ADHS-Diagnosen bei Kindern und Jugendlichen in Hessen 2024 um 24 Prozent gestiegen
Quick Look
- Die Zahl der ADHS-Neudiagnosen bei Kindern und Jugendlichen in Hessen stieg 2024 um 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf rund 15.400 Fälle, wie aus dem DAK-Gesundheit Kinder- und Jugendreport hervorgeht.
- Jungen waren doppelt so häufig betroffen wie Mädchen, wobei bei Mädchen ein stärkerer prozentualer Anstieg von 32 Prozent verzeichnet wurde.
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Why It Matters
Der DAK-Gesundheit Kinder- und Jugendreport analysiert jährlich Gesundheitsdaten von versicherten Kindern und Jugendlichen. ADHS ist eine häufige neuroentwicklungsstörung mit Symptomen wie Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität.
Die Zahl der Kinder und Jugendlichen in Hessen mit einer ADHS-Neudiagnose ist deutlich gestiegen. Der Anstieg im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr betrug 24 Prozent, wie aus dem aktuellen Kinder- und Jugendreport der Krankenkasse DAK-Gesundheit hervorgeht. Nach der Hochrechnung der DAK wurde somit landesweit erstmals bei rund 15.400 jungen Menschen ADHS diagnostiziert. Hessen liegt damit deutlich über dem bundesweiten Schnitt von 16 Prozent. ADHS ist eine Aufmerksamkeitsdefizitstörung mit Hyperaktivität.
«Für die Zukunft erwarte ich eher eine weiter steigende Zahl neu diagnostizierter Aufmerksamkeitsstörungen mit und ohne Hyperaktivität», sagte der Landesvorsitzende des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Hessen, Ralf Moebus. Eltern seien heute häufig stärker belastet und hätten oft weniger Ressourcen, ihren Kindern im häuslichen Umfeld eine unterstützende Lernumgebung zu bieten. Auch ein zunehmender, unkritischer Medienkonsum könne die Entwicklung verstärken.
Vor allem Jungs betroffen
Betroffen von einer Neudiagnose waren dem Report zufolge etwa doppelt so viele Jungen (10.200) wie Mädchen (5.200). Allerdings weisen Mädchen im Vergleich zu Vorjahr mit einem Zuwachs von rund 32 Prozent höhere Steigerungsraten auf als Jungen mit 20 Prozent. «Das zeigt, dass ADHS bei ihnen lange unterdiagnostiziert war, da sich die Symptomatik häufig weniger auffällig äußert als bei Jungen», sagte Moebus.
Der Anstieg betreffe alle Altersgruppen, teilte die DAK-Gesundheit mit. Am häufigsten betroffen seien dabei Grundschulkinder zwischen fünf und neun Jahren. Die Daten zeigen, dass 4,8 Prozent der Kinder und Jugendlichen im Alter von 3 bis 17 Jahren mit einer ADHS-Diagnose medizinisch versorgt werden.
Für die aktuelle DAK-Sonderanalyse im Rahmen des Kinder- und Jugendreports untersuchte das Wissenschaftsteam von Vandage und der Universität Bielefeld Abrechnungsdaten von rund 85.800 Kindern und Jugendlichen bis einschließlich 17 Jahren, die bei der DAK-Gesundheit in Hessen versichert sind.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die Zahl der neu diagnostizierten Aufmerksamkeitsstörungen mit und ohne Hyperaktivität wird weiter steigen.
Likely · Within months
Open Questions
- Wie hoch ist der Anteil der nicht diagnostizierten Fälle bei Kindern mit ADHS-Symptomen?
- Welche langfristigen Folgen hat der Anstieg der Diagnosen für das Bildungssystem?
- Inwiefern tragen soziale Medien und digitaler Konsum tatsächlich zur Symptomverstärkung bei?


