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Die AfD hat in Sachsen-Anhalt die Landtagswahl mit fast 44 Prozent der Stimmen gewonnen und ihren Anteil gegenüber 2021 mehr als verdoppelt. Wirtschaftsweise warnen vor den Folgen migrationsfeindlicher Politik für die Sozialkassen und fordern glaubwürdige Reformen statt bloßer Warnungen vor der AfD.
Notwendige Reformen würden seit Jahren mit dem Argument vertagt, sie könnten Wähler an die politischen Ränder treiben, sagte die Wirtschaftsweise Veronika Grimm der »Augsburger Allgemeinen«. Genau dieses Aufschieben stärke jedoch den Eindruck, dass die politische Mitte nicht mehr handlungsfähig sei. »Die politisch erreichbaren AfD-Wähler gewinnt man nicht durch bessere Kommunikation oder Warnungen vor der AfD zurück, sondern nur durch glaubwürdige Problemlösungen«, sagte die Ökonomin.
Auch der Wirtschaftsweise Martin Werding warnte die Bundesregierung vor falschen Schlüssen aus der Landtagswahl. Er ist Mitglied der Rentenkommission, die einen Reformplan vorgelegt hat. »Bundesregierung und Bundestag dürfen sich nicht beirren lassen. Sie können die sorgfältig abgewogenen Reformempfehlungen der Alterssicherungskommission prüfen und nötigenfalls nachjustieren, aber sie sollten das Paket nicht komplett aufschnüren und zerfleddern«, sagte Werding der »Rheinischen Post«. Die Folgen der demografischen Entwicklung würden sich in den nächsten zehn Jahren voll entfalten, daher sei die Reform notwendig.
Zugleich warnte Werding vor den Folgen einer migrationsfeindlichen AfD-Politik für die Sozialkassen. Alle aktuellen Szenarien zur zukünftigen Entwicklung der Renten- und der gesamten Sozialbeiträge basierten auf Annahmen zu einer anhaltend hohen Nettozuwanderung, erklärte er. Die Ist-Zahlen hätten sich in den letzten Jahren sowieso schon deutlich verringert. »Wenn Deutschland im internationalen Wettbewerb um mobile Arbeitskräfte nicht klar signalisiert, dass Erwerbsmigration hierzulande willkommen ist, gefährden wir die wirtschaftliche Entwicklung und verschärfen die Finanzierungsprobleme unserer Sozialsysteme«, sagte der Wirtschaftsweise weiter.
Ökonomin Grimm warnte Wirtschaftsvertreter vor einer Annäherung an die AfD und eine von ihr geführte Regierung. »Wer als Unternehmer versucht, die AfD wirtschaftspolitisch in eine bestimmte Richtung zu lenken, begibt sich auf eine Gratwanderung ohne Sicherung«, sagte sie. Die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Risiken seien enorm.
Unternehmer und Persönlichkeiten aus der Wirtschaft sollten ihren Einfluss stärker nutzen, um von den demokratischen Parteien konsequente Strukturreformen einzufordern, erklärte Grimm weiter. »Die üblichen Appelle, die AfD gefährde den Wirtschaftsstandort, werden viele AfD-Wähler nicht erreichen – eine solche Warnung klingt schnell wie der Versuch einer Elite, den Status quo zu bewahren«, sagte sie. Wer überzeugen wolle, müsse vehement darauf drängen, dass die demokratische Mitte Probleme tatsächlich löse.
Frührente als eines der umstrittenen Themen
Die AfD in Sachsen-Anhalt hatte am Sonntag die Landtagswahl mit fast 44 Prozent der Stimmen klar gewonnen und damit ihren Anteil gegenüber der Wahl von 2021 mehr als verdoppelt. Sie hat aber selbst keine absolute Mehrheit.
Die SPD sieht ein Problem im Reformkurs der Bundesregierung. Im Fokus stehen die umstrittenen Reformpläne zur Rente, zu Krankschreibungen, Pflege und Steuern. Zwar will auch die SPD die Reformen nicht grundsätzlich infrage stellen. »Jetzt noch die Bundesregierung in ein Chaos zu stürzen, das kann nicht unser Weg sein«, betont Bas. Zugleich sagte sie: »Aber wir müssen trotzdem was ändern.«
Für die SPD ist etwa die Frührente nach 45 Beitragsjahren eines der entscheidenden Themen. Die Koalitionsspitzen haben sich darauf verständigt, die Vorschläge der Rentenkommission als »Gesamtkunstwerk« umzusetzen – inklusive Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren. Man dürfe nicht Reformpolitik gegen die Menschen machen, betonte Arbeitsministerin Bas.
Noch gibt es keinen Gesetzentwurf – und dass die Abschaffung komplett zurückgenommen wird, ist unwahrscheinlich. Vielmehr deuten sich weitgehende Übergangsregeln und Ausnahmen an.
Bundeskanzler Friedrich Merz kündigte Gespräche mit dem Koalitionspartner SPD an. »Wir müssen reden über die Frage, wie wir in der Bundesregierung jetzt den eingeschlagenen Reformkurs fortsetzen«, kündigt er an. Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) machte deutlich: »Eine falsche Schlussfolgerung wäre, dass man die vielfachen Reformen, die wir in Angriff genommen haben, nicht mit einem hohen Tempo weiter fortsetzt.«
AI outlook — possibilities, not facts
Die Bundesregierung wird die Reformempfehlungen der Rentenkommission prüfen und nötigenfalls nachjustieren, aber das Paket nicht komplett aufschnüren.
Likely · Within months
Es werden weitgehende Übergangsregeln und Ausnahmen bei der Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren eingeführt.
Likely · Within months
Die SPD wird weiterhin an der Frührente nach 45 Beitragsjahren als entscheidendem Thema festhalten und für Änderungen eintreten, obwohl sie die Reformen nicht grundsätzlich infrage stellen will.
Very likely · Within weeks
Steffen Krach, chairman of the Berlin SPD, is calling for a social change in pension and tax policy in view of the AfD's success in the state elections in Saxony-Anhalt. He criticizes the planned cuts in housing benefits as a “huge mistake” and emphasizes the need to better explain reforms. The Berlin House of Representatives election will take place on September 20th.

The President of the Thuringian State Office for the Protection of the Constitution, Stephan Kramer, mentioned preventive restrictions on the exchange of sensitive intelligence information should an AfD-led state government in Saxony-Anhalt raise doubts about secret protection. Thuringia's Interior Minister Georg Maier and Hamburg's Interior Senator Andy Grote expressed similar concerns. After the AfD's election victory with 49.7 percent, SPD district administrator Markus Bauer is calling for talks with the AfD, while Berlin's CDU top candidate Stefan Evers is ruling out cooperation. The CDU in Saxony-Anhalt is planning a new election for the state executive board.
After the state elections in Saxony-Anhalt, the SPD and the Union see the reform plans for pensions, sick leave, care and taxes differently. The SPD sees the election as a rejection of the federal government and is calling for course corrections, while the Union wants to continue its reform course. However, both sides reiterate the need for dialogue.

For the first time, the Bundestag is discussing the 2027 federal budget from Finance Minister Lars Klingbeil (SPD), which envisages spending of 555.4 billion euros and net borrowing of 118.7 billion euros. Criticism is directed against the strong focus on defense, the planned reallocation of funds from the climate and transformation fund and the continued increase in debt to 203.7 billion euros net by 2030 as well as rising interest burdens.

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