Auf dem Gelände des ehemaligen Kohlekraftwerks Moorburg entsteht eine neue Anlage zur Verteilung von Wasserstoff für die Industrie.
AI-generated summary
Der H2-Connector entsteht auf dem Gelände des ehemaligen Kohlekraftwerks Moorburg. Er dient als Bindeglied zwischen lokaler Wasserstoffproduktion und dem überregionalen Netz.
Wasserstoff gilt als wichtiger Energieträger für Industriebetriebe, die bislang auf Erdgas, Kohle oder andere fossile Brennstoffe angewiesen sind und ihre CO₂-Emissionen senken wollen. In Hamburg soll er künftig auf dem Gelände des ehemaligen Kohlekraftwerks Moorburg produziert, importiert und über ein neues Leitungsnetz zu Unternehmen im Hafen transportiert werden. Mit dem H2-Connector wird dafür jetzt eine weitere zentrale Anlage gebaut. Sie wird die Verbindungsstelle zwischen Wasserstoffproduktion, Leitungsnetz und bundesweiter Infrastruktur.
Die Hamburger Energienetze haben am Donnerstag gemeinsam mit Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne) den offiziellen Baustart gefeiert. „Der H2-Connector wird eine Schaltstelle für Wasserstoff, das bundesweite Netz und unsere Fabriken und Industrie im Hafen“, sagte die Senatorin. Dass das Projekt an einem Ort entstehe, an dem noch vor wenigen Jahren Kohle verfeuert worden sei, sei „ein echter Meilenstein“, so die Grünenpolitikerin.
Der Connector ist Teil einer umfangreichen Wasserstoffstrategie, mit der sich Hamburg als Produktions-, Import- und Verteilstandort für den Energieträger positionieren will. Während in Moorburg grüner Wasserstoff entstehen soll, setzt die Stadt zugleich auf künftige Importe über den Hafen. Über das Hamburger Industrie-Wasserstoffnetz (HH-WIN) sollen die Lieferungen anschließend zu Industriebetrieben rund um den Hafen gelangen. Hamburg wird außerdem an das bundesweite Wasserstoff-Kernnetz angeschlossen.
Eine wichtige Rolle spielt dabei der derzeit ebenfalls auf dem ehemaligen Moorburger Kraftwerksgelände entstehende Großelektrolyseur. Die Anlage soll mit Strom aus erneuerbaren Energien Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff spalten. Nach Angaben der Projektpartner sind jährlich rund 10.000 Tonnen Produktion vorgesehen.
Der H2-Connector besteht aus mehreren technischen Anlagen. Dazu gehören eine Wasserstoff-Einspeiseanlage für den Großelektrolyseur, eine Gasdruckregelanlage sowie später eine Verdichterstation. Die Einspeiseanlage übernimmt den Wasserstoff aus der Elektrolyse, prüft dessen Qualität und speist ihn in das Hamburger Wasserstoffnetz HH-WIN ein. Die Gasdruckregelanlage gleicht anschließend die unterschiedlichen Druckstufen zwischen dem Hamburger Netz und dem bundesweiten Wasserstoff-Kernnetz aus.
Während das Hamburger Verteilnetz HH-WIN mit rund 25 Bar betrieben werden soll, sind im überregionalen Fernleitungsnetz bis zu 70 Bar vorgesehen. Wasserstoff, der aus dem Bundesnetz nach Hamburg gelangt, muss deshalb zunächst auf den niedrigeren Betriebsdruck abgesenkt werden. Umgekehrt soll eine später geplante Verdichterstation den Druck erhöhen können, um Wasserstoffexporte aus Moorburg zu ermöglichen, etwa wenn in Hamburg mehr Wasserstoff produziert wird als zum Start der Anlagen. Der Elektrolyseur, der aktuell als 100‑MW-Anlage gebaut wird, könnte perspektivisch auf bis zu 800 MW erweitert werden.
Der H2-Connector wird deshalb von Beginn an als Teil einer Infrastruktur gebaut, die weit über die erste Ausbaustufe hinausreichen soll. Die Baukosten für den Connector belaufen sich – ohne die Verdichterstation, die noch in der Projektierungsphase ist – auf rund 22,6 Mio. Euro. Davon sind etwa 16,3 Mio. Euro über eine europäische IPCEI-Förderung (Important Projects of Common European Interest) abgedeckt.
AI outlook — possibilities, not facts
Erweiterung des Elektrolyseurs auf bis zu 800 MW.
Possible · Within years

Angesichts der iranischen Bedrohung der Straße von Hormus suchen Golfstaaten wie Saudi-Arabien und die VAE nach alternativen Exportrouten. Milliardeninvestitionen in Pipelines und Häfen sollen die Abhängigkeit von der Meerenge langfristig mindern.

Die deutschen Gasspeicher sind aktuell nur zur Hälfte gefüllt, was das gesetzliche Ziel von 80 Prozent bis zum 1. November gefährdet. Experten warnen vor wirtschaftlichen Hürden bei der Einspeicherung und betonen die Systemkritikalität der Speicher für kalte Wintertage.

Die Gasspeicher in Deutschland sind derzeit zu 50 Prozent gefüllt. Die BDEW-Vorsitzende Kerstin Andreae warnt, dass das Ziel von 70 bis 80 Prozent bis November aufgrund gestörter Marktmechanismen und hoher Preise immer schwieriger zu erreichen sei.

Die deutschen Gasspeicher verzeichnen Mitte August 2026 mit 49 Prozent den niedrigsten Füllstand seit Beginn der Aufzeichnungen 2011. Hohe Gaspreise infolge der Blockade der Straße von Hormus hemmen die Einspeicherung für den kommenden Winter.
Die deutschen Gasspeicher erreichen Mitte August mit 49 Prozent einen historischen Tiefstand seit Beginn der Aufzeichnungen 2011. Grund sind hohe Gaspreise infolge der Blockade der Straße von Hormus, die wirtschaftliche Anreize zur Einspeicherung mindern.

Europa und Deutschland droht die schwierigste Heizperiode seit 2022. Niedrige Speicherstände und geopolitische Spannungen um die Straße von Hormus treiben die Gaspreise auf das höchste Niveau seit März, was zu Preiserhöhungen für Verbraucher führen könnte.