Bosch streicht in Abstatt weitere 750 Arbeitsplätze
Strukturwandel und Wettbewerbsdruck durch asiatische Anbieter führen zu Kapazitätsanpassungen in der Mobilitätssparte
Quick Look
- Der Technologiekonzern Bosch kündigt weiteren Personalabbau am Standort Abstatt an.
- Grund sind die stagnierende Fahrzeugproduktion, sinkende Nachfrage in Europa und ein wachsender Preiswettbewerb durch asiatische Anbieter bei Bremssystemen.
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Why It Matters
Bosch kämpft mit einer stagnierenden weltweiten Fahrzeugproduktion und einem verschärften Preiswettbewerb durch asiatische Anbieter. Die Mobilitätssparte ist besonders stark von den konzernweiten Sparmaßnahmen betroffen.
Schwierige konjunkturelle Rahmenbedingungen und der tiefgreifende Strukturwandel der Automobilindustrie wurden als Gründe für den weiteren Personalabbau in Abstatt genannt. »Die weltweite Fahrzeugproduktion stagniert, in Europa ist die Nachfrage sogar rückläufig. Zugleich wächst der Wettbewerbsdruck bei Kosten, Geschwindigkeit und Produktivität, insbesondere durch asiatische Anbieter.«
Die Mobilitätssparte von Bosch ist innerhalb des Technologiekonzerns besonders von dem Arbeitsplatzabbau in Deutschland betroffen. Nach Angaben einer Sprecherin sollen hier in unterschiedlichen Zeiträumen bislang mehr als 23.000 Jobs wegfallen.
Konkurrenz aus Asien
Im Zuge der Transformation im Automarkt verändere sich auch das Portfolio im Bremsenbereich seit einigen Jahren deutlich, die Nachfrage nach kosteneffizienten Lösungen steige stark, teilt das Unternehmen mit Blick auf Abstatt weiter mit. »Moderne integrierte Bremssysteme unterliegen einem deutlich stärkeren Preiswettbewerb und neue asiatische Anbieter drängen mit kostengünstigeren Lösungen immer stärker auf den europäischen Markt.«
Innovationen wie elektronische Bremssysteme, bei denen die direkte mechanische oder hydraulische Verbindung zwischen dem Bremspedal und den Bremsen an den Rädern aufgehoben sei (Brake-by-Wire-Systeme), würden zunehmend zuerst mit chinesischen Kunden eingeführt und gemeinsam mit dem lokalen Bosch-Standort entwickelt. »Das führt dazu, dass in Abstatt weniger Kapazitäten nötig sind.«
Insgesamt arbeiten am Standort Abstatt rund 5300 Menschen. Der Geschäftsbereich Vehicle Motion entwickelt und vertreibt dort Bremssysteme, Fahrzeugbewegungssoftware, Insassenschutzsysteme sowie Fahrzeugsensorik. Der Geschäftsbereich Cross-Domain Computing Solutions, der die Fahrzeugelektronik, Sensoren und Software aus einer Hand entwickelt, und die Tochtergesellschaft Bosch Engineering GmbH sind von dem Personalabbau nicht betroffen.
Die Herausforderungen, die Bosch auf der ganz großen Bühne beschäftigen, sind nicht neu: Die Weltkonjunktur schwächelt, die geopolitische Lage ist nach wie vor unsicher. Der Technologiekonzern und Autozulieferer hatte im ersten Halbjahr keine großen Sprünge gemacht. In den ersten sechs Monaten 2026 stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,6 Prozent auf 46,4 Milliarden Euro.
Allerdings kam das Wachstum vor allem durch Zukäufe zustande. Bosch hatte im Laufe des vergangenen Jahres das Heizungs-, Lüftungs- und Klimatisierungsgeschäft von Johnson Controls und Hitachi übernommen. Einen Rückgang gab es bei der Profitabilität. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) – Bosch spricht von einem operativen Ebit – sank von 2,3 Milliarden Euro auf 2,2 Milliarden Euro.
Open Questions
- Wie viele Arbeitsplätze werden in Abstatt konkret abgebaut?
- Welche weiteren Standorte könnten von den 23.000 Stellenstreichungen betroffen sein?






