
Markus Söder äußert sich in einem Interview zur Rolle des bayerischen Ministerpräsidenten im Koalitionsausschuss, zur Zukunft der Minijobs, zu Umfragewerten über seine Kanzlerfähigkeit und zu seiner Einstellung gegenüber der AfD sowie möglichen Koalitionspartnern.
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Markus Söder, bayerischer Ministerpräsident und CSU-Vorsitzender, äußerte sich in einem Interview zu aktuellen politischen Themen wie dem Koalitionsausschuss, der Zukunft der Minijobs und seiner Kanzlerambitionen im Kontext von Unionsinternen Diskussionen.
Die fragt ihn allen Ernstes zum Verlauf des Koalitionsausschusses am vergangenen Mittwoch: „Mussten Sie schlichten?“ Das ist selbst Söder ein bisschen zu dick aufgetragen. Das sei „normalerweise nicht die Rolle des bayerischen Ministerpräsidenten“. Aber es sei schon „wichtig, jetzt nicht Dinge anzufachen“. Obwohl kaum einer vom Anfachen mehr versteht als Markus Söder. Wer Schuld ist am jämmerlichen Erscheinungsbild der Regierung, da ist Söder ganz salomonisch. Es gebe eben Dinge, wo die SPD etwas nicht wolle und Dinge, wo die Union skeptisch sei. Natürlich müsse mehr passieren, und wenn es nicht in einem Riesensprung passiere, „dann halt in kleinen Schritten“. Das hat sich bei Markus Söder schon mal ganz anders angehört.
Söders Diagnose: Tiefe Verwundung in der CDU
Nur hin und wieder blitzt der Söder, wie man ihn kennt, kurz auf. Der kategorisch auf seinen Forderungen beharrt. „Die Minijobs werden nicht abgeschafft“, verkündet er da und Caren Miosga nimmt Witterung auf. Ob er damit gesagt habe, dass das mit den Minijobs geklärt sei. Da fällt der milde neue Söder dem alten streitlustigen Söder lieber in die Parade und rudert ein Stück zurück. „Ob sie bleiben werden, wird sich am Ende zeigen“.
Aber wie immer bei Söder, kommt es auf die Zwischentöne an. Dass laut Umfragen zwei Drittel die Kanzlerschaft von Friedrich Merz für gescheitert halten, findet Söder „sehr ungerecht“, um den Satz nachzuschieben: „Vielleicht war die eine oder andere Äußerung nicht perfekt“. Söder macht auch keinen Hehl daraus, dass er den Verdacht von Merz, die Wahl des Landtagspräsidenten in Magdeburg mit vier Stimmen mehr als AfD und BSW haben, könne auch eine „False Flag“-Operation von Links gewesen sein, um der CDU zu schaden, für abwegig hält. „Die These ist auf jeden Fall steil“, sagt er.
Er habe eher das Gefühl, dass die vier zusätzlichen Stimmen aus einer tiefen Verwundung und einem Streit in der CDU herrührten. Um eilig hinterherzuschieben: „Aber wissen tut es keiner“. Dass der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund ohne Stimmen aus der CDU Ministerpräsident wird, dafür will Söder nicht die Hand ins Feuer legen. Das könne man nach dem Ergebnis bei der Wahl des Landtagspräsidenten und seiner Vizes „nicht sagen“.
Die AfD ist „zum Teil gruselig"
Im Umschiffen von Fragen, die ihm als direkte Kritik an einem Unionskollegen ausgelegt werden könnten (außer, es handelt sich um Daniel Günther), hat Söder ein großes Geschick. Miosga hält ihm vor, dass sein hessischer Amtskollege Boris Rhein dafür plädiert, die AfD im parlamentarischen Alltag ganz normal zu behandeln, ihr also auch den Vorsitz in Ausschüssen zuzugestehen. Warum Bayern das nicht mache. Statt Rheins Vorschlag als falsch zurückzuweisen, sagt Söder, man habe sich in Bayern die vorgeschlagenen AfD-Kandidaten genau angeschaut, das sei „zum Teil gruselig“ gewesen. „Wir haben da Leute, die glauben, dass die Erde eine Scheibe ist“.
So leicht es Söder fällt, mit schlagfertigen Formulierungen spontane Lacher zu erzeugen, so schwer tut er sich damit, sein Mienenspiel unter Kontrolle zu halten. Ob ihn etwas freut, ärgert oder langweilt, sieht man Söder in der Regel an. Und natürlich muss sie kommen, die Kanzler-Frage. Miosga zitiert eine Umfrage, wonach sich 32 Prozent Söder als Kanzler wünschen, mehr als bei Hendrik Wüst oder dem ebenfalls gehandelten Alexander Dobrindt. Woher sie diese Zahlen hat, sagt Miosga nicht. Eine aktuelle Umfrage von RTL hat gerade das glatte Gegenteil ergeben. Danach halten 70 Prozent der Befragten Söder nicht für kanzlertauglich, selbst in Bayern teilt eine Mehrheit von 59 Prozent diesen Befund. Miosga zeigt in einem Einspieler die beiden Ost-Ministerpräsidenten Michael Kretschmer aus Sachsen und Mario Voigt aus Thüringen, die Söder überschwänglich loben.
Das breite Grinsen und der Kanzlertraum
Und Söder? Sitzt da und grinst breit. In der CSU ist es ein offenes Geheimnis, dass Söder seinen Kanzlertraum nie aufgegeben hat und natürlich auf seine Chance hofft, sollte Merz aufgeben müssen. Aber er lässt sich nicht aufs Glatteis locken. Die CDU habe zweimal die Chance gehabt, ihn zu nehmen, wehrt er ab. Aber wenn sich das Blatt wende, etwa, wenn die Wahl in NRW im nächsten Frühjahr schiefgehe, hakt Miosga nach. Wenn ihn dann die CDU-Ministerpräsidenten anriefen und beknieten. „Das kann ich mir nicht vorstellen“, sagt Söder. Der Bayer, von dem jeder weiß, wie gerne er Kanzler werden würde, versichert stattdessen treuherzig, wie sehr ihm eine Parteifreundin am Herzen liegt, von der auch jeder weiß, dass er sie nicht leiden kann. „Die einzige Personalie, die mich interessiert, ist, dass Ilse Aigner Bundespräsidentin wird.“
In der zweiten Hälfte der Sendung sitzen die Julia Löhr, Leiterin des FAZ-Wirtschaftsressorts und der Vorsitzende der Geschäftsführung der dm-Drogeriekette, Christoph Werner, mit am Tisch. Und die Diskussion verliert sich im Klein-Klein um die richtige Reformpolitik. Miosga lässt Söder dabei in einer wichtigen Frage ungeschoren davon kommen. Söder plädiert mehrmals für niedrigere Energiekosten und fordert eine Energiesteuerreform. Dabei war es Söder selbst, der mit teuren Sonderwünschen wie der Mütterrente dafür gesorgt hat, dass die Regierung nicht, wie fest versprochen, die Stromsteuer für alle gesenkt hat. Weil das Geld dafür gefehlt hat. Doch diesen Punkt hält die Moderatorin Söder nicht vor.
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Markus Söder wird seine Kanzlerambitionen weiter verfolgen, sollte Friedrich Merz zurücktreten.
Possible · Within months
Die Diskussion über die Zukunft der Minijobs wird in den Koalitionsverhandlungen weitergehen.
Likely · Within weeks
After the state elections in the east and in Berlin, the federal government is under pressure. Markus Söder emphasizes the need for a common political goal, criticizes the AfD as “brutally right-wing” and calls for clear consequences for Union MPs who vote differently. Christoph Werner and Julia Löhr discuss economic growth, national debt and political reforms.

