
AI-generated summary
Die Jugendorganisation "Generation Deutschland" der AfD veranstaltete ihren zweiten Bundeskongress in Magdeburg, kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Dabei standen die Wahl eines neuen Vorstandsmitglieds und die Verabschiedung einer Resolution über Europas Zukunft auf der Tagesordnung.
Ulrich Siegmund war der Star des Tages. Als der Spitzenkandidat der AfD für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am Samstag in Magdeburg die Bühne des „Alten Theater“ betrat, jubelten und klatschten alle, obwohl es schon Nachmittag war und die Luft in der Halle verbraucht. „Ulli, Ulli“, riefen die jungen AfD-Politiker, die dort den zweiten Bundeskongress der „Generation Deutschland“ (GD) veranstalteten.
Und Siegmund lieferte: Er werde „jeden Winkel unseres wunderschönen Landes zurückholen“, nichts „diesen Chaoten überlassen“. Jubel. Da die Medien falsch informierten, werde seine erste Amtshandlung als Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt die Kündigung des Medienstaatsvertrages sein. „Klar wird das juristisch kompliziert, aber wir sind Probleme gewöhnt.“ Auch dafür gab es lauten Applaus. Die Bühne war in schummerig-blaues Licht getaucht und mit Eichenbäumchen aus Plastik geschmückt, davor hatte die Jugendorganisation der AfD Deutschlandfahnen und die Flagge Sachsen-Anhalts drapiert.
F.A.Z.-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen
F.A.Z. bei Google bevorzugen
Siegmund gab sich überzeugt davon, dass er in die Position kommt, seine Versprechen auch umzusetzen: Entweder werde die AfD die absolute Mehrheit der Sitze bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt nächsten Sonntag knapp verfehlen. Dann gebe es die „erste Blutwurstkoalition“ von CDU bis Linke in Deutschland, die nicht halten werde. Oder: „Wir werden Geschichte schreiben und 45 Prozent holen!“ Für den Fall, dass er scheitert, baute Siegmund schon vor: „Egal, was nächste Woche passieren wird: Ich will euch mitgeben, dass wir die Zukunft sind.“
Der einzige Sachantrag wird abgeräumt
Auf die Wahl verwiesen viel Redner an diesem Tag. Florian Ruß, Vorsitzender der GD in Sachsen-Anhalt, der seine Parteifreunde morgens mit den Worten „Willkommen im Osten, willkommen in Preußen“ begrüßte, sagte: „Nächste Woche wird die Ideologie der Beliebigkeit an den Wällen dieser Stadt zerschellen, und am Ende steht ein Mann: Ulrich Siegmund!“ Der frenetische Applaus gab da schon einen Vorgeschmack auf die Jubelstürme, mit denen Siegmund am Nachmittag dann empfangen wurde.
Die GD kam eigentlich zusammen, um ein neues Vorstandsmitglied zu wählen und eine Resolution zu verabschieden. Am Morgen war es mit anderthalb Stunden Verspätung losgegangen. Das lag jedoch nicht daran, dass das Treffen blockiert worden war. Nur ein paar Dutzend Leute demonstrierten am Samstag, eine Woche vor den Landtagswahlen, in Magdeburg.
Drinnen lief aber nicht alles geschmeidig. Der einzige Sachantrag, die Resolution „Für ein Europa der Völker“, die der F.A.Z. vorliegt, ging nicht durch. Sie bekennt sich „zur europäischen Idee“, die mehr sei als ein Wirtschaftsraum, ein Währungsverbund und die EU. Nur gemeinsam gelinge der Schutz der Außengrenzen – die Binnengrenzen sollen offen bleiben. Parteichefin Alice Weidel hatte zuletzt angesichts der Migrationskrise in der spanischen Exklave Ceuta geäußert, den Schengenraum verlassen zu wollen.
Beim Euro gehen die Meinungen auseinander
Der Leitantrag sprach sich für die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit Europas zudem dafür aus, nicht aus der Eurozone auszusteigen. In der Resolution heißt es: „Der Euro hat den Binnenmarkt gestärkt, weist jedoch erhebliche Konstruktionsmängel auf“ – deshalb stehe man „Reformvorschlägen offen gegenüber“. Ein klarer Schritt weg von der bisherigen Position der AfD: Sie forderte in ihren Wahlprogrammen stets den Austritt Deutschlands aus der EU und der Eurozone. Zuletzt hatte auch Weidel dies noch einmal bekräftigt.
Der GD-Bundesvorsitzende Jean-Pascal Hohm war sich sicher, dass sein Antrag durchgehen würde – und musste ihn schließlich zurückziehen, um sich nicht der Gefahr auszusetzen, eine Niederlage zu erleben. Zuvor hatten Delegierte einen Änderungsantrag eingebracht: „Wir fordern daher die Abwicklung des zentralistischen, umverteilenden und identitätszerstörenden Euros“, hieß es darin. Man wolle sich außerdem nicht gegen Weidel positionieren. Viele im Saal applaudierten dafür deutlich. Hohm, der der F.A.Z. zuvor gesagt hatte, dass es im Bundesvorstand der GD große Einigkeit gebe, zog zurück.
