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Antonelli gewinnt Monza-Rennen nach Startplatz 19 – Russell wird Zweiter
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FAZ1 hour agoSports3 min readGermanyView translation

Antonelli gewinnt Monza-Rennen nach Startplatz 19 – Russell wird Zweiter

Quick Look

  • Kimi Antonelli gewann den Großen Preis von Italien in Monza nach einem Start von Platz 19, während Teamkollege George Russell Zweiter wurde.
  • Leclerc schied nach einem Unfall aus, und Antonelli baute seine WM-Führung auf 66 Punkte aus.

AI-generated summary

Why It Matters

Der Große Preis von Italien in Monza ist ein traditionsreiches Formel-1-Rennen. Antonelli startete aufgrund eines Antriebswechsels von Platz 19, kämpfte sich jedoch nach vorne und gewann das Rennen.

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Von Startplatz 19 zum Sieg? Kimi Antonelli sehnte sich doch nur nach Schadensbegrenzung vor dem Großen Preis von Italien am Sonntag in Monza. Herausgekommen ist, sensationell, der siebte Triumph des jungen Italieners im Mercedes in dieser Saison: „Oh, mein Gott“, schrie Antonelli ins Bordmikrofon, gefühlt lauter, als sein Motor im Heck brüllt bei Vollgas: „Das ist der Wahnsinn, das ist ein Traum.“

Und gleichzeitig ein schwerer Rückschlag für den zerknirschten Teamkollegen George Russell, der, abgefangen, Zweiter wurde vor Max Verstappen im Red Bull. In der Fahrerwertung baute Antonelli seine Führung auf nun 66 Punkte aus vor Russell. Ferrari erlebte ein Desaster.

Das Rennen war kaum zwei Runden alt, da lagen sich Ferrari-Fans in den Armen – vor lauter Enttäuschung. Der Teamchef der Scuderia, Frédéric Vasseur, sah besorgt aus in seinem Kommandostand. Charles Leclerc ging es dann doch besser, als im ersten Moment gedacht; nachdem sich sein Ferrari am Ende der berühmten Parabolika-Kurve (heute Alboreto-Kurve) bei hoher Geschwindigkeit von der Piste gedreht hatte, quer über das Kiesbett geschossen und seitlich in die Streckenbegrenzung geprallt war.

Der Monegasse kletterte aus dem Cockpit, wirkte zunächst etwas benommen. Vielleicht auch von diesem Schrecken: Der SF26 halbwegs Schrott, der Grand Prix gelaufen. Mamma mia!

Mit Mercedes hatte Ferrari um den Sieg kämpfen wollen. Man sah sich auf Augenhöhe, die Startpositionen von Leclerc und Lewis Hamilton in der zweiten Reihe sprachen für eine Chance. Aber die erste Möglichkeit auf dem Weg zur Schikane und durch das Nadelöhr vergaben die Steuermänner im werkseigenen Duell. Hamilton versuchte, sich an seinem Teamkollegen vorbeizuzwängen im ersten Rechtsknick. Vergeblich.

Hamilton kritisiert Leclerc: „Er hat mich rausgedrängt“

Im folgenden Linksbogen geriet er auf der Außenseite mit dem rechten Vorder- und Hinterrad ins Kiesbett. „Er hat mich rausgedrängt“, behauptete der siebenmalige Weltmeister via Bordfunk im Stile eines erfolglosen Verdrängungskünstlers. Das Bild sagte etwas anderes. Leclerc bot sich kein Spielraum, mehr Platz zu lassen. Eine zweite Chance bekam er nicht.

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Etwa 40 Minuten nach Abbruch des Rennens sah die Ferrari-Gemeinde unter den offiziell 100.000 Zuschauern beim Neustart das Ausmaß des verunglückten Starts. Nur noch ein Ferrari im Feld – auf Rang acht. Dazu kam eine Besonderheit in Monza. Ein Boxenstopp reicht in der Regel. Alle Fahrer nutzten die Zwangspause nach wenigen Minuten im Renntempo zum – laut Prognose – einzigen Reifenwechsel. Was allen auf den hinteren Rängen vorerst die Hoffnung raubte, durch eine clevere Strategie voranzukommen.

Mercedes profitiert

Zu den wenigen Profiteuren – auf den ersten Blick – gehörte die Mercedes-Crew: Russell, weil er kurz vor dem Unfall Pierre Gasly (Alpine/7.), den Überraschungssieger des Qualifyings, überholt und die Führung übernommen hatte. Antonelli, weil er nach seiner Rückversetzung auf Startplatz 19 wegen des Antriebswechsels über das erlaubte Maß hinaus schon als Zwölfter geführt wurde. Was für eine schöne Aussicht für den Italiener: nach ein paar Minuten schon in Sichtweite zu Hamilton, dem neben Russell zweiten Rivalen im Kampf um den WM-Titel.

