
Ein 19-jähriger Tatverdächtiger wurde festgenommen; Polizei geht von Beziehungstat aus
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Die Tat ereignete sich auf dem Campus einer privaten Schule in Gosen-Neu Zittau. Es handelt sich um eine Einrichtung, die Gymnasium, Oberschule und Fachoberschule vereint.
An der Docemus-Schule in Gosen-Neu Zittau (Oder-Spree) sind am Donnerstag zwei Personen getötet worden. Das bestätigte die Polizei dem rbb.
Die Einsatzkräfte gehen von einer Gewalttat aus. Nach rbb-Informationen wurde eine 18 Jahre alte Schülerin mit einem Messer getötet. Bei dem zweiten Todesopfer soll es sich um einen Hausmeister handeln, der dazwischengegangen sein könnte. Beide Opfer starben laut Polizei trotz sofortiger medizinischer Versorgung noch vor Ort an ihren Verletzungen.
Die Ermittlungen zum Tatmotiv laufen, sagte Polizeisprecher Roland Kamenz dem rbb am Abend. Über ein Hinweisportal können Zeugen Hinweise zur Tat abgeben. Auch am Freitag werden Einsatzkräfte und Notfallseelsorger an der Schule sein, so Kamenz weiter.
Ein 19-jähriger Deutscher sei festgenommen worden, bestätigte Polizeisprecher Roland Kamenz dem rbb. Aktuell laufe die Spurensicherung, diese werde noch bis in die Nacht andauern. "Nach den bisherigen Erkenntnissen gehen die Ermittler von keiner Amok-, sondern einer Beziehungstat aus", teilte die Polizei am Nachmittag per Pressemitteilung mit. Weitere Details zu den Todesopfern und zu dem Verdächtigen gab es zunächst nicht.
Notfallseelsorger waren vor Ort und betreuten Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte und Angehörige. Einige befanden sich noch am späten Nachmittag in der Turnhalle, wurden mit Getränken versorgt und später von ihren Eltern abgeholt. Ein Polizeisprecher sagte, es könne sein, dass noch einzelne Schüler vernommen würden.
Am Abend kamen etwa 100 Kinder und Erwachsene mit Blumen und Kerzen zu einem Gedenken zusammen. Der Schock stand den allermeisten noch ins Gesicht geschrieben. Es wurde laut geweint, Kuscheltiere wurden niedergelegt, die Menschen umarmten sich. Ob die Schule am Freitag geschlossen bleibt, entscheidet die Schulleitung.
Ein für die kommende Woche geplantes Dorffest wurde von der Gemeinde abgesagt.
Auf der Plattform X schrieb die Polizei Brandenburg zuvor von einem Einsatz gemeinsam mit dem Rettungsdienst. Nach einer Gewalttat sei eine männliche Person vorläufig festgenommen worden, die nach gegenwärtigen Erkenntnissen mit der Tat im Zusammenhang stehe. "Wir sichern aktuell den Tatort." Die Polizei machte am frühen Nachmittag auch über ihre Warn- und Informationskanäle auf den laufenden Einsatz aufmerksam. Gegen 13.45 Uhr seien die ersten Notrufe bei der Polizei eingegangen, so die Polizei.
Die Tat ereignete sich auf einem Schulcampus eines privaten Trägers umgeben von Wald und Seen am Rande von Gosen-Neu Zittau. Dort befinden sich Gymnasium, Oberschule und Fachoberschule. Nach diesem Modell sollen die Gemeinsamkeiten gefördert werden, die Durchlässigkeit zwischen den einzelnen Schulformen wird betont.
Brandenburgs Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke bezeichnete die Tat als "feigen Femizid, der in unserer Gesellschaft keinen Platz haben darf". Wenn Frauen aufgrund ihres Geschlechts getötet werden - also weil sie Frauen sind - spricht man von einem Femizid, als häufigste Form gilt die Tötung von Frauen durch Partner oder Ex-Partner.
"Wir sind erschüttert über die Tat, die sich auf dem Schul-Campus ereignet hat", teilte das Brandenburger Bildungsministerium am Nachmittag mit. Auf dem Schulgelände befinde sich auch die öffentliche Schule "An der Spree". Am Freitag sollen Schulräte und ein Notfallteam des Schulamtes mit schulpsychologischen Fachkräften auf dem Campus sein.
Der Brandenburger Landeselternrat erwartet, dass Maßnahmen geprüft werden, um für Sicherheit an den Schulen zu sorgen. "Eltern müssen ihre Kinder morgens in die Schule schicken können, ohne Angst und ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen."
Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) reagierte tief entsetzt: "Bei einem furchtbaren Angriff sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Diese Tat erschüttert unser gesamtes Land. Meine Gedanken und mein tiefstes Mitgefühl sind in diesen schweren Stunden bei den Angehörigen der Opfer, ihren Familien und Freunden."
Auch Innenminister Jan Redmann (CDU) äußerte sich schockiert über den Angriff. "Den Angehörigen und Freunden der beiden Opfer spreche ich mein tiefstes Mitgefühl aus, der Polizei und den Rettungskräften danke ich für ihren schnellen Einsatz. Dieses Gewaltverbrechen geht an niemandem spurlos vorbei. In Gedanken bin ich bei den Familien und Freunden der beiden Getöteten. In diesen schweren Stunden wünsche ich den Angehörigen und Freunden viel Kraft und Unterstützung."

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