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Back|Boom der Handelsgastronomie: Immer mehr Kunden essen im Supermarkt und Baumarkt
Boom der Handelsgastronomie: Immer mehr Kunden essen im Supermarkt und Baumarkt
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n-tv Wirtschaft·51 minutes ago·Business·3 min read·🇩🇪Germany

Boom der Handelsgastronomie: Immer mehr Kunden essen im Supermarkt und Baumarkt

Händler in Deutschland erzielen 2025 Rekordumsätze mit Imbissen und Restaurants, während die klassische Gastronomie unter Preisdruck leidet.

Quick Look

  • Die Handelsgastronomie in Deutschland verzeichnete 2025 mit rund 13,3 Milliarden Euro einen Rekordumsatz.
  • Wegen höherer Preise in klassischen Restaurants weichen Verbraucher vermehrt auf günstigere Angebote in Supermärkten, Möbelhäusern und Baumärkten aus.

AI-generated summary

Why It Matters

Studie des Handelsforschungsinstituts EHI zeigt starkes Wachstum der Handelsgastronomie in Deutschland.

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Im Möbelhaus, im Baumarkt oder im Supermarkt kann man immer öfter nicht mehr nur shoppen, sondern direkt frühstücken oder zu Mittag essen. Und die Kunden scheint es zu freuen. Die Umsätze gehen deutlich nach oben, was vor allem an teurer Konkurrenz liegt.

Fertige Hähnchenschenkel aus dem Supermarkt, Hotdogs im Möbelhaus oder Currywurst-Pommes auf dem Baumarktparkplatz: Auch wegen vergleichsweise niedriger Preise werden solche Angebote bei Kunden immer beliebter. Die Handelsgastronomie eilt von Rekord zu Rekord, wie eine Studie des Handelsforschungsinstituts EHI zeigt.

Händler in Deutschland setzten 2025 so rund 13,3 Milliarden Euro um. Das waren 7,1 Prozent mehr als im Vorjahr und so viel wie nie zuvor. Seit 2019 stiegen die Erlöse um fast 33 Prozent. Der starke Umsatzanstieg geht laut EHI auf höhere Kundenfrequenzen und gestiegene Preise zurück. Für 2026 erwartet das Institut ein weiteres Plus. Grundlage ist eine Befragung unter 29 Handelsunternehmen mit knapp 6100 Filialen. Die Ergebnisse wurden auf die Gesamtbranche hochgerechnet.

Zur Handelsgastronomie zählen verzehrfertig zubereitete Speisen, Snacks und Getränke im Einzelhandelsumfeld. Zu den verbreiteten Formaten gehören Bäckereien, Cafés, Imbisse, heiße Theken, Restaurants und Delis in Supermärkten, Einkaufszentren, Tankstellen, Möbel- oder Baumärkten.

Die meistverkauften Speisen sind laut EHI-Umfrage Frikadellen, Currywurst, belegte Brötchen und Schnitzel. Das Mittagessen ist demnach das Kerngeschäft. Die Angebote sind meist zum Mitnehmen. Gut drei Viertel der Händler betreiben ihre Gastronomieflächen selbst.

Der Möbelhändler Ikea setzt neben seinen Restaurants auf Hotdogs, die in Kassennähe angeboten werden. Rund 20 Millionen Stück wurden nach eigenen Angaben in den vergangenen 12 Monaten in den deutschen Ikea-Filialen zubereitet und verkauft. In vielen Supermärkten finden Kunden unter anderem Salatbars und Asia-Food-Shops. In 100 Rewe-Filialen gibt es inzwischen eine Selbstbedienungstheke für warme Speisen. Andere Kaufleute haben Foodtrucks, erste Händler testen zudem Kochroboter.

Tausende Mittagessen jeden Tag im Supermarkt

Die Supermarktkette Globus verkauft an ihren heißen Theken Fleischkäsebrötchen für einen Euro - nach Unternehmensangaben 30 Millionen Stück pro Jahr. "Wir beobachten seit Ende der Corona-Pandemie ein deutliches Wachstum in unserer Gastronomie. Heute verkaufen wir in unseren 57 Restaurants rund 60.000 Mittagessen pro Tag", sagt Gastronomieleiter Michael Christmann.

Die Branche profitiert laut EHI von einem sogenannten "Trading-Down-Effekt". Wegen der hohen Preissteigerungen in den vergangenen Jahren, auch in der Gastronomie, greifen Konsumenten auf günstigere Angebote zurück. Die Handelsgastronomie profitiere von deutlichen Preisvorteilen, sagt Studienautorin Paulina Ullrich.

Das zeigen auch Daten des Marktforschungsunternehmens YouGov: Kunden zahlten im ersten Halbjahr 2026 in der Handelsgastronomie demnach für Steak- und Fleischgerichte im Schnitt 9,17 Euro, im übrigen Außer-Haus-Markt - also etwa in Restaurants - hingegen 13,16 Euro. Bei Pastagerichten waren es 5,87 beziehungsweise 10,60 Euro. Auch bei anderen Hauptgerichten gab es große Preisunterschiede.

Das Gaststättengewerbe - also, Restaurants, Kneipen und Cafés - steht derzeit unter großem Druck. Die Branche setzte im ersten Halbjahr nach Angaben des Branchenverbandes Dehoga zwar fast 15 Prozent mehr um als 2019. Real, also preisbereinigt, waren die Erlöse allerdings gut 23 Prozent niedriger.

Drei Viertel finden Restaurantbesuch zu teuer

Die Konsumenten wägten genauer ab, wofür sie ihr Geld ausgeben und ob ein Restaurantbesuch nötig sei, sagt YouGov-Marktforscher Sebastian Walter. Für 72 Prozent der Verbraucher ist der Restaurantbesuch zu teuer, 38 Prozent gingen zu Jahresbeginn seltener essen als im Vorjahr. Das ergab eine im März durchgeführte repräsentative YouGov-Umfrage. Die Handelsgastronomie biete ein attraktives Angebot, vor allem für Menschen, die sich den klassischen Restaurantbesuch nicht leisten könnten, so Walter.

Die steigende Nachfrage ist laut EHI auch darauf zurückzuführen, dass viele Händler ihre Gastronomieangebote ausgebaut haben. Damit wollen sie laut Umfrage nicht nur die Kundenfrequenzen steigern und Kunden binden, sondern diese auch länger in Geschäften zu halten.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • EHI erwartet für 2026 ein weiteres Umsatzplus in der Handelsgastronomie

    Likely · Within months

Open Questions

  • ?Wie entwickeln sich die Margen für Händler in diesem Bereich?
  • ?Reagieren klassische Restaurants mit Preissenkungen?

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This article was originally published by n-tv Wirtschaft.

Quick Look

  • Die Handelsgastronomie in Deutschland verzeichnete 2025 mit rund 13,3 Milliarden Euro einen Rekordumsatz.
  • Wegen höherer Preise in klassischen Restaurants weichen Verbraucher vermehrt auf günstigere Angebote in Supermärkten, Möbelhäusern und Baumärkten aus.

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