AfD-Fraktion stellt Strafanzeige gegen Bundeskanzler Friedrich Merz
Wegen Äußerungen in der Haushaltsdebatte hat die AfD-Bundestagsfraktion Strafanzeige gegen Friedrich Merz gestellt. Dieser hatte den Begriff „Remigration“ als „ethnische Säuberung“ bezeichnet.
Quick Look
- Die AfD-Bundestagsfraktion hat Strafanzeige gegen Bundeskanzler Friedrich Merz gestellt.
- Anlass ist dessen Äußerung in der Haushaltsdebatte, in der er den Begriff „Remigration“ als „ethnische Säuberung“ bezeichnet hatte.
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Why It Matters
Nach Artikel 46 des Grundgesetzes sind Abgeordnete grundsätzlich vor gerichtlicher Verfolgung wegen Äußerungen im Parlament geschützt.
Berlin. Die AfD-Bundestagsfraktion hat nach eigenen Angaben Strafanzeige gegen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gestellt. Anlass sei dessen Rede während der Haushaltsberatungen am Mittwoch im Bundestag, heißt es in einer Presseerklärung der Fraktion.
In der Debatte war Merz nach scharfer Kritik an seiner Politik von AfD-Chefin Alice Weidel in deren Eröffnungsrede zum Gegenangriff übergegangen. Wörtlich hatte er gesagt: „Im Handwerk arbeiten auch Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Und wenn das wahr würde, was Sie hier propagieren, nämlich "Remigration“, was ja nichts anderes ist als eine ethnische Säuberung nach Hautfarbe und Herkunft, nichts anderes...“ Der Satz wurde durch empörte Zwischenrufe aus der AfD unterbrochen. Merz fuhr fort: „Meine Damen und Herren, das Wort "Remigration" ist nichts anderes als ein Synonym für ethnische Säuberung nach Herkunft und Hautfarbe.“
Merz genießt als Bundestagsabgeordneter einen besonderen Schutz. Nach Grundgesetz-Artikel 46 darf ein Abgeordneter zu keiner Zeit wegen einer Äußerung im Parlament gerichtlich verfolgt werden (Indemnität). Doch es gibt eine Ausnahme: verleumderische Beleidigungen. Zwar dürfen Behörden gegen einen Parlamentarier ermitteln, allerdings muss der Bundestag etwa bei Anklageerhebung für die Aufhebung der Immunität des Betroffenen stimmen.
Open Questions
- Wird die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufnehmen?
- Wie reagiert der Bundestag auf einen potenziellen Antrag zur Aufhebung der Immunität?

