Wechsel an der Spitze der tschechischen Staatsbahn České dráhy
Nach öffentlichem Druck durch Parlamentspräsident Tomio Okamura tritt Bahnchef Krapinec zurück und wird durch Hamplová ersetzt.
Quick Look
- Nach massiver Kritik durch den Parlamentspräsidenten Tomio Okamura und Berichten über interne Machtkämpfe ist der Chef der tschechischen Staatsbahn České dráhy zurückgetreten.
- Seine Nachfolgerin Hamplová strebt eine Modernisierung des Unternehmens an.
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Why It Matters
Tschechien besitzt eines der dichtesten Eisenbahnnetze Europas mit einer Länge von 9344 Kilometern. Der Markt wird zunehmend durch private Anbieter wie Arriva und RegioJet ergänzt.
Zuvor hatte Parlamentspräsident Tomio Okamura den bisherigen Bahnchef hart angegangen. Er habe viele Beschwerdebriefe von Bürgern wegen fehlenden Toilettenpapiers in den Zügen erhalten, sagte der ultrarechte Politiker im öffentlich-rechtlichen Fernsehen CT. Die Situation sei eine »völlige Schande«. Ein Bahnsprecher entgegnete, dass der Konzern jährlich rund drei Millionen Rollen bereitstelle.
Beobachter gehen davon aus, dass Okamura eigentlich anderes im Schilde führt. Laut einem Bericht der »Hospodářské noviny« (auf Deutsch: »Wirtschaftszeitung«) soll ein Kampf um die Führung der České dráhy entbrannt sein.
Dem Bericht zufolge soll der Verdacht bestanden haben, aus Krapinecs Umfeld könnten geheime Informationen nach außen gelangt sein. Die České dráhy selbst teilten mit, dass Krapinec die Berechtigung gar nicht brauche, um an der Spitze des Konzerns zu stehen. Der Druck auf den Bahnchef wurde aber offenbar so groß, dass er selbst die Reißleine zog.
Die neue Chefin Hamplová kündigte an, die Bahn zu einem »gesunden, modernen und selbstbewussten Unternehmen« machen zu wollen. Tschechien verfügt über eines der dichtesten Eisenbahnnetze in Europa. Es hat eine Streckenlänge von insgesamt rund 9344 Kilometern. Neben der Staatsbahn mischen inzwischen auch immer mehr private Anbieter mit, darunter Firmen wie Arriva und RegioJet.
Open Questions
- Wurde der Verdacht auf Informationsabfluss offiziell bestätigt?
- Wie wird die neue Strategie von Hamplová konkret aussehen?




