
Nachdem Unicredit-Chef Andrea Orcel Fakten geschaffen hat, strebt Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp eine konstruktive Strategie mit dem neuen Großaktionär an.
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Die Unicredit hat sich Zugriff auf fast 50 Prozent der Commerzbank-Anteile gesichert. Der Bund hält noch rund zwölf Prozent der Anteile nach der Rettung der Bank in der Finanzkrise 2008/2009.
Lange hat sich der Commerzbank-Vorstand gewehrt, doch Unicredit-Chef Andrea Orcel hat Fakten geschaffen. Nun sucht das Frankfurter Geldhaus eine gemeinsame Strategie mit den Italienern.
Frankfurt/Main. Die vor der Übernahme stehende Commerzbank sucht das Einvernehmen mit ihrer Großaktionärin Unicredit. „Die Ergebnisse sind, wie sie sind. Jetzt gilt es, die richtige Strategie nach vorn zu wählen und aufzupassen, dass keine Wertvernichtung stattfindet“, sagte Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp beim „Handelsblatt-Bankengipfel“ in Frankfurt. „Es gibt Gespräche, das ist im Interesse beider Parteien. Wir sollten es jetzt tunlichst nicht vermasseln.“
Mit der italienischen Unicredit, die sich Zugriff auf fast 50 Prozent der Commerzbank-Anteile gesichert hat, habe der Frankfurter Dax-Konzern „de facto einen Kontrollaktionär“, räumte Orlopp ein. „Deshalb ist es jetzt unsere Aufgabe, gemeinschaftlich, konstruktiv miteinander eine möglichst wertmaximierende Strategie für beide Institutionen zu finden.“ Orlopp betonte: „Wir sind in Kontakt, wir sind im Gespräch.“
Unicredit-Chef Andrea Orcel, dessen Haus in Deutschland bereits mit der Hypovereinsbank vertreten ist, sieht Potenzial für Milliardeneinsparungen inklusive des Abbaus Tausender Stellen. Der Manager will zudem das Auslandsnetz der Commerzbank beschneiden, was deren Management ablehnt. Orcel hatte indirekt bereits mit der Absetzung des Commerzbank-Vorstands gedroht, sollte er seine Vorstellungen nicht durchsetzen können.
Auf die Frage nach ihrer beruflichen Zukunft antwortete Orlopp, die einen Vertrag bis 2029 hat: „Solange man sich über Strategie und Weg nach vorn einig ist, ist das eine gute Basis.“
Der Bund, dessen Aktienverkauf im September 2024 zum Einfallstor für die Unicredit wurde, hat mit seinen verbliebenen gut zwölf Prozent Anteil ein Wort mitzureden. Die Beteiligung ist eine Folge der Finanzkrise 2008/2009, als der Staat die Commerzbank mit Steuermilliarden vor dem Kollaps bewahrte. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat Orcel für den 14. September zu einem Gespräch nach Berlin eingeladen.
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Gespräch zwischen Bundesfinanzminister und Unicredit-Chef am 14. September.
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