Immerhin die Wahl des neuen Vorstandsmitglieds verlief ohne Pannen. Ohne Gegenkandidaten trat Tim Demuth für den Vorstand an und erhielt 87,8 Prozent. Er folgt Kevin Dorow nach. Dieser musste zurücktreten – hat in der GD aber nach wie vor einen guten Ruf. Als sein Name zum ersten Mal genannt wurde, applaudierten die Delegierten lang. Dorow wurde mit einer Ämtersperre für zwei Jahre belegt, nachdem er auf dem Gründungstreffen der GD eine Losung, die auch die Hitlerjugend verwendet hatte, zum „Leitstern“ der neuen Jugendorganisation der AfD erhoben hatte. Gegen ihn wird auch ermittelt.
"Keinesfalls Mäßigung in Wort und Schrift"
Demuth nahm in seiner Bewerbungsrede dann deutlich Bezug auf seinen Vorgänger Dorow: Der sei einer „unserer herausragendsten Vertreter“, in dessen „große Fußstapfen“ er treten wolle. Tim Demuth war schon in der aufgelösten „Jungen Alternative“ im baden-württembergischen Landesvorstand. Medienberichten zufolge ist er mit internationalen rechtsextremen Gruppen vernetzt. In einem Instagram-Beitrag zu seiner Bewerbung für den GD-Landesvorstandsposten schrieb Demuth im Mai 2026, Professionalisierung bedeute „keinesfalls eine Mäßigung in Wort und Schrift oder gar Denkverbote, sondern vielmehr Disziplinierung, also das Einhalten von Etikette und das Wahren von Stil“.
Demuth war der Wunschkandidat von GD-Chef Hohm. Auch er steht für die Professionalisierung der Jugendorganisation. Diese sei „Innovationsmotor der Partei“, aber dies bedeute nicht, „rhetorisch immer zu überdrehen“. Professionell zeigte sich die Jugendorganisation auf dem Bundeskongress weitgehend auch nach außen: Die Technik lief, die jungen Besucher trugen nahezu alle Anzug mit Krawatte, und die Haare akkurat gestutzt – Frauen waren weniger zu sehen.
Vulgäre Rede des Landesvorsitzenden Reichardt
Martin Reichardt, der AfD-Landesvorsitzende Sachsen-Anhalts, wählte in seinem Grußwort äußert vulgäre Worte – und fand damit großen Anklang. „Vater Staat“ sei inzwischen ein „nach Dope stinkender fauler Assi, der sein Geld von der Friedrich-Ebert-Stiftung bekommt und regelmäßig säuft“ und „die Internationale lallt“, brüllte er durch die Halle. Die tobte, jubelte, applaudierte. „Muttersprache ist längst keine liebe, treusorgende Frau mehr“, sondern „ein aufgedunsenes intersektionales Flittchen“, das sich selbst als „fotzig“ beschreibe und dessen Lippenstift verschmiert sei, „weil Vater Staat sie dreimal täglich durchgendert“. Mit Blick auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am kommenden Wochenende sagte Reichardt: „Wir werden der verlotterten Linken das Sorgerecht für Deutschland entziehen“ und „unser Deutschland“ zurückholen.
Hohm selbst trat im Ton weit gemäßigter auf. Er lobte die „harte Arbeit“ der GD. Im September werde sie die Marke von 3000 Mitgliedern erreichen. Doch es komme immer wieder zu Angriffen, etwa beim „Tag der Deutschen Jugend“ in Schwerin Anfang August. Da wurde er etwas lauter: „Ich erwarte von keinem, dass er sich für seine politische Überzeugung von der Antifa durch die Stadt prügeln lässt“, rief Hohm durch den Saal. „Wer sich und seine Mitstreiter schützt, wird immer den Rückhalt der GD haben!“ Hohm setzte nach: „Wir sind keine Opfer, und wir lassen uns auch nicht zu Opfern machen.“
Inhaltlich legte Hohm den Fokus auf die Migration. „Deutschland muss das Land der Deutschen bleiben, dieser Grundsatz ist nicht verhandelbar“, sagte er. „Millionen sind gegen unseren Willen, gegen Recht und Gesetz, in dieses Land gekommen, Millionen müssen dieses Land wieder verlassen!“ In diesem Punkt sind sich Vertreter der AfD und ihrer Jugendorganisation weitgehend einig. Hohm positionierte sich jedoch teils auch anders als manche in der Mutterpartei. So forderte er die Wiedereinsetzung der Wehrpflicht und eine starke deutsche Rüstungsindustrie – wenn auch nicht, „um Material an die Ukraine zu verschenken“.
