
Angesichts hoher Spritpreise drängen sechs EU-Finanzminister auf ein gemeinsames Vorgehen gegen Zufallsgewinne von Energieunternehmen.
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Eine Übergewinnsteuer wurde bereits 2022 als Notfallreaktion auf die Energiepreise infolge des Ukraine-Kriegs eingeführt. Aktuell steigen die Spritpreise aufgrund des Iran-Kriegs erneut an.
Angesichts der weiterhin hohen Spritpreise an den Tankstellen macht sich Bundesfinanzminister Lars Klingbeil für eine Übergewinnsteuer für Ölkonzerne stark.
"Wir müssen das Problem der hohen Energiepreise angehen, indem wir ein EU-weites Rahmenwerk zur Besteuerung von Zufallsgewinnen diskutieren", fordern Klingbeil und fünf europäische Kollegen in einem Schreiben.
Gemeinsames Vorgehen gefordert
"Wir erleben einen der größten Versorgungsschocks seit Jahrzehnten und überall auf der Welt wächst der Unmut über den Anstieg der Lebenshaltungskosten", heißt es in dem Brief, der an den Finanzminister Irlands gerichtet ist. Das Land hat derzeit die EU-Ratspräsidentschaft inne.
Bisher ergriffene staatlichen Maßnahmen hätten nicht gereicht, um die Preise für Unternehmen und Bürger dauerhaft zu senken oder zu stabilisieren, schreiben die EU-Minister aus Portugal, Spanien, Österreich, Italien, Polen und Deutschland. "Deshalb brauchen wir ein gemeinsames Vorgehen, das sicherstellt, dass diejenigen, die von der Krise profitieren, ihren Teil dazu beitragen, die Belastung für die breite Bevölkerung zu verringern."
Debatte um staatliche Eingriff
"Darüber hinaus ist es unerlässlich, dass uns die Ergebnisse der europäischen Untersuchung zu den Raffinerie-Margen so bald wie möglich vorliegen, um sicherzustellen, dass Raffinerien die aktuelle Energiesituation nicht ausnutzen." Der Brief soll laut "Spiegel" auf Betreiben von Klingbeil zustande gekommen sein. Das Thema Übergewinnsteuer, so die Forderung, solle auf einer Tagung der EU-Wirtschafts- und Finanzminister Mitte September in Dublin auf die Tagesordnung kommen.
Mehrere große Ölkonzerne hatten im Juli ihre Quartalsbilanzen veröffentlicht. Laut der Hilfsorganisation Oxfam werden die sechs größten fossilen Energie-Konzerne - BP, Chevron, Eni, ExxonMobil, Shell und TotalEnergies - ihren Nettogewinn im zweiten im Vergleich zum ersten Quartal 2026 voraussichtlich fast verdoppeln: von 23 Milliarden US-Dollar auf 45 Milliarden US-Dollar.
Spritpreise steigen nach Ende des Tankrabatts
Mit den hohen Spritpreisen wegen des Iran-Kriegs sind die Rufe nach neuen staatlichen Eingriffen lauter geworden. Die Bundesregierung hatte sich im Frühjahr zunächst auf eine härtere Überwachung von Mineralölkonzernen durch das Bundeskartellamt geeinigt.
Dazu kam die 12-Uhr-Regelung, wonach Tankstellen nur einmal am Tag um 12 Uhr mittags die Preise erhöhen dürfen, gefolgt vom Tankrabatt. Diese befristete Steuersenkung auf Sprit lief Ende Juni aus. Seitdem haben die Preise an den Zapfsäulen wieder angezogen, was die Debatte um staatliche Eingriffe befeuert.
SPD für Übergewinnsteuer - Reiche dagegen
Portugal hatte Ende Juli einen Gesetzentwurf für eine Übergewinnsteuer vorgelegt. Die Einnahmen sollen laut Regierung "zur Unterstützung der Familien und Wirtschaftszweige verwendet werden, die am stärksten von den Kraftstoffpreissteigerungen betroffen sind".
Die Bundesregierung ist in der Frage einer Übergewinnsteuer gespalten. Die SPD fordert eine solche Abgabe auf Extra-Profite der Mineralölkonzerne seit Langem. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) lehnt sie hingegen ab.
Eine Übergewinnsteuer war schon einmal 2022 als Notfallreaktion auf hohe Energiepreise infolge des Ukraine-Kriegs vorübergehend eingeführt worden; Energiekonzerne mussten sie für außergewöhnliche Gewinne zahlen.
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Diskussion über Übergewinnsteuer auf EU-Finanzministertreffen in Dublin.
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