CSU leader Markus Söder has called on Union MPs who vote for the AfD to publicly resign from the party after AfD candidate Tobias Rausch was elected state parliament president in Saxony-Anhalt. He warned of instability in the federal government and emphasized that Friedrich Merz would remain Chancellor while he supported Ilse Aigner's candidacy for Federal President.
Federal Judge Jennifer L. Rochon in New York has granted a lawsuit by Common Cause and others and ordered the government to stop airing Department of Homeland Security commercials funded with public funds for two weeks. The judge saw possible unlawful use of state resources for political propaganda because one spot resembled a Trump 2024 campaign video.

Republican Senator John Barrasso expressed concern over reports that US Ambassador to Greece Kimberly Guilfoyle offered Trump donor Eric Deters $100,000 to influence the Trump administration. Guilfoyle denies the allegations, according to her lawyer, while Deters says she never paid and used the messages as part of an excuse. Media reports on possible consequences such as a replacement and further allegations against Guilfoyle, including misconduct towards embassy staff and claims of being able to overthrow governments.

US Ambassador Kimberly Guilfoyle is under pressure after the Wall Street Journal reported that she offered a Trump donor access to the government in exchange for $100,000. Guilfoyle denies the allegations, while senators and representatives demand an investigation.
The CDU district chairwoman in Cologne, State Minister Serap Güler, has announced that the party will no longer withdraw its own proposals in the Cologne city council in the future, for fear that the AfD might approve them. She emphasized that there is no difference between cooperation and self-sacrifice and that the CDU will never agree to AfD applications, but will no longer withdraw its own ideas out of fear.