Wenn es denn schon nicht Ferrari sein kann beim Heimspiel in Monza, dann vielleicht ein Landsmann? Der jüngst 20 Jahre alt gewordene Pilot erwärmt die Herzen der Puristen mit seinem Fahrstil: frech attackierend, jede Lücke nutzend. So sauste er durchs Feld, dem fliehenden Hamilton fix auf den Fersen. Der überholte auch und wurde doch abgehängt von seinem Nachfolger im Silberpfeil und anderen: Sechster.

Antonelli ersetzt Ferrari

Auch vor dem Großen Preis von Italien versuchten Beobachter, Antonelli in einen Ferrari „zu schreiben“. Vorerst ist der jüngste Führende der Weltmeisterschaft fest angegurtet bei Mercedes. Er gilt als Chefpilot, ist dem erfahrenen Russell schon jetzt überlegen. In der 17. Runde meldete der Streckensprecher: „Antonelli führt.“

Von wegen Schadenbegrenzung nach dem vorgezogenen Antriebswechsel für eine Strecke, die solche Ritte zulässt: von Platz 19 zum Sieg? Gemach. Das neue Reglement führt auf Hochgeschwindigkeitskursen mit langen Geraden zu dem von Fahrern wie Fernando Alonso (ausgefallen) beklagten Jo-Jo-Spiel. Weil die Batterien zu schnell leergesaugt werden und Konter am laufenden Band provozieren.

Jedenfalls ist der geneigte Zuschauer gut beraten, nicht abzuschweifen mit dem Blick: Antonelli und Russell führten zur Rennmitte ein munteres Wechselspiel vor. Mal der eine, dann wieder der andere vorne – vor dem etwas zurückgefallen Verstappen im Red Bull. Ein Werksduell für Nervenstarke. Bis die Strategen an der Boxenmauer Antonelli empfahlen, die Zeit und Reifengummi raubenden Spielchen sein zu lassen.

Denn dessen Feuerwerk überlebten die Reifen nicht: Wie Verstappen ließ sich Antonelli ein zweites Mal frische Pneus montieren, um dann als Sechster quasi wieder von hinten anzufangen – gut zwanzig Runden vor dem Ende. Zur Freude des Publikums, darunter Sportgrößen wie Tennisstar Jannik Sinner oder der Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, Joshua Kimmich.

Russell riskiert den Gau

Sie sahen, wie Antonelli wieder an Gasly vorbeizog, dann am Weltmeister Lando Norris im McLaren (4.), noch einmal – man sieht sich zweimal im Grand Prix – an Hamilton, schließlich an Oscar Piastri (5.) auf Rang zwei. Immer Verstappen im „Schlepptau“. Der viermalige Weltmeister konnte das Tempo nicht halten, während Antonelli auf ein heikles Finale zustürmte: Nimmt er Russell auf den uralten Reifen noch die Führung, den Sieg?

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Fünf Runden vor Schluss taucht Antonelli formatfüllend im Rückspiegel auf. In der 48. von 52 scheint er schon vorbei, aber Russell wehrt sich, Antonelli rutscht in der ersten Schikane in den Kies, findet driftend wieder raus. Es fliegen nicht nur Steine. Antonelli wirft einen Fluch ein. Die Box sendet ihre Botschaft: „Kein Risiko.“ Gesagt, getan. In der 50. saust Antonelli vorbei. Da erheben sich Fans auf der Tribüne, sie applaudieren frenetisch, viele in Ferrari-Shirts. Chorgesänge begleiten den Landsmann bei der Siegerehrung.

Eine Frage ist beantwortet. Antonelli wird endgültig der WM-Kandidat von Mercedes sein und fortan Vorteile genießen, wenn es denn sein muss. Eine zweite bleibt offen: Warum versuchten andere Teams nicht auch, mit einem zweiten Boxenstopp durchzukommen?

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Antonelli wird seine WM-Führung in den nächsten Rennen ausbauen.

    Likely · Within weeks

  • Ferrari wird technische Änderungen an seinem Auto vornehmen, um ähnliche Unfälle zu vermeiden.

    Possible · Within weeks

Open Questions

  • Warum versuchten andere Teams nicht auch, mit einem zweiten Boxenstopp durchzukommen?
  • Wie wird sich die WM-Führung von Antonelli in den nächsten Rennen entwickeln?

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This article was originally published by FAZ.

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