Betrugsskandal um Man City: Rettig fordert »Lizenzentzug und Aberkennung aller Titel«
DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig fordert nach dem Finanzbetrug bei Manchester City harte Konsequenzen und lobt die deutsche 50+1-Regel.
Quick Look
- DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig fordert nach der Verurteilung von Manchester City in 114 Fällen von Finanzbetrug den Lizenzentzug und die Aberkennung aller Titel.
- Er sieht darin ein Argument für den Erhalt der deutschen 50+1-Regel.
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Why It Matters
Manchester City wurde in 114 von 115 Fällen wegen Finanzbetrugs zwischen 2009 und 2018 schuldig gesprochen. Die 50+1-Regel in Deutschland schränkt den Einfluss externer Investoren auf Fußballvereine ein.
DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig hat im Fall des Betrugsskandals um den englischen Fußball-Meister Manchester City eine maximal harte Strafe gefordert. »Ganz ehrlich: Schlimmer geht's nimmer. Das ist für mich kein Super-GAU, sondern der Super-GAB – der größte anzunehmende Betrugsfall. Ich wünsche mir, dass die Uefa die Krallen ausfährt und das höchstmögliche Strafmaß anwendet. Das heißt ganz konkret: Lizenzentzug und Aberkennung aller Titel«, sagte der zum Jahresende aus seinem Amt beim Deutschen Fußball-Bund scheidende Rettig im »Kicker«-Interview.
Bei den Anschuldigungen gegen Manchester City geht es um insgesamt 115 mögliche Vergehen aus der Zeit von 2009 bis 2018, in der der Club unter anderem falsche Angaben zu seinen Finanzen gemacht und Sponsoringeinnahmen künstlich aufgewertet haben soll. In 114 Fällen wurde der Club von Superstar Erling Haaland für schuldig erklärt. Ein hoher Punktabzug, der den Abstieg in die Championship bedeutet, ist derzeit das erwartbare Strafmaß. Der Club hat Einspruch eingelegt.
Starkes Argument für deutsche 50+1-Regel
Zugleich hob Rettig die Bedeutung der in Deutschland angewendeten 50+1-Regel hervor. »Diesen Bogen zu schlagen, liegt nahe. ManCity hat den Geist, nur das Geld auszugeben, was durch zurechenbare Einnahmen generiert wurde, mit Füßen getreten. Zugleich ist es nur die sichtbarste Spitze des Eisbergs. Das Kulturgut 50+1 steht solchen Auswüchsen entgegen«, sagte Rettig.
Die Regel verhindert, dass externe Investoren oder Konzerne die alleinige Entscheidungsgewalt über einen Fußballclub übernehmen. In England sind die Clubs wie klassische Wirtschaftsunternehmen organisiert, die komplett aufgekauft und kontrolliert werden können. Die Entscheidungsgewalt liegt fast immer zu 100 Prozent bei den privaten Eigentümern, oft Milliardären (vorwiegend aus dem Ausland), US-Finanzinvestoren oder ausländischen Staatsfonds, wie unter anderem bei Manchester City.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Manchester City wird gegen das Strafmaß Einspruch einlegen.
Very likely · Within months
Open Questions
- Welches konkrete Strafmaß wird die Uefa letztlich verhängen?
- Wie reagiert Manchester City auf die Forderungen nach Lizenzentzug?





