Nach massiven Interventionen zur Stützung des Yen wächst die Debatte über die Tragfähigkeit der japanischen Staatsverschuldung.
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Japan weist mit 204 Prozent des BIP die weltweit höchste Schuldenquote auf. Lange Zeit galt das Land als Sonderfall, da eine Finanzierungskrise trotz der hohen Verschuldung ausblieb.
In den letzten Julitagen halfen sogar die USA mit. Nachdem Japans Währung zuletzt im schier endlosen Tiefflug schien und den niedrigsten Wert seit 40 Jahren erreicht hatte, kümmerte sich plötzlich nicht mehr nur die japanische Regierung um Stabilisierung. Japan verkaufte US-Dollar-Reserven im Wert von rund 85 Milliarden, um dafür Yen zu erwerben. Und in Washington, D. C. tat man parallel Entsprechendes. Die Operation zeigte Wirkung: Für einen Dollar erhielt man danach nicht mehr 163, sondern nur noch 157 Yen. Der Wertverfall war beendet. Zumindest vorerst.
Die Sorge, dass Japan eine Finanzkrise bevorsteht, geht trotzdem um. Kenneth Rogoff, ein neoliberaler Wirtschaftsprofessor an der Universität Harvard und einst IWF-Chefökonom, prognostizierte kürzlich im Interview mit der ZEIT: »In Japan bahnt sich bereits eine Finanzkrise an.« Indem sich die Leitzinsen zuletzt weltweit erhöhten, leiden die Staaten, die hoch verschuldet sind, besonders. Dies trifft auch auf die USA und die EU-Staaten zu, vor allem aber auf Japan. Mit 204 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) hat das Land laut Internationalem Währungsfonds (IWF) die höchste Schuldenquote der Welt.
Wie hoch das Risiko einer Finanzkrise wirklich scheint, ist unter Experten umstritten. Linksliberale Ökonomen wie Nobelpreisträger Joseph Stiglitz sehen das Problem weniger akut, auch weil Japan seine Schulden bisher großteils in seiner eigenen Währung macht.
Lange schien Japan mit seinen hohen Schulden vergleichsweise gut zurechtzukommen. Das Land wurde deshalb international als Sonderfall betrachtet: Trotz einer extrem hohen Schuldenquote blieb eine akute Finanzierungskrise aus. Doch diese Erfolgsgeschichte könnte nun vorbei sein. Selbst Stiglitz hat in den vergangenen Jahren Ratschläge zu einem Schuldenabbau in Japan gegeben. Auch die jüngste, international koordinierte Intervention zur Stärkung des Yen gibt einen Hinweis darauf, dass man auch in einigen Hauptstädten besorgt ist: Der Yen ist so schwach geworden, dass er die Binnenwirtschaft lähmt. Die Entscheider suchen nach einem Exit.
Wie konnte es so weit kommen?

Tanja Birkholz, Chefin der Schufa, verteidigt im Rechtsstreit um sogenannte Schattendatenbanken die Nutzung historischer Daten als gesetzlich und regulatorisch erforderlich. Sie kritisiert die Klage der Organisation NOYB als schädlich für Verbraucher und Wirtschaft und weist darauf hin, dass historische Daten für die Entwicklung und Validierung von Bonitätsmodellen notwendig seien. Gleichzeitig weist sie auf steigende Zahlungsstörungen in Deutschland hin.

Die britische Frasers Group versucht seit Juni, Hugo Boss zu übernehmen, und will ihren Anteil auf über 50 Prozent erhöhen. Als Reaktion hat Hugo Boss sein Aktienrückkaufprogramm gestoppt, das zuvor knapp fünf Millionen Euro wert war. Analysten sehen darin ein taktisches Manöver gegen die Übernahme.
Die Gewerkschaft Verdi ruft Beschäftigte der Seehäfen in Bremerhaven, Wilhelmshaven, Brake, Bremen und Emden zu Warnstreiks von Mittwoch- bis Freitagabend auf. Hintergrund sind Tarifverhandlungen: Verdi fordert 8,2 Prozent Lohnerhöhung oder mindestens 2,50 Euro pro Stunde bei zwölf Monaten Laufzeit, während die Arbeitgeber 5,1 Prozent plus 1,20 Euro pro Stunde bei 18 Monaten angeboten haben. Es ist der zweite Warnstreik in der Runde, nachdem bereits Mitte August Tausende für 24 Stunden die Arbeit niederlegten.

Der norwegische Staatsfonds warnt in einer neuen Risikoanalyse vor Kursverlusten von bis zu 40 Prozent bei geopolitischen Krisen. Zudem wird vor Klumpenrisiken durch die hohe Konzentration auf US-Tech-Aktien und KI-Erwartungen gewarnt.

Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp warnt vor einem Scheitern der Übernahmegespräche mit Unicredit. Sie betont die Notwendigkeit eines freundlichen Deals und warnt vor Schäden für den europäischen Bankenmarkt, während Unicredit-Chef Orcel massive Sparpläne verfolgt.
Der KI-Boom verknappt Halbleiter für Konsumgüter, was zu höheren Preisen und weniger Modellvielfalt bei PCs und Smartphones führt. Parallel dazu steigen die Verkäufe von Klimageräten und Health-Tech-Wearables wie smarten Ringen deutlich an.