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Die schwarz-rote Koalition hatte sich auf eine verpflichtende Krankschreibung ab dem ersten Tag geeinigt, als Kompromiss gegenüber der Forderung der Union nach Karenztagen und Kürzung der Lohnfortzahlung. Die Regelung ist Teil eines Gesamtpakets, das auch Termingarantien bei Ärzten und Schlaganfallvorsorge umfasst.
Die geplante Pflicht zur Krankschreibung ab dem ersten Tag ist ein Kompromiss und geht auf einen Wunsch der Union zurück. Arbeitsministerin und SPD-Chefin Bas zweifelt am Sinn der Regelung.
Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas macht keinen Hehl daraus, dass sie keine Anhängerin der Idee ist, eine Pflicht zur Krankschreibung ab dem ersten Tag einzuführen. (Archivbild) Foto: Michael Kappeler/dpa
Berlin. Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas stellt die Pläne der schwarz-roten Koalition zur Einführung einer verpflichtenden Krankschreibung ab dem ersten Tag infrage. „Ich bin koalitionstreu, aber wir sollten uns schon nochmal fragen, ob das sinnvoll ist“, sagte die SPD-Vorsitzende der Funke Mediengruppe. „Es soll etwa eine Ausnahme für tarifgebundene Unternehmen geben, die andere Regelungen haben. Wenn ich eine Pflicht einführe und anschließend 95 Ausnahmen reinschreibe, stellt sich die Frage, ob man das überhaupt noch braucht.“
Bas betonte, die Pflicht zur Krankschreibung ab dem ersten Tag sei mit einer Termingarantie bei Ärzten und der Schlaganfallvorsorge gekoppelt. „Das ist der Kompromiss, der ein Gesamtpaket ist.“ Auf den Hinweis, das Primärversorgungskonzept des Gesundheitsministers, das für die Termingarantie nötig wäre, werde aber noch dauern, antwortete die Arbeitsministerin, das liege nicht in ihrer Hand.
„Wir wollten keine Karenztage und keine Kürzung der Lohnfortzahlung. Beides wollte die Union. Im Gegenzug haben wir zähneknirschend der Pflicht zur Krankschreibung ab dem ersten Tag zugestimmt, obwohl wir sie inhaltlich für falsch halten“, sagte Bas. „Meine Sorge ist, dass dann Menschen mit einem leichten Infekt am ersten Tag zum Arzt gehen und aus einem kurzen Ausfall am Ende eine ganze Woche Krankschreibung wird.“
Die Fraktionsspitzen von Union und SPD hatten erst am Freitag bei einer Klausurtagung in Münster ein Papier beschlossen, das die gemeinsamen Reformvorhaben, die bis Jahresende komplett umgesetzt werden sollen, noch einmal auflistet – darunter auch die verpflichtende Krankschreibung ab dem ersten Tag. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch sprach von einem „festen Fahrplan“.
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Die Ausnahme für tarifgebundene Unternehmen wird zu einer breiten Ausweitung der Regelung führen, wodurch die ursprüngliche Wirkung der Pflicht zur Krankschreibung ab dem ersten Tag erheblich abgeschwächt wird.
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Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas äußert Zweifel an der Sinnhaftigkeit der verpflichtenden Krankschreibung ab dem ersten Tag, obwohl sie koalitionstreu ist. Sie kritisiert mögliche Ausnahmen und warnt vor Fehlanreizen. Zudem spricht sie über die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt als Richtungsweisung für die SPD-Spitze und äußert sich zur Rentenreform.
Der frühere ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow wird Italien bei militärischen Innovationen beraten, nachdem er das Angebot von Verteidigungsminister Guido Crosetto angenommen hat. Fedorow betont, seinen Hauptfokus in der Ukraine zu behalten und von Kyjiw aus zu arbeiten.

Die schwarz-rote Koalition diskutiert über die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren mit möglicher fünfjähriger Übergangsfrist, stellt die verpflichtende Krankschreibung ab dem ersten Tag infrage, debattiert über verstärkte Nutzung von Kohlekraftwerken wegen hoher Gaspreise und fordert die Grünen einen Gas-Krisengipfel aufgrund niedriger Speicherstände von 52 Prozent.

US-Präsident Donald Trump kündigte ein bedeutendes Öl-Abkommen mit Venezuela an, das den Zugang zu 65 Milliarden Barrel Öl vorsieht und die US-Ölreserven mehr als verdoppeln soll. Gleichzeitig wies ein US-Gericht seinen Antrag in der Schweigegeld-Affäre ab, während Hunderte in Washington gegen Wahlrechtseinschränkungen demonstrierten. Zudem lehnte Kanada Trumps Umbenennung des Ontariosees ab, ICE vergab einen Millionenauftrag für Elektroschock-Handschuhe und eine Bundesrichterin hob eine Pentagon-Sanktion gegen den KI-Konzern Anthropic auf.
Die US-Regierung prüft den Verkauf eines 400 Meter breiten Streifens des Yosemite-Nationalparks an den Immobilienentwickler Kingsbarn Realty Capital. Das Unternehmen will eine Zufahrtsstraße zu eigenem Land bauen. Aktivisten kritisieren die Pläne scharf.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat auf einem Treffen in Flensburg mit den Ostsee-Anrainerstaaten eine gemeinsame Taskforce gegen hybride Bedrohungen vorgeschlagen. Diese soll auf Ebene der Staatssekretäre eingerichtet werden und einen schnellen Austausch ermöglichen. Dobrindt warnte vor zunehmender Qualität und Intensität von Angriffen wie feindlichen Drohnen, Sabotage und Destabilisierungskampagnen. Er betonte die Notwendigkeit zusätzlicher Mittel für die Drohnenabwehr im neuen EU-Finanzplan und nannte den Luftraum über der Ostsee Teil der hybriden Auseinandersetzung. Weitere Treffen sind geplant, mit Fokus auf der russischen Schattenflotte.