Deutschland solle wieder Verantwortung für Europa übernehmen, so Hohm. Das Land habe Europa geprägt, „meist im positiven Sinn“. Nun solle Europa nicht zum Spielball von Großmächten werden. „Es wird nie wieder werden, wie es einst war, aber dass es besser wird, als es jetzt ist, und dass die ethnokulturelle Identität unseres Volkes erhalten bleibt, dafür werden wir kämpfen.“
"Deutschland braucht keine 80 Millionen"
Mit seiner Rede stimmte Hohm schon auf die Abstimmung über die Resolution ein, zu der es dann nicht kam. Zuspruch für den Vorstoß hatte es zuvor von anderer Seite gegeben: So lobte der Brandenburger Landtagsabgeordnete Dennis Hohloch in seinem Grußwort die Arbeit der neuen Jugendorganisation als „zukünftige Avantgarde der Partei“, die ihren eigenen Weg gehe, „auch wenn viele aus der Mutterpartei das vielleicht zunächst anders sehen“. Er machte aber auch klar, dass es gemeinsame Nenner gibt: „Wir als AfD sagen ganz klar: Deutschland braucht keine 80 Millionen, es kann auch mit 60 Millionen leben“ – da brandete in der Halle so lauter Applaus auf, dass Hohloch nicht mehr zu verstehen war.
Die GD fühlt sich mit diesen Positionen auch in Europa nicht allein und zeigte auf ihrem Kongress, wie gut sie international vernetzt ist. Redner aus Österreich, den Niederlanden, der Slowakei, Ungarn, Frankreich, der Tschechischen Republik und vielen weiteren Ländern sprachen zu den 266 Delegierten. Zu Popmusik liefen sie in den Saal, im Hintergrund flatterte die jeweilige Flagge als Projektion auf der Leinwand. Ihre Beiträge beendeten sie mit „Gott schütze das christliche Europa“ oder „Es lebe Südtirol“. Die Teilnehmer applaudierten ihnen kräftig zu. Wenn auch nicht ganz so enthusiastisch wie für Spitzenkandidat Siegmund.
AI outlook — possibilities, not facts
Die AfD wird bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt versuchen, die absolute Mehrheit der Sitze zu erreichen.
Likely · Within days
Falls die AfD die absolute Mehrheit verfehlt, wird eine Koalition aus CDU bis Linke gebildet werden, die laut Siegmund nicht halten wird.
Possible · Within weeks
Die Generation Deutschland wird ihre Mitgliederzahl auf 3000 im September steigern.
Likely · Within months

Nach einem Bombenanschlag auf das Haus des Investigativjournalisten Sigfrido Ranucci im Oktober 2025 wurde sein Freund Valter Lavitola verhaftet und gestand, den Anschlag inszeniert zu haben, um Ranucci in die Politik zu drängen. Ranucci behauptet, von nichts gewusst zu haben, wurde jedoch von der Rai nach neun Jahren als Moderator von »Report« abgesetzt, angeblich auf Betreiben von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Die Absetzung löste Kritik in der Redaktion aus und entfachte die Debatte über die politische Kontrolle des öffentlich-rechtlichen Senders Rai neu.
Der Thüringer Landesverband des BSW behält den Sonderparteitag für den 6. September bei, obwohl andere Landesverbände eine Verschiebung wegen der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt fordern. Der Termin sei gewählt, um zeitnah über aktuelle Ereignisse zu debattieren und sei nicht mit der Wahl in Sachsen-Anhalt kollidierend geplant.
Der ecuadorianische Oberste Gerichtshof hat den ehemaligen Präsidenten Lenín Moreno wegen Bestechlichkeit im Zusammenhang mit dem Wasserkraftwerk Coca Codo Sinclair zu fünf Jahren Haft verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Moreno soll als Vizepräsident zugunsten des chinesischen Konzerns Sinohydro eingegriffen haben, wobei laut Staatsanwaltschaft 76,1 Millionen US-Dollar an Bestechungsgeldern geflossen sein sollen. Neben Moreno wurden 19 weitere Angeklagte verurteilt.
AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund ruft Wähler in Sachsen-Anhalt auf, die Stimmenauszählung im Wahllokal zu verfolgen. Er versichert, das Wahlergebnis zu akzeptieren, und verweist auf vereinzelte Unregelmäßigkeiten in der Vergangenheit.
Vertreter Deutschlands und weiterer europäischer Staaten haben in Ruanda Gespräche über die Einrichtung von Abschiebezentren geführt, wie die ruandische Regierung bestätigte. Die Verhandlungen zu sogenannten Return Hubs laufen an, wobei unter anderem das Transitzentrum in Gashora etwa 60 Kilometer von Kigali im Gespräch ist. Ziel ist es, mehr Abschiebungen aus der EU zu ermöglichen.

Die AfD-nahe Jugendorganisation GD traf sich in Magdeburg, forderte massenhafte Abschiebungen, verteidigte körperliche Selbstwehr gegen politische Gegner und lehnte einen Euro-Ausstieg ab, nachdem interne Widerstände deutlich wurden. Der Landeschef Martin Reichardt äußerte sich mit beleidigenden Aussagen über den Vater Staat und die Muttersprache.