohem Niveau, während Inflationsdaten und Anleiherenditen die Zinsnervosität erhöhten.
Die Wall Street verabschiedet sich freundlich ins Wochenende. Der Ölpreis fällt, bleibt allerdings auf einem hohen Niveau. Dass die Fed wegen der hohen Inflation die Zinsen erhöht, gilt bei den US-Anlegern inzwischen als ausgemachte Sache.
Sinkende Ölpreise haben den US-Börsen zum Wochenschluss Auftrieb verliehen. Die Aussicht auf steigende Zinsen im Kampf gegen die hartnäckig hohe Inflation begrenzte die Erholungsbewegung allerdings. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss knapp ein Prozent fester bei 52.573 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 legte 0,9 Prozent auf 7656 Stellen zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rückte ebenfalls ein Prozent auf 26.333 Zähler vor.
Die Kursgewinne waren breit gefächert. Alle Branchenindizes des S&P 500 notierten im Plus. Zu den stärksten Bereichen gehörten Technologiewerte und Aktien von Kommunikationsdienstleistern. Papiere von Chipherstellern und Edelmetallminen legten ebenfalls deutlich zu. "Der Markt befand sich möglicherweise vorübergehend in einem überverkauften Zustand, und wir beobachten nun eine gewisse Entspannung", sagte Andre Bakhos, geschäftsführendes Mitglied bei Ingenium Analytics.
Inflation hält sich hartnäckig
Die zuletzt stark gestiegenen Rohölnotierungen gaben zum Wochenschluss knapp drei Prozent nach: Mit über 104 Dollar je Fass steuerte die Nordseesorte Brent dennoch auf ein Wochenplus von rund neun Prozent zu. Die Wetten auf eine Zinserhöhung der US-Notenbank Fed am kommenden Mittwoch nahmen nach den jüngsten Inflationsdaten zu. Händler an den Terminmärkten taxieren die Wahrscheinlichkeit für eine geldpolitische Straffung der Fed um einen Viertelprozentpunkt nun auf rund 90 Prozent, zuvor lag sie bei rund 70 Prozent.
Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im August um 3,4 Prozent zum Vorjahresmonat, was den Erwartungen von Volkswirten entsprach. "Die Märkte preisen ein Szenario mit längerfristig höheren Zinsen ein", sagte Gustav Helgesson, Makrostratege bei SEB. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe war nach den Daten mit 4,992 Prozent auf ihren höchsten Stand seit fast drei Jahren gesprungen. Die Stimmung der US-Verbraucher verschlechterte sich im September spürbar. Das Barometer für die Konsumlaune sank auf 47,8 Zähler, nach 51,7 Punkten im August, wie die Universität Michigan mitteilte.
Techwerte nach Oracle-Zahlen gefragt
Am Aktienmarkt sorgte Oracle für Bewegung im Technologiesektor auf. Der Cloud-Spezialist übertraf mit seinen Quartalsergebnissen die Erwartungen, was die Aktionäre in der Einschätzung bestärkte, dass sich Investitionen in Künstliche Intelligenz auszahlen. Die Oracle-Aktie gab ihre anfänglichen Gewinne von acht Prozent jedoch wieder ab und schloss leicht im Minus.
Im Sog der Zahlen sprangen Dell dennoch um rund zwölf Prozent auf ein Rekordhoch. Hewlett Packard Enterprise stiegen um fast zehn Prozent, HP legten um etwa sieben Prozent zu. Bei Adobe ging es nach anfänglichen Verlusten rund ein halbes Prozent nach oben. Der Softwareentwickler enttäuschte die Anleger allerdings mit seiner Umsatzprognose für das vierte Quartal.
Anleger waren mit den Quartalszahlen der US-Supermarktkette Kroger hingegen voll zufrieden. Die Aktien legten um rund 2,5 Prozent zu. Der Umsatz übertraf mit 34,6 Milliarden Dollar knapp die Schätzungen der Analysten. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 1,09 Dollar über den Erwartungen von 1,06 Dollar. Für Gesprächsstoff sorgte zudem die angekündigte Übernahme des Online-Fahrzeugauktionärs ACV Auctions durch den Rivalen Copart für fast 1,9 Milliarden Dollar. Aktien von ACV legten daraufhin rund 44 Prozent zu.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die Federal Reserve wird am kommenden Mittwoch die Zinsen um einen Viertelprozentpunkt erhöhen.
Very likely · Within days
Dell Technologies wird sein Rekordhoch kurzfristig verteidigen können, unterstützt anhaltender Technologiesektor-Stärke.
Likely · Within weeks
Die Übernahme von ACV Auctions durch Copart wird voraussichtlich abgeschlossen werden und den Aktienkurs von ACV weiter stützen.
Likely · Within months
Open Questions
- Wie wird die tatsächlich beschlossene Zinsentscheidung der Fed am kommenden Mittwoch ausfallen?
- Wird der Technologiesektor seine jüngste Outperformance angesichts hoher Bewertungen halten können?
- Wie nachhaltig ist der aktuelle Aufschwung bei Einzelhändlern wie Kroger angesichts belasteter Konsumentenstimmung?






