Frasers Group drängt auf Hugo-Boss-Übernahme – Aktienrückkauf gestoppt
Quick Look
- Die britische Frasers Group versucht seit Juni, Hugo Boss zu übernehmen, und will ihren Anteil auf über 50 Prozent erhöhen.
- Als Reaktion hat Hugo Boss sein Aktienrückkaufprogramm gestoppt, das zuvor knapp fünf Millionen Euro wert war.
- Analysten sehen darin ein taktisches Manöver gegen die Übernahme.
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Why It Matters
Die Frasers Group versucht seit Mitte Juni, Hugo Boss zu übernehmen. Dabei wurde ihr Anteil zuletzt auf 47,89 Prozent erhöht. Hugo Boss hat daraufhin sein Aktienrückkaufprogramm gestoppt, das zuvor Aktien im Wert von knapp fünf Millionen Euro zurückgekauft hatte.
Die britische Frasers Group ist schon länger scharf auf eine Übernahme von Hugo Boss. Jetzt will sie ihren Anteil auf über 50 Prozent ausbauen – Hugo Boss reagiert prompt.
Firmensitz der Hugo Boss AG: Seit Juni versucht die Fraser Group, Hugo Boss zu übernehmen. Foto: Marijan Murat/dpa
Berlin. Der Modekonzern Hugo Boss stoppt das erst vor wenigen Tagen gestartete Aktienrückkaufprogramm. Die Entscheidung sei eine direkte Reaktion auf die Ankündigung der an einer Übernahme arbeitenden britischen Frasers Group, ihren Anteil an Boss auf über 50 Prozent erhöhen zu wollen und ihre Unterstützung für den Aufsichtsratsvorsitzenden Stephan Sturm zu prüfen, teilte Boss mit.
Die Briten versuchen bereits seit Mitte Juni, das Ruder bei Hugo Boss zu übernehmen. Im Zuge der gescheiterten Übernahme von Boss war Frasers' Beteiligung zuletzt auf 47,89 Prozent gewachsen, sodass zur Übernahme der Mehrheit nicht mehr viel fehlt.
Analysten der Schweizer Großbank UBS halten Boss' plötzlichen Stopp des Aktienrückkaufprogramms für ein taktisches Manöver gegen die Übernahme durch Frasers. Hintergrund ist: Jede durch Boss zurückgekaufte Aktie reduziert die Gesamtmenge verfügbarer Aktien und erhöht dadurch den Anteil im Besitz Frasers.
Bisher habe man Aktien für knapp fünf Millionen Euro zurückgekauft, hieß es weiter in der Boss-Mitteilung. Das Unternehmen sei weiterhin von seiner Strategie und seinem langfristigen Wertschöpfungspotenzial überzeugt. Der Vorstand werde die Wiederaufnahme eines Aktienrückkaufprogramms zu gegebener Zeit prüfen.
Die Frasers Group gehört mehrheitlich dem britischen Milliardär Mike Ashley. Die wichtigste und bekannteste Marke des Unternehmens ist die Einzelhandelskette Sports Direct. Darüber hinaus hält das Unternehmen zahlreiche Beteiligungen – etwa am Onlineshop Asos.
Mehr: Schwäche nutzen – dieser britische Milliardär greift nach Hugo Boss
dpa Veröffentlicht nach den redaktionellen Standards des Handelsblatts. Mehr Informationen finden Sie in unseren Richtlinien.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die Frasers Group wird in den kommenden Wochen ein offizielles Übernahmeangebot für Hugo Boss vorlegen.
Likely · Within weeks
Hugo Boss wird das Aktienrückkaufprogramm erst nach Klärung der Übernahmesituation wieder aufnehmen.
Likely · Within months
Open Questions
- Wird die Frasers Group ihr Übernahmeangebot offiziell vorlegen?
- Wie wird der Aufsichtsrat von Hugo Boss auf die Aktion von Frasers reagieren?
- Plant Hugo Boss langfristig weitere Abwehrmaßnahmen gegen feindliche Übernahmen?





